Nordische Kombiniererin beim Skispringen

Umfangreiche Reformen Der Skiverband will die Nordische Kombination neu erfinden

Stand: 21.09.2022 15:55 Uhr

Die Nordische Kombination soll ein Fixpunkt bei Olympia bleiben. Auch die Frauen sollen spätestens 2030 bei Winterspielen starten können. Der Weltskiverband FIS will die Sportart deshalb attraktiver machen und plant umfangreiche Reformen.

Es sei ein Schock gewesen, als das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Mai 2022 abgelehnt hat, die Nordische Kombination der Frauen ins Programm der Winterspiele 2026 aufzunehmen. Ein Schock, der den Weltskiverband FIS allerdings zum Nachdenken gebracht hat - und nun soll die Königsdisziplin des nordischen Skisports tatsächlich modernisiert werden.

Frauen sollen 2030 bei Olympia dabei sein

Lasse Ottesen, FIS-Renndirektor für die Nordische Kombination, sprach beim "Forum Nordicum" in Kranjska Gora über den "Schock" und die möglichen Neuerungen. Einer der zentralen Punkte: Die "NoKo" der Frauen soll nun 2030 olympisch werden. Aber die Sportart soll insgesamt attraktiver werden, auch um dem IOC Reformbereitschaft zu signalisieren.

Bei den Spielen 2026 hat das IOC beispielsweise angeregt, die Starterzahl von 55 auf 36 zu reduzieren. Anstelle eines Mannschaftswettbewerbs soll es einen Team-Sprint geben. Bei einer möglichen Olympia-Aufnahme der Frauen soll es 2030 Medaillenentscheidungen für beide Geschlechter sowie einen Mixed-Team-Wettkampf geben.

FIS erstellt Konzept für die Nordische Kombination

Derzeit wird innerhalb der FIS ein Konzept erstellt, wie die Sportart ab der Saison 2023/24 im Weltcup ausschauen könnte. Im Gespräch sind ein "Super-Sprint" genauso wie Massenstartrennen und Mixed-Teamevents. Neue Startzeiten sollen die Attraktivität erhöhen.

Gleiches Skiwachs, Regeln für Anzüge

Ebenfalls neu: Alle Starterinnen und Starter sollen das gleiche Skiwachs benutzen, daneben soll es Reglementierungen bei den Sprung- und Laufanzügen geben. Das Ziel: Mehr Chancengleichheit, vor allem auch für die schwächeren Nationen.

Dazu passt, dass die FIS auch Entwicklungsprogramme initiieren will. Die "großen" Nationen Deutschland, Norwegen, Österreich und Japan sollen anderen Teilnehmerländern helfen, mit ihnen trainieren und Erfolgstipps weitergeben. "Dazu ist aber die Bereitschaft der Nationen erforderlich", räumte Ottesen ein.

Quelle: BR24 Sport 21.09.2022 - 15:55 Uhr