Elisabeth Seitz bei den Finals in Berlin am Stufenbarren.

Turnen | Finals Elisabeth Seitz: Rekordmeisterin vorerst nur Teilzeitkraft

Stand: 26.06.2022 11:20 Uhr

Als "Teilzeitturnerin" hat sich die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz bei den Finals in Berlin vorsichtig zurückgemeldet. Die nach-olympische Saison ist für die Stuttgarterin eher ein Zwischenjahr.

Bei ihrem vorsichtigen Comeback turnte Elisabeth Seitz nur mit halber Leistung, und auch in die weitere nacholympische Saison wird die deutsche Rekordmeisterin nur als Teilzeitkraft gehen. "Mein Körper und mein Kopf brauchten und brauchen Zeit", sagte die 28-Jährige nach ihrem Kurzauftritt bei den Finals in Berlin.

Elisabeth Seitz nahm im April Training nach Auszeit wieder auf

Eine halbe Übung am Stufenbarren, die zur Silbermedaille reichte, und einen besseren Trainingssprung am Sprungtisch - mehr bekam das Publikum in der Max-Schmeling-Halle von der Stuttgarterin nicht zu sehen. Und die mit 23 nationalen Titeln dekorierte Athletin will ihre Auftritte auch in den kommenden Monaten fein dosieren. Erst im April war die WM-Dritte von 2018 wieder voll ins Training eingestiegen. Nach einer körperlichen und mentalen Auszeit, die die Basis dafür legen soll, dass Seitz 2023 und vor allem 2024 bei Olympia in Paris wieder voll angreifen kann.

Seitz bei den European Championships wohl nicht am Start

13 Wettkampfjahre auf internationalem Level haben ihre Spuren hinterlassen. Auch wegen nahezu chronischer Fußprobleme wird Seitz sehr wahrscheinlich sowohl bei den European Championships Mitte August in München als auch bei den Welttitelkämpfen Anfang November in Liverpool auf Auftritte am Schwebebalken und am Boden verzichten. Was der "Rampensau", wie die langjährige Cheftrainerin Ulla Koch ihre einstige Topathletin gern titulierte, durchaus nicht leicht fällt: "Wettkämpfe manchen halt Spaß, und ich mache sie gerne. Aber wenn der Weg noch ein bisschen weiter gehen soll, muss ich eben auf meinen Körper hören."

Bundestrainer Gerben Wiersma setzt auf Elisabetz Seitz und Kim Bui

Das ist auch ganz im Sinne von Gerben Wiersma. Der Niederländer ist seit Jahresbeginn Nachfolger von Koch, er kann und will auf Routiniers wie Seitz oder die mittlerweile 33 Jahre alte Kim Bui nicht verzichten. "Die Kombination aus erfahrenen und jungen Athletinnen finde ich sehr vielversprechend", sagte er.