Titelverteidigerin Chepngetich gibt auf Gebreslase macht Marathon-WM-Glück für Äthiopien perfekt

Stand: 18.07.2022 18:08 Uhr

Die Marathon-Distanz war bei der Leichtathletik-WM in Eugene fest in der Hand der Läufer-Nation Äthiopien: Gotytom Gebreslase gewann am Montag (18.07.2022) das Rennen bei den Frauen, nachdem tags zuvor ihr Landsmann Tamirat Tola triumphiert hatte.

Die vorentscheidende Szene ereignete sich bei etwa Kilometer 20: Titelverteidigerin Ruth Chepngetich aus Kenia, die mit der besten Meldezeit angereist war und viel Führungsarbeit verrichtet hatte, gab das von Beginn an sehr schnelle Rennen überraschend vorzeitig auf. Sie litt unter Magenproblemen.

Die Topfavoritin machte mit ihrem Ausstieg den Weg frei für ihre Nachfolgerin auf dem WM-Thron - die allerdings kommt nicht aus der eigenen Nation, sondern aus dem Läufer-Konkurrenzland Äthiopien.

Korir macht viel Führungsarbeit, gewinnt aber nur Silber

Auf den letzten rund elf Kilometern lieferte sich Gotytom Gebreslase, die im vergangenen Jahr den Marathon in Berlin gewonnen hatte, ein packendes Duell mit Judith Jeptum Korir. Einem Angriff etwas weniger als zwei Kilometer vor dem Ende konnte die Kenianerin aber nicht mehr folgen. In WM-Rekordzeit von 2:18:11 Stunden lief die 27 Jahre alte Äthiopierin als Erste ins Ziel, nachdem Korir (2:18:20) zuvor lange Zeit die Führungsarbeit geleistet hatte - und damit zwischenzeitlich sichtbar unzufrieden gewesen war.

Die beiden Marathonläuferinnen Judith Korir (r.) aus Kenia und Gotytom Gebreslase aus Äthiopien im Zweikampf.

Judith Jeptum Korir (r.) holte am Ende Silber.

Platz drei ging an die gebürtige Kenianerin Lonah Salpeter, die für Israel startet und mit ihrer Zeit von 2:20,18 Stunden ebenfalls noch unter der alten WM-Bestmarke von 2:20,57 Stunden blieb, den die Britin Paula Radcliffe 2005 in Helsinki aufgestellt hatte.

Erst der zweite WM-Doppelerfolg im Marathon

Gebreslases Landsmann Tamirat Tola hatte am Montag die 42,195 Kilometer ebenfalls in WM-Rekordzeit (2:05:36) gewonnen. Nur einmal zuvor waren Athleten aus derselben Nation beim WM-Marathon der Frauen und Männer erfolgreich gewesen: Die Kenianer Luke Kibet und Catherine Ndereba schafften das in Osaka 2007. 

Keine deutsche Läuferin am Start

41 Läuferinnen waren um 6.15 Uhr Ortszeit bei kühlen elf Grad Celsius auf den 14-Kilometer-Rundkurs gegangen. Nicht dabei war die kenianische Olympiasiegerin Peres Jepchirchir, die wegen Hüftbeschwerden absagen musste. Deutsche Läuferinnen waren nicht vertreten.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Sportschau | 15.07.2022 | 20:20 Uhr