Daniela Ryf aus der Schweiz während des Ironman Hawaii 2018

Ironman auf Hawaii Novum-Ausgabe mit bewegenden Geschichten

Stand: 04.10.2022 14:49 Uhr

Hochbetrieb auf Hawaii: Beim Ironman starten fast doppelt so viele Triathletinnen und Triathleten wie sonst. Ein Blick auf Favoriten und Lebensläufe.

Erstmals in der WM-Geschichte wird es zwei Ironman-Rennen geben. Am Donnerstag (6.10.2022) starten die Profi-Frauen mit deutschen Podest- und Titelchancen, am Samstag (8.10.2022) folgen die Profi-Männer. Dass es kein gemeinsames Rennen mehr gibt, liegt an der Corona-Pandemie. Wegen ihr musste die WM auf Hawaii zuletzt zweimal abgesagt werden.

Der Titel aus 2021 wurde zwar bei einer Nachhol-Veranstaltung im Mai dieses Jahres in St. George im US-Bundesstaat Utah vergeben. Allerdings hoben sich viele Altersklassenstarter, die das Gros der Teilnehmer auch auf Hawaii immer ausmachen, ihre bei einem anderen Ironman schwer erkämpften Hawaii-Startplätze auf. Die Folge: Statt der sonst eher üblichen 2.500 Frauen und Männer können diesmal mehr als 5.000 antreten.

Der zweimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange kritisiert das neue Format "Ich habe lange überlegt, wie ich dazu stehe, aber ich habe immer mehr negative Faktoren für die Verdopplung gefunden", sagte Lange in einem Interview der FAZ: "Wenn man sich anschaut, wie sich die Preise hier in Kona entwickelt haben, wenn man sich anschaut, was hier schon eine Woche vor dem Start für ein unfassbarer Verkehr ist, kann es einfach nicht gut sein, dieses Event an zwei Tagen abzuhalten", sagte Lange.

Ironman-WM in Utah - die lange Zusammenfassung

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Die Chancen auf einen weiteren deutschen Sieg

Bei der jüngsten Hawaii-Ausgabe 2019 holten Anne Haug und Jan Frodeno einen deutschen Doppelsieg. Für Haug (39) war es der erste WM-Triumph, sie krönte sich zudem als erste deutsche Frau zur Siegerin.

"Keine Ausreden" - Haug mit dem Titel im Blick

Sportschau

Frodeno (41) siegte zum dritten Mal und setzte die 2014 durch Sebastian Kienle begonnene Serie deutscher Hawaii-Erfolge fort. Kienle wird auch wieder dabei sein im Gegensatz zu Frodeno, der seinen Start verletzungsbedingt hatte absagen müssen. Kienle (38) schätzt seine Siegchancen aber nur auf fünf Prozent ein.

Debütant als Favorit

Patrick Lange (36) ist der dritte Champion der schwarz-rot-goldenen Ära. Bei einem Radsturz im Februar verletzte er sich die Schulter, musste für die Nachhol-WM in St. George absagen. Eine Corona-Infektion raubte ihm im Juli viel Trainingszeit.

Alle, auch die weiteren deutschen Teilnehmer werden sich vor allem mit einem messen müssen: Utah-Sieger, Olympiasieger, Kurzstrecken-Weltmeister und Super-Dominator Kristian Blummenfelt (28). Für den Norweger wird es allerdings das Hawaii-Debüt.  

Viel Konkurrenz für Anne Haug

Bei den Frauen zählt neben Haug vor allem auch Laura Philipp (35) zum Favoritinnenkreis. Sie ist die schnellste Frau über die Ironman-Distanz und auch über die halbe Strecke. Und sie will sich dafür entschädigen, dass sie die WM im Mai wegen einer Corona-Infektion verpasste.

Doch wie bei den Männern ist auch bei den Frauen die Konkurrenz enorm. Zum Favoritinnenkreis gehören unter anderem die Schweizerin Daniela Ryf (35), Siegerin von Utah und insgesamt fünfmalige Ironman-Weltmeisterin, und die Britin Lucy Charles-Barclay (29), verletzt im Mai und dreimalige Vizeweltmeisterin von Hawaii. 

Spannende Lebensgeschichten im Feld

Die Bandbreite im Feld ist enorm, angefangen beim Alter. Die Kanadierin Rachel Welsford ist mit 19 Jahren die Jüngste, Warren Hill mit 82 Jahren der Älteste. Einer der Längsten dürfte der mehr als zwei Meter große ehemalige belgische Basketball-Profi Sebastien Bellin sein, der 2016 bei den Anschlägen in Brüssel schwere Beinverletzungen erlitten hatte.

Dabei sind auch der ehemalige Super-Bowl-Gewinner und NFL-Profi Dallas Clark und erneut der "Tagesschau"-Sprecher Thorsten Schröder nach erfolgreicher Qualifikation bei der EM in Frankfurt/Main in diesem Jahr.

Oder Chris Nikic, der als erster Triathlet mit Down-Syndrom einen Ironman beendete und nun seine Hawaii-Premiere schaffen will. Sein Motto: Jeden Tag ein Prozent besser werden. Oder auch der Brite Sam Holness, 29 Jahre alt und Autist, Spitzname "Super Sam".

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