Teamcheck FC Augsburg Wie lange hält die "Unabsteigbarkeit"

Stand: 13.01.2023 10:35 Uhr

Vieles sollte beim FC Augsburg in dieser Saison anders werden. Und doch erinnert so manches an die vergangenen Spielzeiten. Die Augsburger stecken erneut im Abstiegskampf. Im Trainingslager macht sich Unruhe breit.

Von Marjorie Maurer

Es gab eine Phase in dieser Saison, da schien die Welt des FC Augsburg rosarot. Nach einigen - schon typischen - Wacklern zu Beginn der Spielzeit stabilisierte sich das Team von Neu-Trainer Enrico Maaßen, holte aus vier Spielen satte zehn Zähler und stürzte mit dem Sieg gegen den FC Bayern sogar den Rekordmeister in eine Krise.

Die Neuzugänge um Mergim Berisha und Elvis Rexhbecaj schlugen ein. Auch Torwart Rafal Gikiewicz, vor der Saison noch angezählt, lief zur Topform auf. Kurzzeitig sah es fast danach aus als würde der FCA eine Saison erleben, in der er mit dem Abstieg nur wenig zu tun hätte.

Zwei Punkte aus sieben Spielen

Kurzzeitig. Denn nach dem Hoch folgte das Tief. Der letzte Sieg der Augsburger liegt mittlerweile über zwei Monate zurück. Am 2. Oktober gewannen die Fuggerstädter zuletzt gegen Aufsteiger und Tabellenschlusslicht Schalke 04.

Seitdem holte die Maaßen-Elf aus sieben Bundesliga-Spielen nur zwei Zähler. Aktuell liegen die Augsburger auf Platz 14 mit nur einem Punkt Abstand auf einen Relegationsplatz, zwei hinter einem direkten Abstiegsplatz. 15 Punkte aus 15 Spielen - zu wenig.

Gikiewicz: "Jedes Jahr Abstiegskampf"

"Ich hatte vor der Saison wirklich die Hoffnung, dass wir eine neue Situation erleben und nicht jede Weihnachtspause ganz unten stehen", sagte Gikiewicz nach der letzten Niederlage gegen den VfL Bochum im BR Sport-Interview. "Fast jedes Jahr ist es fast die gleiche Situation. Jedes Jahr Abstiegskampf."

Fehlende Laufbereitschaft kann man den Augsburgern nicht attestieren. Sie pressen deutlich früher als noch in der vergangenen Saison, wirken im Spiel mit dem Ball aber oftmals überfordert.

Augsburg schlechteste Heimmannschaft der Liga

Das spiegelt sich auch in der Heimtabelle wieder. Der FCA ist zuhause die schlechteste Mannschaft der Liga, den einzigen Sieg holten sie gegen die Bayern. Selten waren die Augsburger spielbestimmend, fast nie dominierten sie die Partie.

Siege wie gegen Bremen und Bayern sind unter anderem auch auf den starken Auftritt von Gikiewicz zurückzuführen. Der Pole spielte in beiden Partien groß auf und hatte einen maßgeblichen Anteil an den knappen Siegen des FCA.

Maaßen: "Der Weg ist der richtige"

Die Lage bei den Augsburgern hat vor allem die 0:1-Niederlage im Kellerduell gegen den VfL Bochum verschärft. Denn mit einem Sieg im letzten Spiel vor der Winterpause hätte man die sogenannten "Big Points" einfahren können. "Wenn wir 18 Punkte vollgemacht hätten, dann hätten wir von einer guten Runde gesprochen", sagte Maaßen. "So müssen wir sagen, der Weg ist der richtige, trotzdem haben die Ergebnisse nicht immer gestimmt."

Unruhe im Trainingslager

Neben der heiklen Tabellensituation machte sich nun auch Unruhe im Trainingslager breit. Mittelfeldspieler Carlos Gruezo reiste nicht mit nach Spanien. Der Ecuadorianer soll mit einem Wechsel in die USA liebäugeln. Und auch um Florian Niederlechner reißen die Spekulationen nicht ab. Der Oberbayer wird im kommenden Sommer zu Hertha BSC wechseln - spätestens. Denn aktuell häufen sich die Gerüchte, dass der 32-Jährige auch bereits in diesem Winter den Verein in Richtung Hauptstadt verlassen könnte.

Positive Nachrichten gibt es von Felix Uduokhai und Kapitän Jeffrey Gouweleeuw, die nach Verletzungen wieder voll im Training angriffen. Niklas Dorsch, der die Hinrunde wegen eines Mittelfußbruchs verpasste, soll zeitnah vor einem Comeback stehen.

Verstärkung mit Talent Engels

Auch Verstärkung konnten die Schwaben bereits vermelden: Der belgische U19-Nationalspieler Arne Engels ist der erste Wintertransfer des FCA. Der Mittelfeldspieler gilt als "hochveranlagt" und "sehr ehrgeiziger Typ", wie Manager Stefan Reuter sagte.

Ehrgeiz brauchen die Augsburger. Denn problematisch könnte es werden, wenn sich die Schwaben auf ihre "Unabsteigbarkeit" verlassen. Seit zwölf Jahren sind sie mittlerweile in der Bundesliga. Seit dem verging kaum eine Saison in der der FCA mit dem Abstieg nur wenig zu tun hatte. Diese Spielzeit wird ebenfalls nicht dazu gehören.

Augsburg wird sich auch in der Rückrunde mit dem Abstiegskampf beschäftigen müssen. Doch noch sind 19 Spiele Zeit, um zählbares einzufahren. Sollte Dorsch schnell wieder angreifen können, dürfte seine Rückkehr als Sechser dem Spiel mehr Sicherheit geben. Im Frühjahr dürfte auch der langzeitverletzte André Hahn wieder einsatzbereit sein. Pünktlich zum Endspurt um den Klassenerhalt.

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