Transferdomino - Klubs hoffen auf die Premier League

Harry Kane (vorne) gegen Ruben Dias

Erst Sancho, dann Kane?

Transferdomino - Klubs hoffen auf die Premier League

Von Robin Tillenburg

Am Tag, an dem der Transfer von Jadon Sancho offiziell wird, erhärtet sich das Gerücht, dass Harry Kane für eine Fabelsumme den Verein wechseln könnte. Die Premier League stößt damit wahrscheinlich den Transfermarkt nochmal entscheidend an - für einige Klubs wäre das enorm wichtig.

Mindestens 85 Millionen Euro hat sich Manchester United nun auch offiziell die Dienste von Dortmunds Jadon Sancho kosten lassen. Das ist eine Summe, die im Revier sicherlich nach der jüngsten Corona-Saison und der sich andeutenden weiteren Schwierigkeit in Sachen Stadionauslastung auch zur Konsolidierung genutzt werden wird.

Aber wohl dem Vernehmen nach auch für eine Verpflichtung von Donyell Malen von PSV Eindhoven. Der junge Niederländer soll den Abgang von Sancho zumindest teilweise auffangen, eine Summe von 30 Millionen Euro steht im Raum.

Wer hat noch Geld zum Ausgeben?

Ob der BVB weitere Teile der Sancho-Millionen nutzt, um beispielsweise Marcel Halstenberg von RB Leipzig loszueisen - ein Gerücht, das in den vergangenen Wochen immer mal wieder aufflammte, dann aber auch wieder abkühlte - ist noch nicht sicher.

Mehr denn je sind die Klubs in diesem Sommer nach fast eineinhalb Corona-Spielzeiten und angesichts wieder steigender Inzidenzen auf Transfereinnahmen angewiesen. Die Kassen sind klamm, auch Gehälter müssen eingespart werden. Doch irgendjemand muss die Millionen ja auch ausgeben und auf den Markt pumpen (können), damit der Kreislauf ins Rollen gerät und die Klubs ihre Kader verkleinern und gegebenenfalls dann wieder verstärken können.

280 Millionen Transferminus für die Premier League

Dass es, obwohl auch dort finanzielle Einbußen nicht unerheblich waren, die Premier-League-Klubs sind, die durch den Sancho-Wechsel nicht nur den teuersten Transfer der Periode verantworten, sondern auch für vier weitere der zehn höchsten Ablösesummen des Sommers zuständig sind, ist keine Überraschung. Schließlich plant man dort nach dem gerade abgehaltenen "Freedom Day" und der Aufhebung der Corona-Maßnahmen mit vollen Stadien. Und ohnehin sind es ja traditionell in den vergangenen Jahren die finanzstarken Klubs von der Insel, die sich auf dem Transfermarkt besonders gütlich tun.

So bringt es die Premier League trotz der Corona-Lage laut Transfermarkt.de bisher etwa auf ein Transferminus von 280 Millionen Euro. Bei der spanischen Primera Division beträgt das Minus etwa 50 Millionen, in der italienischen Serie A 42 Millionen, und die Bundesliga ist dank des Sancho-Deals jetzt im Plus und liegt bei 33 Millionen Euro "Gewinn".

Kane-Wechsel steht womöglich kurz bevor

Nicht in diesen Bilanzen auftauchen wird ein Arbeitgeberwechsel von Harry Kane - wenn er denn (so) stattfindet wie jüngst von der englischen Zeitung "The Sun" vermeldet. Kane soll demnach etwa 185 Millionen Euro kosten - allerdings soll er innerhalb der Premier League von Tottenham Hotspur zu Manchester City wechseln. Der 27-Jährige würde damit zum zweitteuersten Spieler aller Zeiten - nur der Brasilianer Neymar war mit 222 Millionen Euro teurer.

Es gibt aber auch Medien, die behaupten, die Summe könnte sich nochmal reduzieren und Manchester City dafür ein oder zwei Spieler als Kompensation nach London schicken.

Premier League als Hoffnung für die Klubs

Bei dem ein oder anderen Klub in Deutschland, Spanien oder Italien wird man womöglich hoffen, dass genau das nicht geschieht. Denn dann "müssten" die "Spurs" sich ja anderweitig nach einem Ersatz für ihren Superstar umschauen und könnten nochmal frisches und dringend benötigtes Geld in den internationalen Markt und in die Vereine anderer Länder pumpen.

Das finanzielle Wohl und Wehe des ein oder anderen krisengebeutelten Klubs in Europa könnte also von der Transferfreudigkeit der Premier League abhängen. Denn die gibt munter Geld aus, als hätte es die Krise nicht gegeben.

Stand: 23.07.2021, 19:30

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