Daniel Deußer nach seinem Triumph in Aachen 2021

Top-Pferdesport beim CHIO Deußer mit Prämien-Chance, Werth fordert heraus

Stand: 23.06.2022 13:44 Uhr

Beim hochklassig besetzten CHIO in Aachen hat Daniel Deußer die Chance auf einen dicken Grand-Slam-Bonus. Isabel Werth startet als Herausforderin.

Von Volker Schulte

Wenn Aachen ruft, kommen die Besten. Dieser Grundsatz hat in diesem Jahr wieder seine Gültigkeit - nach einem "komischen CHIO 2021", wie es Turnierdirektor Frank Kemperman formulierte. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Pferdesport-Turnier damals zur ungewohnten Zeit im September stattgefunden, umgeben von wichtigen anderen Wettbewerben wie den Europameisterschaften. Deshalb sagten viele Top-Reiterinnen und -Reiter ab oder schonten ihre besten Pferde.

Aber die Veranstalter wollten nach dem Ausfall 2020 zeigen: Der Pferdesport ist noch da, trotz Pandemie. "Lieber ein komischer CHIO, als gar keiner", sagte Kemperman.

Springreit-Favoriten: Fuchs, Maher, Deußer

Im Sommer 2022 ist die Pandemie zwar immer noch nicht vorbei, aber der CHIO muss keine Zuschauerbeschränkungen mehr einhalten und ist zurück auf seinem angestammten Termin. Über die Turniertage zwischen dem 24. Juni und dem 3. Juli verteilt hofft der ausrichtende Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) wieder auf 350.000 Zuschauer auf der Anlage in der Soers - und eben auf die Créme de la Créme des internationalen Pferdesports.

Beispiel Springreiten: Der Weltranglisten-Erste Martin Fuchs aus der Schweiz und der britische Olympiasieger Ben Maher stehen oben auf der Favoritenliste - neben Daniel Deußer. Der deutsche Top-Reiter startet erneut auf Killer Queen, mit der er sich bei CHIO 2021 einen großen Traum erfüllt hatte: den Sieg beim Großen Preis von Aachen. "Sie fühlt sich auf dem großen Platz sehr wohl, warum nicht auch wieder in diesem Jahr?", sagte Deußer.

CHIO - Deußer gewinnt Großen Preis von Aachen

Sportschau, 19.09.2021 18:30 Uhr

Deußer: Anrufe von "echten Legenden"

Wie hoch der Stellenwert dieses Triumphes war, sei ihm in den Tagen nach dem Turnier erst richtig bewusst geworden, sagte Deußer in einem Interview mit der Deutschen Welle. "Denn ich habe immer wieder Anrufe von echten Legenden des Reitsports bekommen, die den Großen Preis von Aachen vor 20, 30 oder 40 Jahren auch schon gewonnen haben. Nelson Pessoa, Franke Sloothaak, Thomas Frühmann oder Hugo Simon - solche Namen hatte ich hinterher am Telefon, und sie haben mir gratuliert."

Neben dem Status des Titelverteidigers hat Deußer außerdem den Sieg im niederländischen s'Hertogenbosch auf Tobago Z im Gepäck. Der Große Preis dort gehört zum Grand Slam der Springreiter - neben den Turnieren in Genf, im kanadischen Spruce Meadows und eben in Aachen.

Grand-Slam-Prämie von 500.000 Euro winkt

Zusätzlich zum Preisgeld erhielt Deußer in s'Hertogenbosch einen Grand-Slam-Bonus von 250.000 Euro, weil er 2021 auch in Aachen gewonnen hatte. Triumphiert er jetzt erneut in der Soers, wäre dies sein zweiter Grand-Slam-Sieg in Folge, was 500.000 Euro bringt. Für einen dritten Sieg in Folge gäbe es eine Million Euro, für den vierten Sieg eine weitere Million - wohlgemerkt immer zusätzlich zum Preisgeld, das in Aachen seit der jüngsten Erhöhung bei 330.000 Euro für den Sieger liegt.

Aus Deutschland stehen außerdem Christian Ahlmann mit seinem Top-Pferd Dominator, Europameister André Thieme mit Chakaria und der dreimalige Weltcupsieger Marcus Ehning mit Stargold auf der Teilnehmerliste.

Dressur: Werth fordert Dufour heraus

In der Dressur übernimmt Rekordsiegerin Isabell Werth die Rolle der Herausforderin. Als Favoritin auf den Einzelsieg in der Grand-Prix-Kür am Sonntag sehe sie die Dänin Cathrine Dufour. "Das ist ein Starterfeld wie selten, es wird extrem schwer", sagte Werth.

Die deutsche Dressurreiterin Isabell Werth auf dem Pferd Bella Rose freut sich nach ihrem Ritt im Großen Dressurpreis

Allerdings fehlt Jessica von Bredow-Werndl wegen ihrer Schwangerschaft, und Dorothee Schneider schont ihr Spitzenpferd Showtime für die WM im August im dänischen Herning. Sie startet in Aachen mit Faustus in der sogenannten Kleinen Tour.

Ingrid Klimke: Dressur und Vielseitigkeit

Beim Nationenpreis werden neben Werth (mit Quantaz) Benjamin Werndl (Famoso) und Frederic Wandres (Duke of Britain) für Deutschland starten - und auch Multitalent Ingrid Klimke (Franziskus). Die 54-Jährige mischt zudem auch im Vielseitigkeits-Team mit. "Eine Reiterin in zwei Disziplinen im Team - das gab's noch nie", sagte Kemperman.

Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke bei der Geländeprüfung.

Auch Vielseitigkeits-Olympiasiegerin Julia Krajewski hat sich für den CHIO angemeldet, kommt mit ihrem Goldpferd Amande de B'Neville. Ebenfalls dabei sind der dreimalige Olympiasieger Michael Jung (Chipmunk) und Sandra Auffarth (Viamant du Matz).