Saisonstart in der Football-Damenbundesliga Die Kobra Ladies auf der Jagd nach der 13

Stand: 01.07.2022 16:30 Uhr

An den Berlin Kobra Ladies führt im deutschen Frauenfootball kein Weg vorbei. Zwölfmal wurden sie schon deutsche Meisterinnen - davon die letzten fünf Titel am Stück. Nach zwei Jahren Corona-Pause wollen sie nun wieder an den Erfolg anknüpfen.

Die Frauen der Berlin Kobras können es kaum noch erwarten. Seit zwei Jahren fiebern die knapp 60 Spielerinnen darauf hin, sich endlich wieder mit anderen Teams auf dem Rasen messen zu können. Eigentlich sollte es längst schon wieder so weit sein, doch der Saisonauftakt am 18. Juni musste nach einer Absage des Gegners noch einmal verschoben werden. Am Samstag geht es dann aber wirklich los und die Kobras gehen auf die Jagd nach ihrem 13. Meistertitel.

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Letztes Endspiel 2019

Seit 2004 gibt es die Frauenfootball-Mannschaft bei den Berlin Kobras. Seitdem sind in Deutschland viele Damen-Teams dazu gekommen, doch die Berlinerinnen bleiben das Maß aller Dinge. Zwölfmal wurden sie schon deutsche Meisterinnen und krönten sich zuletzt fünfmal in Folge zum Champion.
 
Eigentlich sprach alles für die Fortsetzung der Erfolgssträhne, wäre da nicht die Corona-Pandemie gekommen. Zwei Jahre lang pausierte die Damenbundesliga und Cheftrainer Marco Meyer musste die Mannschaft neu aufstellen. "Nach so einer langen Pause weiß man nicht so genau, wo man steht", sagt er. Das letzte Endspiel, den sogenannten "Ladiesbowl", bestritten die Cobras 2019. Seitdem gab es auch nur wenig gemeinsame Trainingsmöglichkeiten.

Ein Star in den eigenen Reihen

Trotz der vielen Unwägbarkeiten gibt es eine, auf die sie sich sicherlich auch in dieser Saison wieder verlassen können: Susanne Erdmann. Die 40-Jährige hat schon 2006 die erste Meisterschaft der Berlinerinnen miterlebt und gilt als absoluter Star im deutschen Frauenfootball. Weit über 500 Touchdowns hat sie in ihrer Karriere schon erzielt.
 
Erdmann freut sich über die Entwicklung, die ihre Sportart seitdem genommen hat. "Der Unterschied zwischen damals und heute ist, dass der Frauenfootball viel strukturierter geworden ist", erzählt sie. Heute hätten sie - wie bei den Männern - gleich mehrere Coaches im Team. "Wir haben zum Beispiel neben dem Headcoach auch einen Offense- und Defense-Coordinator. Die erstellen einen Plan und dadurch läuft alles besser", sagt sie.
 
Ein guter Plan ist in der extrem taktischen Sportart sehr wichtig. Außerdem brauchen die 60 verschiedenen Spielerinnen teilweise auch eine individuelle Betreuung des Trainerteams, denn viele von ihnen stehen noch ganz am Anfang ihrer Football-Karriere. Erst 16 Jahre alt sind die jüngsten Frauen im Team. "Das ist super mit so jungen Leuten zusammen zu spielen und es ist toll, sie in den Sport wachsen zu sehen. Football ist kein Sport, in dem man gleich gut ist. (...) Man braucht viel Spielerfahrung", erklärt Erdmann.

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"Ladiesbowl" soll im September stattfinden

Die nötige Spielpraxis können sie sich jetzt endlich wieder holen. Am Samstag starten die Kobra Ladies im heimischen Stadion Wilmersdorf gegen die Hamburg Blue Devilyns in die neue Saison und das Ziel ist klar: "Ich möchte auf jeden Fall den 13. Meistertitel mit dem Team holen", sagt Quarterback Silvana Friese siegessicher. Headcoach Marko Meyer gibt sich da erst einmal etwas zurückhaltender: "Es wird schwieriger als sonst, weil man kein Team einschätzen kann. (...) Aber die Mannschaft ist gut vorbereitet."
 
Aus insgesamt sieben Mannschaften besteht die 1. Damenbundesliga, die in eine Nord- und Südstaffel aufgeteilt ist. Das Finale, der "Ladiesbowl", soll am Ender der Saison im September ausgetragen werden. Vorher gilt es aber, gegen die Hamburgerinnen einen guten Saisonstart zu erwischen. Kickoff im Stadion in der Forckenbeckstraße ist um 15 Uhr.

Sendung: rbb24 Inforadio, 01.07.2022, 12.15 Uhr