Rassismus im englischen Fußball - Solidarität für Rashford, Sancho und Saka

Jadon Sancho (l) mit Trainer Gareth Southgate

Nach verlorenem Elfmeterschießen

Rassismus im englischen Fußball - Solidarität für Rashford, Sancho und Saka

Beim EM-Finale vergaben Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka im Elfmeterschießen - und wurden in sozialen Netzwerken rassistisch beleidigt. Nun erfahren sie Solidarität, immerhin das.

Rückendeckung von Kapitän Harry Kane und zutiefst bewegende Solidarität der echten Fans - Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka werden nach rassistischen Anfeindungen von einem "Lovestorm" getragen.

Die drei englischen Fußball-Nationalspieler hatten beim EM-Endspiel am Sonntag in London gegen Italien im Elfmeterschießen vergeben, der Titel ging an die Gäste. Nun hat sich Rashford in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet. In einem emotionalen Twitter-Statement schrieb er: "Ich kann mir Kritik anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug. Aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

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Kane: "Bist kein England-Fan"

Aber er sei auch, so der Stürmer von Manchester United, positiv überwältigt gewesen von einer Vielzahl aufbauender Äußerungen. Englands Spielführer Kane beispielsweise ging die Rassisten im Netz direkt und offen an: "Wenn du jemanden in den sozialen Medien beschimpfst, bist du kein England-Fan und wir wollen dich nicht."

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Da durfte sich auch Priti Patel durchaus angesprochen fühlen. Die britische Innenministerin hatte in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Verständnis dafür gezeigt, dass Menschen die Kniefälle von Fußballern vor dem Anpfiff kritisierten. Für Nationalspieler Tyrone Mings ist das blanker Hohn. "Man kann nicht zu Beginn des Turniers Öl ins Feuer gießen und unsere Anti-Rassismus-Botschaft als 'Symbolpolitik' bezeichnen - und dann vorgeben, angeekelt zu sein, wenn genau das passiert, wogegen wir uns einsetzen", schrieb Mings bei Twitter.

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Liebesbriefchen für Rashford

Graffiti von Marcus Rashford in Manchester

Angekommen war die Black-Lives-Matter-Bewegung der "Three Lions" scheinbar besonders bei den jüngeren Fans. In Rashfords Heimatgemeinde Withington im Süden Manchesters überdeckten Jugendliche, teilweise auch Kinder, ein beschmiertes Wandgemälde ihres Idols mit Liebesbriefchen, kleinen Herzen und aufmunternden Worten. Rashford veröffentlichte bewegende Kinder-Zuschriften bei Twitter: "Das hat mich den Tränen nahegebracht."

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Um das Problem aber an der Wurzel zu packen und aktiv zu bekämpfen, sehen viele Beobachter besonders die FA in der Pflicht. Der älteste nationale Fußball-Verband der Welt hat auf der Insel immer noch ein verheerendes Image, irgendwo zwischen konservativ und reaktionär. So musste der FA-Vorsitzende Greg Clarke erst im November vergangenen Jahres zurücktreten, nachdem er sich homophob und frauenfeindlich geäußert hatte.

Prinz William: "Bin angewidert"

Zumindest FA-Präsident Prinz William hatte seine Meinung zu den Vorfällen um Rashford, Sancho und Saka unmissverständlich dargelegt: "Ich bin angewidert von den rassistischen Beschimpfungen, die nach dem Spiel gegen die englischen Spieler gerichtet wurden." Damit sollte die herzögliche Messlatte als Richtschnur für zukünftiges verbandsinternes Verhalten eindeutig fixiert sein.

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"Das ist einfach nicht, wofür wir stehen" - Southgate zu den rassistischen Anfeindungen Sportschau 12.07.2021 00:58 Min. Verfügbar bis 31.12.2021 Das Erste

Red/sid | Stand: 13.07.2021, 13:10

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