Magdeburg, Mölders, Mourinho - die 3. Liga vor dem Start ins neue Jahr

Vorschau auf die 3. Liga

Fußball | 3. Liga

Magdeburg, Mölders, Mourinho - die 3. Liga vor dem Start ins neue Jahr

Von Erik Rönicke

Am Abend startet auch die 3. Fußball-Liga ins neue Jahr. Was ist in der Winterpause passiert, wer steigt auf, wer hat große Sorgen im Abstiegskampf? Ein Überblick.

Die Aufstiegsaspiranten

Beim 1. FC Magdeburg wird man in der Winterpause zufrieden auf die Tabelle geschaut haben. Acht Punkte Vorsprung hat der FCM auf den Relegationsplatz. Die Erfolgsgeschichte des FCM ist eng mit einem Namen verbunden: Trainer Christian Titz hat in seinem knappen Jahr als Magdeburger Coach nicht nur eine herausragende Bilanz vorzuweisen, sondern die Mannschaft auch spielerisch weiterentwickelt.

Eng wird es dahinter: Eintracht Braunschweig liegt punktgleich mit dem Drittplatzierten SV Meppen auf Tabellenplatz zwei. In der Liga haben die Braunschweiger im alten nur eines der jüngsten fünf Spiele verloren - gegen Magdeburg. Im Trainingslager holte man ein 1:1 gegen den holländischen Erstligisten Twente Enschede.

Beim Überraschungsteam Meppen wird man alles daran setzen, nahtlos an die Hinrunde anzuknüpfen. Sportlich war man vergangene Saison mit 41 Punkten eigentlich abgestiegen, durfte nur in der Liga bleiben, weil Uerdingen keine Lizenz bekam. Jetzt hat man nach 20 Spieltagen bereits 36 Punkte auf dem Konto - mit einer Taktik, die an Jose Mourinho erinnert.

Ebenfalls Hoffnungen auf den Aufstieg dürften sich noch Mannheim, Saarbrücken und Kaiserslautern machen, die alle nicht mehr als drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz haben.

Die Abstiegsbedrohten

Der TSV Havelse kann einem fast leidtun. Weil das eigene Stadion die Bedingungen für die 3. Liga nicht erfüllt, spielt man in der viel zu großen Arena von Hannover 96. Zum jüngsten Heimspiel gegen Viktoria Köln kamen 527 Zuschauer. In ein Stadion mit 49.000 Plätzen. "Zu Hause" hat der Klub nur sechs magere Punkte geholt. Sicher auch ein Grund dafür, dass der Rückstand auf das rettende Ufer acht Punkte beträgt.

Allerdings hat der Stadtteil-Klub aus Garbsen zum Auftakt direkt Gelegenheit, Boden gutzumachen. Zum Auftakt geht es am Abend gegen Abstiegskonkurrent MSV Duisburg. Der Ex-Bundesligist hat nur vier Punkte mehr auf dem Konto - und eine enttäuschende Hinrunde. Anfang Oktober wurde Trainer Pavel Dotchev rausgeschmissen. Unter Neucoach Hagen Schmidt gab es fünf Niederlagen, vier Unentschieden und einen Sieg.

Auch der Rassismus-Abbruch beim letzten Spiel im alten Jahr gegen Osnabrück sorgte für einen weiteren negativen Höhepunkt. Punktgleich drohen die Würzburger Kickers nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga direkt in die Regionalliga durchgereicht zu werden.

Auch der SC Verl steht aktuell auf einem Abstiegsplatz. In der Winterpause entschied man sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Nach der Saison gehen Coach Guerino Capretti und der Verein getrennte Wege. Vorher will man aber noch den Abstieg verhindern.

Ebenfalls mit Sorge nach unten blicken Türkgücu München (zwei Punkte Vorsprung auf Rang 17) Viktoria Köln und der Hallesche FC (jeweils drei Punkte Vorsprung auf Rang 17).

Das war auf dem Transfermarkt los

Abwehrspieler Dennis Erdmann hat in der Pause seinen bisherigen Arbeitgeber Saarbrücken verlassen. Erdmann zieht es in die USA. Der Abwehrspieler war in der Hinrunde wegen rassistischer Beschimpfungen zu einer Sperre von acht Wochen verurteilt worden. Er beteuert weiterhin seine Unschuld.

Sascha Mölders (1860 München) schlägt die Hände über dem Kopf zusammen

Spielt nicht mehr für 1860 München: Ex-Kapitän Sascha Mölders.

Für großes Aufsehen sorgte kurz vor Weihnachten die Vertragsauflösung von Sascha Mölders bei 1860 München. Der ehemalige Kapitän der "Löwen" war Anfang Dezember von Trainer Michael Köllner freigestellt worden. Der Grund: nicht mehr zufriedenstellende Leistungen. Mölders hat inzwischen eine neue Beschäftigung gefunden - als spielender Co-Trainer bei Regionalligist Großaspach.

Unsicherheitsfaktor Corona

Ähnlich wie in den zwei Bundesligen bleibt Corona ein Unsicherheitsfaktor für die 3. Liga. Mit den Begegnungen FSV Zwickau gegen Viktoria Köln, Hallescher FC gegen Türkgücü München und Viktoria Berluin gegen Eintracht Braunschweig sind bereits drei Spiele für das Wochenende abgesagt worden.

Zwickau kämpft mit einem Ausbruch der hochansteckenden Omikron-Variante des Virus. Mindestens zwei Spieler sind damit infiziert. Acht Spieler fehlen insgesamt.

Für Osnabrücks Trainer Daniel Scherning hängen der Umgang mit der Corona-Pandemie und der sportliche Erfolg in der Restsaison unmittelbar zusammen: "Ich bin davon überzeugt, dass es ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein wird, wie man mit den Unwägbarkeiten und Beeinträchtigungen durch die Pandemie umgeht", sagte der Trainer in einem "Kicker"-Interview.

Stand: 13.01.2022, 20:55

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