St. Pauli ist noch gnädig mit Braunschweig

Paulis Daniel Kyereh bejubelt seinen Treffer

FC St. Pauli - Eintracht Braunschweig 2:0

St. Pauli ist noch gnädig mit Braunschweig

Von Christian Hornung

Ohne drei coronabedingte Ausfälle - darunter auch Trainer Daniel Meyer - war Eintracht Braunschweig im Montags-Topspiel der 2. Liga beim FC St. Pauli chancenlos. Das Ergebnis hätte aber auch noch deutlich schlimmer ausfallen können.

Im Fußball zählt ja angeblich immer nur das Hier und Jetzt, aber im Fall des FC St. Pauli lohnt sich schon ein kurzer Rückblick. Am 9. Januar waren die "Kiez-Kicker" nach nur einem Sieg aus 15 Spielen mit mickrigen zehn Zählern Vorletzter und taumelten dem Abstieg in die Drittklassigkeit entgegen.

Kein Vierteljahr später ist die mit einigen sehr sinnvollen Winterzugängen aufgepeppte Mannschaft das beste Team der Rückrunde und so weit, dass man das 2:0 (2:0) gegen Braunschweig fast schon als zu niederig bewerten muss - vor allem angesichts der Vielzahl an Chancen, die noch vergeben wurden.

Braunschweig auf dem Relegationsplatz

Mit dem Dreier am Ostermontag (05.04.2021) ist die Mannschaft von Timo Schultz inzwischen bis auf Platz acht vorgestürmt. Die ersatzgeschwächten Braunschweiger sind hingegen Drittletzter und haben noch ein Spiel mehr ausgetragen als die vor ihnen platzierten Teams des VfL Osnabrück und SSV Jahn Regensburg.

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Sportschau 05.04.2021 00:34 Min. Verfügbar bis 05.04.2022 ARD


"Wir haben eben darüber gesprochen, dass wir das Ding klarer hätten runterspielen können", sagte Daniel-Kofi Kyereh nach dem deutlich zu niedrig ausgefallenen Sieg dem ARD-Hörfunk. "Aber wir haben 2:0 gewonnen, damit können wir gut leben", ergänzte der achtmalige Saisontorschütze.

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"Spiel in der Anfangsphase verloren"

Gar nicht zufrieden waren die Niedersachsen. "Wir haben das Spiel in der Anfangsphase verloren, da waren wir zu harmlos, zu zurückhaltend", gab Eintracht-Stürmer Nick Proschwitz selbstkritisch zu.

Auf St. Pauli war im Grunde schon nach einer Viertelstunde alles entschieden. Gleich den ersten vielversprechenden Angriff nutzte die überragende Wolfsburger Leihgabe Omar Marmoush, der mit Eintracht-Verteidiger Nico Klaß zunächst ein Tänzchen im Strafraum veranstaltete und dann Jasmin Fejzic im Tor keine Chance ließ (7.).

Marmoush auf Kyereh

Marmoush war dann auch der Iniator des zweiten Treffers. Seinen Steilpass nahm Kyereh gut mit, lief an Fejzic vorbei und schob den Ball locker über die Linie (14.). Diese Konsequenz im Abschluss kam St. Pauli anschließend aber abhanden. Nach einer präzisen Linksflanke von Leart Paqarada musste Marmoush fünf Minuten nach dem 2:0 nur noch den Kopf hinhalten - nickte den Ball aber an den Pfosten.

Einen ähnlichen Hochkaräter vergab nach 35 Minuten Guido Burgstaller: Über Paqarada und einen Doppelpass mit Kyereh kombinierte sich der Österreicher eine perfekte Einschussgelegenheit heraus, schob die Kugel aber kläglich am halbleeren Tor vorbei. Für die Braunschweiger ging im ersten Durchgang gar nichts, und sie hatten neben dem zu knappen Rückstand auch noch Glück, dass Felix Kroos nach einem Tritt in die Beine von Rico Benatelli ohne jede Chance auf den Ball nicht vom Platz gestellt wurde.

Bornemann spricht über Marmoush

In der Pause monierte St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann die Chancenverwertung, machte den Fans aber auch leichte Hoffnung auf einen längeren Verbleib von Stürmer Marmoush: "Man sieht, dass er sich bei uns wohlfühlt. Es ist uns natürlich bekannt, dass er ein Leihspieler ist, alles andere werden wir in den nächsten Wochen sehen und mit dem VfL Wolfsburg besprechen. Aber jetzt ist erstmal wichtig, hier mit einem Gegentor nicht plötzlich noch in Gefahr zu geraten."

Für ein solches Szenario erwiesen sich die Gäste aber auch nach dem Seitenwechsel als zu harmlos. St. Pauli übernahm sofort wieder das Kommando und hätte durch Rodrigo Zalazar (49.) sowie erneut Burgstaller (53.) das dritte Tor nachlegen können - doch Fejzic hielt jeweils hervorragend.

Fejzic verhindert Schlimmeres

Von der Eintracht kam offensiv weiterhin wenig bis nichts. Erst eine Viertelstunde vor Schluss hatte Nick Proschwitz nach Querpass von Suleiman Abdullahi eine ordentliche Möglichkeit, doch er zielte zu ungenau. Auf der anderen Seite musste Fejzic auch weiterhin alles geben, um ein Debakel zu verhindern, und das gelang ihm mit Klasse-Paraden gegen Lukas Daschner (75.) und Felix Becker (80.). In der 90. Minute wäre der Keeper dann einmal chancenlos gewesen, doch Igor Matanovic jagte den Ball nach einer wunderbaren Kombination deutlich über das leere Tor.

St. Pauli hat nun am kommenden Samstag (10.04.2021) die Fahrt zu Erzgebirge Aue vor der Brust. Die Braunschweiger treten tags darauf beim VfL Osnabrück an.

Statistik

Fußball · 2. Bundesliga · 27. Spieltag 2020/2021

Montag, 05.04.2021 | 20.30 Uhr

Wappen FC St. Pauli

FC St. Pauli

Stojanovic – L.-M. Zander, Ziereis, Dzwigala (62. Knoll), Paqarada – Benatelli – Becker (88. Aremu), Zalazar Martinez – Kyereh (72. Daschner) – Marmoush (73. Dittgen), Burgstaller (88. Matanovic)

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Wappen Eintracht Braunschweig

Eintracht Braunschweig

Fejzic – B. Kessel, Diakhite (66. Abdullahi), Klaß (46. Ziegele) – Kammerbauer, Schlüter (81. Schwenk) – Wydra, Ben Balla – Kroos (71. Kobylanski), Proschwitz – Bär (81. Otto)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Marmoush (7.)
  • 2:0 Kyereh (14.)

Strafen:

  • gelbe Karte Kroos (9 )
  • gelbe Karte Kyereh (3 )
  • gelbe Karte L.-M. Zander (3 )

Schiedsrichter:

  • Arne Aarnink (Nordhorn)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Montag, 05.04.2021, 22:26 Uhr

Stand: 05.04.2021, 22:54

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