Die Stürmer-Rochade in der Bundesliga

Sebastian Andersson umkurvt Kölns Timo Horn

Viele liga-interne Wechsel

Die Stürmer-Rochade in der Bundesliga

Von Robin Tillenburg

Union Berlin jubelt nicht mehr über Andersson-Tore - die feiert man ab sofort in Köln. Dafür keine Cordoba-Treffer mehr, die werden nun bei der Hertha gern gesehen. In der Liga werden eifrig Angreifer gehandelt.

Wechsel innerhalb der Bundesliga sind ein normaler Vorgang - und sind es schon immer gewesen. Dass es aber auf einer einzelnen Position innerhalb von nur einer Sommerpause eine solche Rotation gab wie in dieser, ist eine Rarität in der Oberhaus-Historie.

Schick und Paciencia in neuen Trikots

Wenn man in der oberen Tabellenregion anfängt, landet man bei Patrik Schick. Der traf in der abgelaufenen Spielzeit als Leihgabe der AS Rom für RB Leipzig zehn Mal. Kurzzeitig kehrte er offiziell nach Rom zurück, ehe Bayer Leverkusen den Tschechen fest verpflichtete. Dort ersetzt er übrigens den nach Monaco abgewanderten Kevin Volland (von wo übrigens Benjamin Henrichs wiederum nach Leipzig wechselte, aber der ist ja kein Stürmer).

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Geht man in der Tabelle der Vorsaison ein gutes Stück weiter nach unten, landet man auf Rang neun bei Eintracht Frankfurt. Die Eintracht hat Goncalo Paciencia jüngst an den FC Schalke 04 ausgeliehen. Der Portugiese wäre in Frankfurt wohl nicht an seinem Landsmann André Silva vorbeigekommen, für den die Hessen immerhin neun Millionen Euro an den AC Milan bezahlten, der dafür Ante Rebic dauerhaft behält. Die Schalker waren übrigens in diesem Stürmer-Roulette besonders aktiv. Aber dazu gleich mehr.

Transferzyklus mit vier Vereinen

Denn folgender Transferzyklus ist in seiner Geschlossenheit ebenfalls bemerkenswert. Cordoba, Ibisevic, Teuchert, Andersson. Zum Mitschreiben: Cordoba zog es aus Köln zur ambitionierten Berliner Hertha. 15 Millionen Euro gab der Klub wohl auch dank Investor Lars Windhorst für den Kolumbianer aus. Davon stammte keiner aus dem Verkauf von Vedad Ibisevic, der ging nämlich ablösefrei von Hertha nach Schalke.

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Dort wiederum hatte man für Cedric Teuchert, der in der vergangenen Spielzeit an Hannover ausgeliehen war, offenbar keine Verwendung mehr. Teuchert spielt jetzt für Union Berlin. Kleine Randnotiz: Union soll auch kurz vor einer Leihe von Schalkes Sturmtalent Ahmed Kutucu stehen. Das Loch im Sturm der "Eisernen" ist indes nur so groß geworden, weil man dem Kölner Werben um Sebastian Andersson nachgab und den Toptorschützen des vergangenen Jahres an den Rhein ziehen ließ.

Köln, Hertha, Schalke und Union haben also jeweils einmal (mindestens) einen Stürmer an einen der anderen Vereine aus dem Quartett abgegeben. Schalkes Mark Uth ist nach seiner erfolgreichen halbjährigen Leihe in der Domstadt ja ebenfalls zurück in Gelsenkirchen.

Bielefeld holt Augsburgs Cordova

Übrigens mischte auch Aufsteiger Arminia Bielefeld ein bisschen mit im munteren Stürmer-Roulette. Sergio Cordova schaffte es 2019/20 nicht, sich einen Stammplatz beim FC Augsburg zu erkämpfen, und blieb Ergänzungsspieler. In 16 größtenteils kürzeren Einsätzen erzielte er zwei Tore und gab eine Vorlage. Bei den Bielefeldern hofft man, dass der Mann aus Venezuela diese Zahlen während seiner Leihe nach Ostwestfalen ein wenig nach oben schrauben kann.

Stand: 16.09.2020, 14:26

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