Primoz Roglic beim Grand Prix de Denain Porte du Hainaut im März 2022

Tour de France 2022 Berge, Wind, Kopfsteinpflaster - bei der Tour ist alles dabei

Stand: 22.06.2022 19:25 Uhr

Der Kurs der Tour de France 2022 bietet von Kopenhagen bis Paris viele Highlights. Die Fahrer bekommen es mit dem Seewind zu tun, holpern über Kopfsteinpflaster und müssen in den Alpen und Pyrenäen legendäre Pässe bezwingen. Wer gewinnen will, muss absolute Allrounder-Fähigkeiten besitzen.

Von Olaf Jansen

Kopenhagen gilt als fahrradfreundlichste Stadt der Welt. Da wurde es schon lange einmal Zeit, dass die größte Rundfahrt der Welt einmal Station in der dänischen Hauptstadt machen würde. Eigentlich sollte es schon 2021 soweit sein, doch wegen Corona drohte eine Terminkollision. Denn Kopenhagen war auch Spielort der um ein Jahr verschobenen Fußball-EM. Der Tour-Tross kommt daher ein Jahr später als geplant und wird zu Beginn der Rundfahrt drei Tage in Dänemark verbringen. Es wird kein leichter Einstieg für die Fahrer, denn ein kurzes Einzelzeitfahren und der zu erwartende Seewind verlangen vom Start weg höchste Konzentration.

Kopfsteinpflaster erste Herausforderung

Langsames Einrollen ist also nicht möglich bei der Tour de France 2022 - Zeit zum Durchatmen aber auch kaum. Denn nach Dänemark und einem frühen Ruhetag, der zum Transfer nach Nordfrankreich genutzt wird, geht es früh ordentlich zur Sache. Schon auf der 5. Etappe haben die Organisatoren einen ganz schweren Streckenabschnitt mit Kopfsteinpflasterpassagen eingebaut, der den Favoriten Kopfschmerzen bereiten wird.

Charakteristik der Etappen
6 Bergetappen
5 Bergankünfte
7 Hügelige Etappen
6 Flachetappen
2 Einzelzeitfahren
19 km Kopfsteinpflaster (5. Etappe)

Während es für die Sprinter - anders als bei früheren Ausgaben - während der gesamten Rundfahrt nicht allzu viele Präsentationsmöglichkeiten geben wird, müssen die Anwärter auf den Gesamtsieg Allrounder-Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Früh warten die Alpen

Ist nach Arenberg eine große Herausforderung geschafft, wartet auf dem siebten Tagesabschnitt mit der Kletterei nach La Planche des Belles Filles bereits früh eine echte Bergetappe auf die Profis. Seit 2012 taucht dieser Anstieg immer wieder im Rundfahrt-Kurs auf - jedes Mal hatte er große Bedeutung für den Ausgang des Rennens.

Nach dem zweiten Ruhetag geht es dann bereits am 10. Renntag in die Alpen. Dort wartet am 13. Juli mit dem Col du Granon ein gefürchteter Berg auf die Fahrer, der nach einem hammerharten Tag mit Col du Télégraphe und Col du Galibier für ein spektakuläres Finale sorgen wird.

Kaum lange Etappen

Wie häufig in den vergangenen Jahren sind die einzelnen Etappen nicht allzu lang - dafür wird die Belastung früh hochgetrieben. Das wird vor allem ein Faktor für die schnellen Leute im Peloton, die auf einigen Tagesabschnitten höllisch aufpassen müssen, nicht aus dem Zeitlimit zu fliegen.

Von Kopenhagen nach Paris - die Strecke der Tour 2022

Das gilt auch für den 14. Juli, wenn am französischen Nationalfeiertag der Anstieg nach Alpe d‘Huez auf dem Programm steht. Nur gut 160 Kilometer beträgt die Gesamtlänge des Kurses an diesem Tag, dabei muss bereits nach gut 30 Kilometern erneut der Galibier bezwungen werden, ehe die Kletterei unermüdlich weitergeht.

Zeitfahren könnte Entscheidung bringen

Die Entscheidung über den Gesamtsieg wird dann in der letzten Woche fallen, wenn es zunächst für drei Tage in die Pyrenäen geht, ehe am vorletzten Tag ein rund 40 Kilometer langes Einzelzeitfahren den endgültigen Gesamtsieger küren wird.

Unvergessen ist die Ausgabe von 2020, als Primoz Roglic seinen scheinbar komfortablen Vorsprung beim abschließenden Kampf gegen die Uhr doch noch gegen Landsmann Tadej Pogacar verspielte und mit Rang zwei vorliebnehmen musste.

Ein ähnliches Szenario ist auch diesmal vorstellbar. Ganz sicher ist, dass der Kurs 2022 vom ersten bis zum letzten Tag Spannung für alle Beteiligten verspricht.