Uniteds Trainer Ralf Rangnick gibt Anthony Elanga Anweisungen

Fußball | Premier League Premier League - Rangnick, Rohdiamant, "Roses Derby"

Stand: 19.02.2022 08:45 Uhr

Das "Roses Derby" zwischen Leeds und Manchester United gehört zu den traditionsreichsten der Premier League. Ob Ralf Rangnicks Rohdiamant Anthony Elanga zum Trumpf wird, sehen Sie in der Sportschau am Sonntag (19.02.2022).

Von Robin Tillenburg

Der "Daily Telegraph" beschrieb es einst als "die intensivste und unerklärlichste Rivalität im englischen Fußball" - das "Roses Derby" zwischen Manchester und Leeds United.

Ursprung liegt weit zurück

Ganz so "unerklärlich" ist es nicht, aber intensiv durchaus. Der Ursprung der Rivalität und des Namens, fußt auf einer Reihe blutiger militärischer Auseinandersetzungen aus dem 15. Jahrhundert zwischen den königlichen Häusern York (aus Yorkshire) und Lancaster (aus Lancashire), die beide eine Rose im Wappen trugen. Leeds liegt in Yorkshire, Manchester gehörte bis 1974 zur traditionellen Grafschaft Lancashire.

In den 1970ern und 1980ern war die Rivalität der beiden so traditionsreichen Fußballmannschaften auf ihrem Höhepunkt. Mitte der 2000er Jahre stieg Leeds aber aus der Premier League ab, das einst so aufgeheizte Verhältnis erkaltete. Seit 2020 gilmmt die Glut aber wieder ein bisschen auf, Leeds ist wieder zurück im Oberhaus und bereit, dem großen Rivalen, da wo es geht, ein Bein zu stellen.

Bielsa und Rangnick - nächstes Jahr womöglich beide weg

Tabellarisch trennt beide Teams aktuell einiges, Leeds kämpft mit 23 Punkten als Tabellenfünfzehnter gegen den Abstieg, die "Red Devils" als Vierter um die Champions League. Im Hinspiel konnte Leeds den damals noch von Ole Gunnar Solskjaer trainierten Kontrahenten bis zur 52. Minute ärgern, 1:1 stand es da. Innerhalb von einer Viertelstunde stellte der Favorit die Partie aber dann mit vier Treffern auf 5:1.

Auf der Trainerbank sitzt in Manchester inzwischen Ralf Rangnick, bei Leeds ist es seit 2018 Trainerfuchs Marcelo Bielsa. Gut möglich, dass beide Bänke in der kommenden Spielzeit mit anderen Namen besetzt sind. Rangnicks Engagement als Coach ist ohnehin nur bis zum Saisonende geplant und bei Bielsa mehren sich die Gerüchte, dass er nach dieser Spielzeit bei Leeds aufhören möchte. Darauf angesprochen wollte er diese Woche allerdings nichts dazu sagen, der volle Fokus gelte dem "Roses Derby".

Bielsa setzt auf Koch

Bielsa hofft auch dort auf eine starke Leistung seines deutschen Führungsspielers Robin Koch. Der Nationalspieler stand in der Hinrunde nur bei eben jenem 1:5 gegen Manchester auf dem Platz und fiel dann bis Mitte Dezember aus. Inzwischen ist der Defensivmann zurück und fest gesetzt im defensiven Mittelfel, oder je nach Personalsituation, auch mal in der Innenverteidigung.

Via YouTube-Video in die Startelf

Die kleine Durststrecke von drei sieglosen Pflichtspielen, die Rangnick auf der anderen Seite zuletzt mit seinem neuen Klub durchlebte, wurde zwar unter der Woche von den beiden portugiesischen Superstars Cristiano Ronaldo und Bruno Fernandes beim 2:0 über Brighton & Hove beendet, doch die Entdeckung seiner Amtszeit in Manchester ist ein anderer. Der 19 Jahre alte Angreifer Anthony Elanga sollte eigentlich im Winter verliehen werden, doch Rangnick, der sich dem Vernehmen nach mit YouTube-Videos seiner neuen Spieler auf den Job vorbereitet hatte, legte ein Veto ein.

Uniteds Trainer Ralf Rangnick und Anthony Elanga geben sich die Hände

Kein einziges Mal hatte der junge Schwede, der bereits 2015 aus Malmö in Englands Nordwesten wechselte, bis dato in dieser Saison in der Liga auf dem Platz gestanden. Unter Rangnick änderte sich das sofort. Acht Partien stehen dort seit Amtsantritt des deutschen Übungsleiters in Elangas persönlicher Bilanz. Viermal stand er in der Startelf, auch gegen Brighton & Hove, alle vier Partien gewann United. Der schwedische U21-Nationalspieler ist im Angriff quasi überall einsetzbar und erhielt dabei zuletzt unter anderem den Vorzug vor Marcus Rashford. Elanga ist der große neue Hoffnungsträger. Ein Treffer im "Roses Derby" wäre dem sicher nicht abträglich.