Basketballverband sauer - PotAS-Bewertung "Blödsinn"

Ein Spieler springt hoch zum Wurf an den Korb

Verteilung von Fördermitteln

Basketballverband sauer - PotAS-Bewertung "Blödsinn"

Der Deutsche Turner-Bund will die schlechte Bewertung in der sogenannten Potenzialanalyse Sport für die künftige Vergabe von Fördermitteln des Bundes detailliert aufarbeiten. Basketball-Präsident Weiss kritisiert die Ergebnisse scharf. Die beiden Verbände hatten in der Analyse den 23. (DTB) und 26. und damit letzten Platz (DBB) belegt. Die sogenannte Potenzialanalyse dient als Grundlage für die Vergabe der Sportfördermittel des Bundes.

Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes, hat die Ergebnisse der sogenannten Potenzialanalyse (PotAS) des deutschen Spitzensports kritisiert. "Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses wissenschaftliche System den Mannschaftssportarten nicht gerecht wird", sagte Weiss am Montag (20.09.2021) der Deutschen Presse-Agentur. In den Teamsportarten würden andere Themen und Attribute greifen, als in der Analyse abgefragt worden seien, sagte Weiss, der auch Sprecher der Spitzenverbände im deutschen Sport ist. Als Beispiel nannte er Nominierungskriterien.

Der Deutsche Basketball Bund hatte bei der Analyse, deren Ergebnisse am Montag in Berlin vorgestellt wurden, am schlechtesten von allen Sportverbänden abgeschnitten. Dabei hatten die Basketballer bei Olympia in Tokio noch das Viertelfinale erreicht. "Damit haben wir unsere Zielvereinbarung übererfüllt", sagte Weiss.

Weiss zeigte sich trotz des schlechten Abschneidens bei der Analyse zuversichtlich, dass der DBB keine großen finanziellen Einschnitte zu befürchten hat. "Ich bin mir sicher, dass die Mitarbeiter des BMI und beim DOSB erkennen werden, dass es beim Basketball anders läuft als in dieser Analyse dargestellt."

DTB will Ergebnisse intensiv aufarbeiten

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) will die schlechte PotAS-Bewertung für die künftige Vergabe von Fördermitteln des Bundes detailliert aufarbeiten.

"Wir werden die Ergebnisse intensiv disziplinspezifisch analysieren und in Abstimmung mit dem DOSB und dem BMI daran arbeiten, die Rahmenbedingungen zu verbessern", sagte der neue Sportdirektor Thomas Gutekunst am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Ergebnisse für DTB nicht überraschend

Der DTB liegt in der Expertenbewertung durch Bundesinnenministerium (BMI) und Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nur auf Rang 23 unter 26 olympischen Sommersportarten. Die PotAS-Ergebnisse seien natürlich überhaupt nicht zufriedenstellend, sie kämen nach dem Zwischenbericht und den nun einfließenden Erfolgswerten jedoch nicht überraschend, meinte der Sportdirektor.

"Schließlich wurde neben dem erfolgreichen Abschneiden der Gerätturnerinnen und - turner in Tokio gleichzeitig sowohl im Trampolinturnen als auch in der Rhythmischen Sportgymnastik die Olympia-Qualifikation verpasst, was negativ in die Bewertung eingeflossen ist", erklärte Gutekunst.

PotAS bestimmt Gesamtwert aus Bilanz, Talenten und Verbandsstruktur

In die Analyse fließen die sportlichen Bilanzen bei wichtigen Wettbewerben einschließlich Olympia, der Blick auf die Kaderathleten und Talente sowie die Bewertung der Strukturen der jeweiligen Verbände ein. Daraus ermittelt das Fachgremium einen Gesamtwert für jeden Spitzenverband und für jede Disziplin.

Studium und Spitzensport - schwer zu vereinbaren sport inside 19.09.2021 09:48 Min. Verfügbar bis 20.09.2022 WDR Von Jannik Schlüter

dpa | Stand: 20.09.2021, 14:29

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