Fußball Comeback als Trainer: Ede Geyer fordert den Papst heraus

Stand: 09.05.2022 14:46 Uhr

Ede Geyer kehrt mit 77 Jahren noch einmal auf die Trainerbank zurück. Der Erfolgscoach betreut eine Auswahl der Lutherstadt Wittenberg, die demnächst beim Papst in Rom spielen wird.

Er hat noch immer nichts von seinem Ehrgeiz verloren. Mit 77 treibt Eduard Geyer ein Team von Wittenberger Unternehmern und Stadträten an, als ginge es darum, mit Energie Cottbus noch einmal Bayern München zu schlagen. Immer wieder unterbricht er das Training und ruft dazwischen. "Was sollen eure Enkel von euch denken?", ist bei seiner ersten Einheit zu hören. Geyer zählt laut die Ballkontakte "Sechs, sieben, acht. Das ist zu wenig. Zehn will ich sehen. Macht weiter."
 
Ende Juni trifft die Wittenberger Auswahl in Rom im Rahmen eines Benefizspiels auf die Auswahl des Heiligen Vaters. Blamieren will sich da keiner, deshalb wurde der Cottbuser Erfolgstrainer verpflichtet. Die Idee dazu hatte Karl Heinz Röthel, der das Wittenberger Team seit mehreren Jahren betreut. Zwei Mal traf man inzwischen auf die Vatikan-Auswahl. Im Juni wird es das dritte Mal sein. Dann aber mit Geyer an der Seitenlinie. "Es ist eine Ehre mit so einem Mann, der alles erreicht hat, zusammenzuarbeiten", sagt Röthel dem MDR.

Geyer ist altersmilde, aber ehrgeizig

Der 77-Jährige Dresdner war der letzte Auswahltrainer der DDR. Geyer führte Energie Cottbus aus der dritten Liga in die Bundesliga. Und auch als Spieler feierte er mit Dynamo Dresden große Erfolge. Wenn "Ede Gnadenlos" also eine Ansage macht, da stehen alle stramm. Obwohl Geyer inzwischen altersmilde geworden ist, und seine Schützlinge in den schweißtreibenden Trainingseinheiten auch ein bisschen verbal streichelt. "Eure Frauen werden Freude an euch haben", zeigt sich Geyer, vor der Fernsehkamera, die ihn zu ersten Training begleitet, von seiner humoristischen Seite.
 
Das Durchschnittalter seiner Mannschaft ist 47. Fußball haben seine Schützlinge bislang meist nur in der Freizeit gespielt. Der erfolgsverwöhnte Trainer muss also erst einmal Grundlagen schaffen. Auch wenn das nur einmal pro Woche ist. "Die sind alle lernfähig. Und sie beherrschen schon einige Dinge ganz gut. Aber die werden bei mir auch noch was lernen", lacht Geyer und fügt an: "Auch fürs Leben."

Bekommt "Ede" den Segen vom Papst?

Ein bisschen Zeit ist ja noch bis zum 25. Juni, wenn das große Spiel gegen die Auswahl des Vatikans ansteht. Und vielleicht schaut bei der Partie in Sichtweite des Petersdoms auch der Heilige Vater mal vorbei. Eduard Geyer würde sich freuen und hätte da einen Wunsch. "Ich werde den Papst fragen, ob er mich segnet", sagt der 77-Jähre, lacht und konzentriert sich wieder aufs Training. Denn seinen Ehrgeiz hat er noch immer nicht verloren. "Egal ob Fußball oder Halma: Am Ende soll es Freude machen und wir wollen. Und wer das nicht will, der ist bei uns falsch."

Sendung: rbb24 Inforadio, 08.05.22, 14:15 Uhr