Trainer Florian Schnorrenberg vom VfB Lübeck

3. Liga VfB Lübeck trennt sich von Trainer Florian Schnorrenberg

Stand: 12.03.2024 10:29 Uhr

Der VfB Lübeck hat nach der 0:3-Pleite im Kellerduell der 3. Liga beim SC Freiburg II die Reißleine gezogen und sich von Trainer Florian Schnorrenberg getrennt. Der 46-Jährige war erst seit Ende Dezember beim Aufsteiger im Amt.

Nach lediglich einem Erfolg in neun Partien unter Schnorrenberg sahen sich die Verantwortlichen des VfB nun zum Handeln gezwungen. Am Montag gaben sie die Freistellung des gebürtigen Siegeners bekannt. Nach "eingehender Analyse der sportlichen Entwicklung in den vergangenen Wochen" des Vorstands und in Absprache mit dem Aufsichrsrat, wie es in einer Vereinsmitteilung hieß.

Der frühere Coach des Halleschen FC war kurz vor dem Jahreswechsel verpflichtet worden. Er hatte auf der Lohmühle Aufstiegstrainer Lukas Pfeiffer beerbt. Wie schon vor Schnorrenbergs Verpflichtung übernimmt bis auf Weiteres wieder der bisherige Co-Trainer Bastian Reinhardt interimsweise.

Sportvorstand Harms: "Veränderung unumgänglich"

Sportvorstand Sebastian Harms bezeichnete die Entscheidung als "unumgänglich, um die Mannschaft wieder auf das Leistungsniveau zu bringen, das sie bereits gezeigt hat". An der Einschätzung, dass Schnorrenberg ein "sehr guter Trainer" sei, habe sich nichts geändert. Leider hätten seine - auch mutigen und unpopulär erscheinenden - Entscheidungen "nicht zu dem dauerhaften Erfolg geführt, den wir erreichen wollten".

Nur ein Sieg in neun Spielen

Nach einem guten Start mit vier Zählern aus den ersten beiden Partien unter Schnorrenberg hatte die Leistungskurve der Schleswig-Holsteiner immer deutlicher nach unten gezeigt. Von den folgenden sieben Partien verlor der VfB fünf.

Unter anderem gab es eine 2:7-Pleite bei der SG Dynamo Dresden sowie nun am Sonnabend das 0:3 beim Tabellenschlusslicht Freiburg II. Der Rückstand der Lübecker auf die Nichtabstiegsplätze beträgt neun Spieltage vor dem Saisonende bereits acht Punkte.

Schnorrenberg wünscht dem VfB "alles Gute"

Schnorrenberg betonte: "Ich hoffe, dass sich mit dieser Entscheidung die Situation beruhigt und sich die Mannschaft schon am Samstag wieder das benötigte Erfolgserlebnis erarbeiten kann." Dann empfängt der Tabellenvorletzte den Zweiten Jahn Regensburg.

"Die sechs Punkte aus neun Spielen und insbesondere die Auswärtsbilanz sind nicht der Anspruch, den ich hatte", sagte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer und fügte hinzu: "Dem VfB wünsche ich für die Zukunft alles Gute und insbesondere, dass der Verein es schafft, wirtschaftlich und infrastrukturell die nächsten Schritte zu machen, um sich als Profi-Standort zu etablieren."

Interimstrainer Reinhardt fordert mehr Intensität

Interimstrainer Reinhardt glaubt jedenfalls weiter an die Qualität der Mannschaft. "Wir müssen absolut am Limit arbeiten, um in der Dritten Liga eine Chance zu haben, um Punkte zu holen", sagte der 48-Jährige. "Um an dieses Limit zu kommen, müssen wir als Mannschaft noch enger zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen. Ich bin überzeugt, dass mehr in dieser Mannschaft steckt als wir zuletzt gesehen haben."

Der ehemalige HSV-Profi setzt auf viele persönliche Gerspräche, "um die Unsicherheit, die Verunsicherung, die einfach da ist, das fehlende Selbstvertrauen, einfach auszuräumen". Es gelte, zu alter Kompaktheit zurückzufinden und gleichzeitig offensiv gefährlicher zu werden. "Gerade im Bereich Intensität, wie wir die Spiele gestalten wollen, da müssen wir auf jeden Fall eine Schippe drauflegen. Da ist jeder gefragt, noch mehr an seine Grenze zu gehen", sagte Reinhardt.

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Schleswig-Holstein Magazin | 11.03.2024 | 19:30 Uhr