Jake Chelios (l.) im Zweikampf

Olympia | Eishockey Warum Chinas Eishockey-Team mit 16 Nordamerikanern in Peking antritt

Stand: 30.01.2022 12:37 Uhr

Sportlich werden der chinesischen Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen wenig Chancen eingeräumt. Um einer Blamage vorzubeugen, wurde der Kader mit mehr als einem Dutzend nordamerikanischer Profis verstärkt. Sie alle spielen für den gleichen Klub.

Die Olympischen Winterspiele in Peking sind für Gastgeber China ein Prestigeprojekt. Sportlich ist das Reich der Mitte wahrlich keine Wintersportnation. Deshalb soll ausländische Expertise nicht nur im Trainerbereich Abhilfe schaffen. Auch Sportler werden für das Mega-Event im Februar aus anderen Ländern herangezogen, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden.

China in einer Gruppe mit Deutschland, Kanada und den USA

So geht der 25-köpfige Eishockey-Kader der Gastgebernation mit 16 Nordamerikanern an den Start. Hintergrund: Sportlich ist China als 32. der Weltrangliste nahezu chancenlos, zweistellige Niederlagen wurden vorab befürchtet. Erst im November hatte der Eishockey-Weltverband IIHF entschieden, dass China beim Männerturnier in Peking tatsächlich antreten darf und dort in der Gruppe A neben dem Olympia-Zweiten aus Deutschland auch auf die Schwergewichte Kanada und USA trifft.

Sohn der NHL-Legende Chris Chelios dabei

Bei den Spielen gegen Kanada und die USA wird es entsprechend ein Aufeinandertreffen nordamerikanischer Landsleute geben. 13 Spieler aus dem chinesischen Kader sind in Kanada geboren, drei in den USA - darunter Jake Chelios, der den prominentesten Namen trägt. Der 30-Jährige ist der Sohn der NHL-Legende Chris Chelios, der 26 Jahre lang in der besten Eishockeyliga der Welt spielte.

Chelios junior, der es immerhin auf fünf Spiele für die Detroit Red Wings brachte, steht seit 2019 beim chinesischen KHL-Klub Kunlun Red Star unter Vertrag und erfüllt damit die Voraussetzungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), um für China zu starten.

Dabei ist Chelios bei weitem nicht der einzige Akteur der Kunlun Red Stars. Der komplette Olympiakader des chinesischen Eishockey-Teams setzt sich aus Spielern des Pekinger Klubs zusammen, der am Spielbetrieb der russischen KHL teilnimmt. In Denis Ossipow steht zudem ein gebürtiger Russe im Aufgebot.

NHL-Profis fehlen

Zweifellos steigen die Chancen der chinesischen Mannschaft durch die eingebürgerten Spieler. Erst recht durch das Fehlen der US-amerikanischen NHL-Profis, die den Spielen wegen des Risikos der Corona-Pandemie fernbleiben. Das betrifft auch die deutschen Nationalspieler Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Tim Stützle (Ottawa Senators).

Start der Vorrunde in Peking am 10. Februar

Beim Turnier in Peking qualifizieren sich die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite direkt für das Viertelfinale. Die weiteren Viertelfinal-Teilnehmer werden zwischen den übrigen Mannschaften in einer Qualifikation ermittelt. Die Vorrunde startet am 10. Februar. China ist zwei Tage später Gegner der deutschen Nationalmannschaft. Das Finale ist am 20. Februar angesetzt.