Polizei kritisiert Busfahrt von Italiens EM-Helden durch Rom

Italiens Fußballer vor dem Treffen mit Präsident Mattarella

Nach EURO-Titel

Polizei kritisiert Busfahrt von Italiens EM-Helden durch Rom

Die römische Polizei hat die Fahrt der italienischen EM-Helden am Montagnachmittag (12.07.2021) im offenen Bus durch Rom stark kritisiert.

Der Polizeichef von Rom, Matteo Piantedosi, verkündete, dass die Behörden dem Fußballverband FIGC die Genehmigung für die Busfahrt nicht gegeben haben. Offenbar hatte sich die Mannschaft um Kapitän Giorgio Chiellini aber für eine Busfahrt stark gemacht, um den zweiten EM-Triumph nach 1968 mit den Tifosi zu zelebrieren.

Bei der 45 Minuten langen Fahrt vom Quirinalpalast, wo die "Squadra Azzurra" von Italiens Staatspräsidenten Sergio Mattarella empfangen worden war, bis zum Regierungssitz, wo ein Treffen mit Premier Mario Draghi geplant war, strömten Zehntausende Römer zum Zentrum. Dabei seien alle Corona-Distanzregeln ignoriert worden.

Chiellini und Bonucci als Wortführer

"Die Nationalmannschaft hatte um eine Tour durch Rom in einem offenen Bus gebeten, aber es wurde deutlich gemacht, dass das nicht möglich ist und dass wir diese Fahrt nicht genehmigen können", sagte Piantedosi im Interview mit dem "Corriere della Sera".

Der Fußballverband hatte versichert, dass ein geschlossener Bus für die Fahrt zu Draghi eingesetzt werde. Doch stattdessen stand kurz nach dem Besuch bei Mattarella ein offener Bus für den Europameister bereit. "Kapitän Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci haben der Polizei mit Entschlossenheit ihre Absichten dargelegt. Zu diesem Zeitpunkt konnte man nur noch die Situation zur Kenntnis nehmen und sie auf die bestmögliche Weise bewältigen", betonte der Polizeichef. Er äußerte die Hoffnung, dass sich der Fußballverband künftig an die Regeln und Vorschriften halten werde.

Der Verband wies den Vorwurf der Polizei zurück. Der FIGC habe sich immer "verantwortungsbewusst und respektvoll" gegenüber den Institutionen und den italienischen Fans verhalten, schrieb Verbandschef Gabriele Gravina. Die kurze Fahrt mit dem Bus sei im Einklang mit den Behörden beschlossen worden, äußerte Gravina.

Große Freude in Italien, Trauer und Rassismus-Vorfälle in England Tagesschau 12.07.2021 03:58 Min. Verfügbar bis 12.07.2022 Das Erste

sid | Stand: 14.07.2021, 12:56

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