BR24 Sport Kann sich der FC Barcelona Lewandowski überhaupt leisten?

Stand: 09.06.2022 18:49 Uhr

Robert Lewandowski träumt vom FC Barcelona. Beim mit 1,35 Milliarden Euro verschuldeten Klub soll jetzt sogar manches Tafelsilber zu Geld gemacht werden, um sich den Münchner leisten zu können. Sonst können die Katalanen überhaupt niemand einkaufen.

Von BR24 Sport

Der FC Barcelona lässt scheinbar nichts aus, um die Spardosen für Spielereinkäufe wie Lewandowski weiter zu füllen. Vom 6. bis 11. Juni können Freizeitkicker das legendäre Stadion Camp Nou mieten - und nachher behaupten, sie hätten einmal in der sagenumwobenen Heimat der Katalanen gespielt. Für 300 Euro pro Teilnehmer darf der heilige Rasen betreten werden: 15 Minuten lang zum Aufwärmen, dann folgt ein Spiel mit zwei Halbzeiten über jeweils 30 Minuten. Ein anschließender Besuch im Vereinsmuseum ist ebenso inklusive wie Elektrolyt-Getränke, der Gang durch den Spielertunnel und ein Schiedsrichter. "Euer Traum kann Wirklichkeit werden", schrieb der Klub auf seiner Homepage.

Gehörige Finanzspritze in Aussicht gestellt

Jetzt verspricht Barcelonas Vereinschef Joan Laporta sogar einen Mega-Coup, der die finanziellen Sorgen der Katalanen beenden und Einkäufe ermöglichen soll. Die zwei entscheidenden Finanzspritzen sollen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins am 16. Juni genehmigt werden. In erster Linie handelt es sich dabei um den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung (49,9 Prozent) von "Barca Licensing and Merchandising" (BLM), was Einnahmen von fast 200 Millionen Euro einbringen soll. Auch ein zweites klubeigenes Unternehmen soll teilweise verkauft werden. Außerdem könnte eine Abtretung von bis zu 25 Prozent der Einnahmen aus den LaLiga-TV-Rechten weitere 540 Millionen Euro erzielen.

Einnahmen sollen drohende Auflagen verhindern

Denn eigentlich ist der finanzielle Spielraum des FC Barcelona gleich Null. Bis Ende Juni das laufende Geschäftsjahr endet, muss der FC Barcelona mindestens 650 Millionen Euro einnehmen, um wieder Spieler zu normalen Preisen einkaufen zu dürfen. Sonst gilt nämlich die sogenannte Eins-zu-vier-Regel: Für jeden Euro, den Barcelona zum Beispiel in neue Spieler oder Trainer steckt, müsste der Verein vier Euro einnehmen und drei davon in die Entschuldung stecken. Dazu kommen die von der spanischen Liga festgelegten Gehaltsobergrenzen.

Spanischer Ligachef bringen Barca-Chef auf die Palme

Dazu passt eine Aussage des Chefs der spanischen Liga, Javier Tebas: "Stand heute" könne Barça den Weltfußballer wegen der finanziellen Vorgaben gar nicht unter Vertrag nehmen. Er empfahl Barcelona sogar, sich beim Finanzmanagement den Erzrivalen Real Madrid als Vorbild zu nehmen.

Dementsprechend trotzig fiel der Kommentar der Barcelona-Präsidenten aus: "Ich möchte Sie bitten, sich nicht dazu zu äußern, ob wir einen bestimmten Spieler verpflichten können oder nicht, da dies eindeutig den Interessen des FC Barcelona schadet", ätzte Laporta.

Der muss jetzt beweisen, dass sich die Kassen der Katalanen tatsächlich wieder auffüllen lassen. Sonst bleibt's beim Traum von Lewandowski.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Quelle: BR24 Sport 09.06.2022 - 12:54 Uhr