Enttäuschter Milad Salem Eintracht Trier

Jetzt muss das Schiedsgericht entscheiden Das Eintracht-Trier-Dilemma mit der Aufstiegsrunde

Stand: 09.06.2022 07:42 Uhr

Eintracht Trier kämpft um den Aufstieg in die Regionalliga - sportlich und juristisch. Grund dafür ist ein Dilemma aus der vergangenen Oberliga-Runde. Nun geht es in die nächste Instanz.

Mit der Partie der Stuttgarter Kickers gegen Eintracht Stadtallendorf startet am Mittwochabend die Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Am Samstag greift auch Eintracht Trier in den Wettbewerb um das letzte Regionalliga-Ticket ein. Dabei gibt sich die Eintracht beim Kampf um den direkten Aufstieg noch immer nicht geschlagen.

Sportlich um Haaresbreite gescheitert, hat der Verein aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar versucht, auf juristischem Wege den direkten Weg in die Regionalliga Südwest zu ebnen. In der ersten Instanz wurde der Einspruch vom Verbandsgericht des Fußball-Regional-Verbands Südwest abgewiesen. Eintracht Trier hat mittlerweile, nach Erhalt der schriftlichen Begründung, das Schiedsgericht angerufen.

Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest

1. Spieltag: Mittwoch, 08.06.2022: Stuttgarter Kickers - Eintracht Stadtallendorf 3:0 (2:0) Nächste Spiele: Samstag, 11.06.2022: Eintracht Stadtallendorf - Eintracht Trier Dienstag, 14.06.2022: Eintracht Trier - Stuttgarter Kickers

Das Dilemma in der Oberliga

Aufgrund der Staffelstärke von 24 Vereinen wurde die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zunächst in eine regionale Nord- und Süd-Staffel mit jeweils zwölf Teams aufgeteilt. Die sechs besten Mannschaften jeder Gruppe (darunter Worms aus dem Süden und Trier aus dem Norden) spielten anschließend eine Meisterrunde, der Rest eine Abstiegsrunde gegen die jeweils sechs Teams der Parallelstaffel. Die Resultate (Punkte und Tore) bereits absolvierter Begegnungen gegen die fünf Teams aus der eigenen Gruppe wurden übernommen.

Der SV Röchling Völklingen (mit Worms zunächst in der Süd-Staffel vertreten) zog sich jedoch aus personellen Gründen vier Spieltage vor Saisonende aus der Abstiegsrunde zurück. Noch in der Vorrunde hatten die Saarländer wegen den Engpässen nicht spielberechtigte A-Jugend-Spieler eingesetzt. Der Spielausschuss des Fußball-Regional-Verbands Südwest (FRV), der für die Oberliga zuständig ist, entschied nach dem Röchling-Rückzug, alle Partien Völklingens in der Abstiegsrunde aus der Wertung zu nehmen. Aus der zuvor ausgetragenen Süd-Staffel wurden jedoch nur die Spiele gegen die Teilnehmer der Abstiegsrunde gestrichen. Das heißt: Wormatia Worms durfte die sechs Punkte aus den Spielen gegen Völklingen mit in die Meisterrunde nehmen.

Darum hat Eintracht Trier Einspruch erhoben

Eintracht Trier erhob unter Verweis auf die FRV-Spielordnung Klage mit dem Ziel, dass auch die Röchling-Partien aus der Süd-Vorrunde gegen die Teilnehmer der Meisterrunde aus der Wertung genommen werden. Damit würde die Eintracht unter Zugrundelegung der Koeffizienten-Regel (erzielte Punkte geteilt durch absolvierte Spiele) an Worms vorbei auf Platz eins springen und hätte somit den direkten Regionalliga-Aufstieg geschafft.

Dieser Einspruch wurde am Dienstag jedoch abgelehnt. Für Eintracht Vorstandssprecher Alfons Jochem nicht nachvollziehbar: "Zunächst einmal hätten nach dem Rückzug von Völklingen alle Ergebnisse gestrichen werden müssen. Außerdem ist beim aktuellen Oberliga-Modus mit unterschiedlichen Gegnern in der Vor- und Meisterrunde eine Platzierung nach Tordifferenz nicht sinnvoll", sagte Jochem im Gespräch mit SWR Sport. Was den früheren Eintracht-Profi aber noch mehr irritiert, ist die unterschiedliche Definition des Begriffs "laufende Runde".

Was jetzt?

Eintracht Trier argumentierte, dass der Begriff die Vorrunde im Norden beziehungsweise Süden und die anschließende Abstiegs- beziehungsweise Meisterrunde umfasst - wie im Normalfall einer Saison die Hin- und Rückrunde. Das Verbandsgericht sieht die Vorrunden im Norden und Süden sowie die anschließende Meister- und Abstiegsrunde aber als jeweils in sich abgeschlossene Runden. "Das ist eine äußerst unglückliche Spielordnung", sagt Jochem, "wir haben den Verband bereits vor der Saison darauf hingewiesen".

Die Frage lautet jetzt: Wie geht es weiter? Das angerufene Schiedsgericht, bestehend aus drei Juristen, davon vertritt einer den Verein, muss jetzt eine Entscheidung treffen. Wobei die Chancen für Eintracht Trier auf eine Revidierung des Urteils durchaus vorhanden sind. Selbst der Präsident des Fußball-Verbands Rheinland, Walter Desch, sprach von einem falschen Urteil. Nur löst das nicht das Problem der beginnenden Aufstiegsrunde mit Trier, Stadtallendorf und den Stuttgarter Kickers. Man kann den feststehenden Meister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und damit Aufsteiger Wormatia Worms schlecht aus dem Urlaub zurückholen in die Aufstiegsrunde schicken. Wahrscheinlich gibt es, sollte das Schiedsgericht pro Eintracht Trier entscheiden, nur eine Lösung. Eine Absage der Aufstiegsrunde und Aufstockung der Regionalliga Südwest.

Hier gibt's die offizielle Stellungnahme von Eintracht Trier zur Zurückweisung der Beschwerde.