Der kenianische Marathonläufer Lawrence Cherono beim Zieleinlauf in Valencia im Dezember 2021.

Dopingverdacht Läufer Cherono und Ross von WM ausgeschlossen

Stand: 16.07.2022 18:29 Uhr

Wegen Dopingverdachts sind der kenianische Marathonläufer Lawrence Cherono und der 400-m-Läufer Randolph Ross aus den USA von der Leichtathletik-WM in Eugene ausgeschlossen worden. Das teilte der Weltverband mit.

Die unabhängige Integritätskommission (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics (WA) suspendierte den kenianischen Marathonläufer Lawrence Cherono sowie den amerikanischen 400-m-Läufer Randolph Ross am Samstag (16.07.2022) vorläufig.

"Eine von Cherono am 23. Mai entnommene Probe wurde positiv auf Trimetazidin getestet, eine Substanz, die nach der WADA-Verbotsliste als Stoffwechselmodulator verboten ist", teilte die AIU in einer schriftlichen Erklärung mit. Das leistungssteigernde Mittel steht seit 2014 auf der Verbotsliste. Der 33-Jährige, der 2019 unter anderem den legendären Boston-Marathon gewann, stand in der Startliste für den WM-Marathon am Sonntag (17.07.2022).

Die AIU fügte hinzu, dass Ross wegen seines Verhaltens während der Untersuchung eines möglichen Verstoßes gegen die Meldepflicht suspendiert wurde. Ross gehörte zur 4x400-Meter-Staffel der USA, die bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Jahr Gold gewann. Er wollte am Sonntag im 400-m-Vorlauf starten.

800-m-Läufer Amos ebenfalls gesperrt

Am vergangenen Dienstag (12.07.2022) war Nijel Amos aus Botswana nach AIU-Angaben ebenfalls vorläufig für die Weltmeisterschaften gesperrt worden, nachdem der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2012 über 800 Meter positiv auf ein verbotenes Stoffwechselprodukt getestet wurde.

Amos wurde über das Ergebnis informiert, als er sich bereits in Eugene aufhielt, wo er eigentlich am kommenden Mittwoch (20.07.2022) über 800 m an den Start gehen wollte. Das im Körper des 28-Jährigen gefundene Medikament GW1516 "verändert die Art und Weise, wie der Körper Fett verstoffwechselt", hieß es. Die Welt-Anti-Doping-Agentur erklärte, dass es ein Gesundheitsrisiko für Sportler darstellt, so die AIU in einer Mitteilung.

Amos konnte nicht sofort für einen Kommentar erreicht werden. Seine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in London war die erste olympische Medaille für Botswana. Bei den Spielen in Tokio im vergangenen Jahr gewann die afrikanische Nation Bronze mit der 4x400-m-Staffel.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Sportschau | 15.07.2022 | 20:20 Uhr