Olympia | Biathlon "Es schmerzt": Deutsche Biathlon-Männer mit schlechtester Bilanz seit 2010

Stand: 18.02.2022 13:39 Uhr

Für die deutschen Biathleten enden erstmals seit 2010 Olympische Winterspiele ohne Medaille. Im abschließenden Massenstart über 15 Kilometer waren die DSV-Starter weit weg von der Spitze.

Auch im Massenstart der Männer über 15 Kilometer gingen die deutschen Starter am Freitag (18.02.2022) leer aus. Damit enden die Olympischen Winterspiele in Peking mit einem historisch schlechten Abschneiden: Letztmals waren die deutschen Biathleten 2010 in Vancouver ohne Medaille geblieben.

Der Wind bläst deutsche Medaillenhoffnungen davon

Dabei lief es bis zur Rennhälfte für Benedikt Doll und Philipp Nawrath gut. Die DSV-Starter mischten in der Spitze mit, sie schienen die enttäuschende Nullnummer für die deutschen Biathleten doch noch abwenden zu können. Doch dann blies der starke Wind am Schießstand auch die letzten Medaillenhoffnungen davon.

"Klar schmerzt es, aber es hilft nichts", sagte Nawrath nach dem Rennen: "Wir müssen weiterarbeiten und schauen, dass wir in Zukunft wieder weiter vorne angreifen können."

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Bis vor dem dritten Schießen hatten er und Doll noch fehlerlos auf den Plätzen zwei und drei gelegen, doch dann zog der böige Wind wieder auf. Doll leistete sich bei äußerst schwierigen Windverhältnissen insgesamt sechs Strafrunden und war als Achter bester Deutscher.

Riesiger Rückstand auf Bö

Der Rückstand auf den Norweger Johannes Thingnes Bö (4 Strafrunden), der seine vierte Goldmedaille im sechsten Rennen gewann und mit dem 15. norwegischen Olympiasieg bei diesen Winterspielen für einen Rekord sorgte, betrug 2:31,4 Minuten.

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"Mir sind die Finger zwischendurch abgefroren. Ich habe es probiert, es ging nicht auf. Für eine Medaille hat es so halt nicht gereicht", bilanzierte Doll im ZDF.

Doll: "So ist das im Sport"

Rückblickend sagte er zur Nullnummer in Peking: "Dass wir in der Staffel keine Medaille geholt haben, tut schon ziemlich weh. Es waren Kleinigkeiten, die die Medaillen verhindert haben. Es ist nicht so, dass wir meilenweit weg waren."

Mit seiner eigenen Leistung war Doll bei den Winterspielen nicht zufrieden. "Es klappt entweder, oder es klappt nicht, jetzt hat es bei diesen Olympischen Spielen nicht geklappt. Eine Enttäuschung ist schon dabei, aber ich komme darüber hinweg", sagte er. Gleichzeitig relativierte Doll das deutsche Abschneiden: "Meine Güte, vor vier Jahren hat es geklappt. Hier hat es nicht funktioniert. So ist das im Sport."

Kirchner: "Quäntchen Glück hat gefehlt"

Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner befand indes, dass alles passen müsse, um auf dem Podest zu landen. Und das habe es in Peking nicht. "Das Quäntchen Glück hat gefehlt", bilanzierte er: "Nicht nur heute, sondern in vielen Rennen in Peking. Deshalb war uns eine Medaille hier nicht vergönnt."

Biathletinnen holen zwei Medaillen

Damit kann aus Sicht des Deutschen Ski-Verbandes nach den Spielen von Peking ein zweigeteiltes Fazit gezogen werden. Die Frauen holten mit dem Sieg von Denise Herrmann über 15 Kilometer und dem dritten Platz in der Staffel zwei Medaillen.

Eine zufriedenstellende Bilanz - auch wenn Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer leicht haderte. "Wir hatten uns drei Medaillen vorgestellt", sagte er im ZDF: "Natürlich wissen wir, dass wir in den kommenden Jahren noch ein paar Baustellen haben. Aber das werden wir in Ruhe analysieren und dann greifen wir wieder an."

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Die größeren Baustellen gibt es jedoch defintiv bei den Männern. Sie blieben hinter den Erwartungen zurück. Und so lautet die Erkenntnis nach den Olympischen Winterspielen, dass zur absoluten Weltspitze momentan einiges fehlt.