Mit Rückkehrer Hülkenberg: In Silverstone geht es um die Pole

Nico Hülkenberg

Formel 1

Mit Rückkehrer Hülkenberg: In Silverstone geht es um die Pole

Glück im Unglück: Nico Hülkenberg feiert in Silverstone an diesem Wochenende nach dem positiven Coronatest von Sergio Perez ein unverhofftes Comeback. Sebastian Vettel möchte im Qualifying endlich an alte Zeiten anknüpfen.

Was ist für Rückkehrer Nico Hülkenberg beim Rennen in Silverstone drin? Das ist die große Frage beim heutigen Qualifying (01.08.2020) zum dritten Formel-1-Rennen der Saison. Am Freitagnachmittag war Hülkenberg, der für den positiv auf das Coronavirus getesteten Sergio Perez einspringt, in den ersten beiden Trainings jeweils in die Top Ten gefahren.

Hülkenberg fuhr, als ob er nie weg gewesen wäre – trotz kleiner Probleme an einer sensiblen Stelle. Nach einer Stunde auf der Strecke funkte Hülkenberg nach einer kurzen Pause: "Meine rechte Pobacke wird taub, da unten ist ein Druckpunkt." Am Sitz muss noch etwas gearbeitet werden. Es ist eben alles nicht so einfach, wenn man in weniger als 24 Stunden vom Formel-1-Ruheständler zum Teilzeit-Stammfahrer in einem der angesagtesten Rennställe des Jahres wird.

Hülkenberg war auf dem Weg zum Nürburgring

"Ich war am Donnerstag auf dem Weg zum Nürburgring für ein anderes Rennprojekt, als der Anruf kam", erzählte der "Hulk". Es fühle sich für ihn "jetzt etwas surreal an, aber ich mag eine gute Herausforderung, und dies ist sicherlich eine." Hülkenberg wird an diesem und möglicherweise auch am nächsten Wochenende in Silverstone anstelle von Perez im Racing Point sitzen - einem der aktuell stärksten Autos im Feld. Der 33-Jährige steuert neben Teameigner-Sohn Lance Stroll den zweiten "Pink Panther" in der Heimat des britischen Motorsports. Stroll war es auch, der in Silverstone im ersten Training am Freitag die Bestzeit fuhr.

Perez entschuldigte sich derweil via Twitter und sprach vom "traurigsten Tag meiner Karriere". Er habe alle Sicherheitsmaßnahmen befolgt, als er nach dem Rennen in Ungarn zu seiner bei einem Unfall schwer verletzten Mutter nach Mexiko geflogen war: "Ich habe alles getan, was nötig war, ich weiß nicht, wie es zu diesem Testergebnis kommen konnte."

Erster Coronafall der Saison

Bislang hatte es noch keinen positiven Corona-Fall unter den Fahrern oder den Angestellten der Teams der Motorsport-Königsklasse bei den ersten drei Rennen nach dem Saison-Neustart gegeben. Auch in England kann das Rennwochenende nur unter Einhaltung der strengen Hygieneregeln stattfinden. Wer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf sich nicht auf dem Gelände aufhalten. Außerdem gilt eine Maskenpflicht. Auch die Abstandsregeln müssen eingehalten werden.

Sebastian Vettel möchte nach einer bisher verkorksten Saison in Silverstone endlich ein gutes Ergebnis erzielen. Aber auch die ersten Trainingseindrücke aus Großbritannien lassen nichts Gutes erahnen. Kopfüber hing Vettel im Cockpit seines Ferrari, seine Mechaniker standen ratlos daneben. Ein herumfliegendes Teil im Fußraum raubte dem viermaligen Weltmeister den Nerv. Am Ende reichte es für Vettel am ersten Trainingstag in Silverstone nur zu einem 18. Platz, nachdem die Mittagssession einem defekten Ladeluftkühler an seinem Auto zum Opfer gefallen war.

Hamilton lässt es ruhig angehen

Besser machte es Vettels Teamkollege Charles Leclerc, der im zweiten Training immerhin Vierter wurde. Der Weltmeister ließ es derweil ruhig angehen, Mercedes-Frontmann Lewis Hamilton begnügte sich in den beiden Sessions vorerst mit den Plätzen zwei und fünf. Die ersten beiden Rennen der Saison hatte Hamilton jeweils gewonnen.

Ob ihm ausgerechnet Rückkehrer Hülkenberg beim Hattrick einen Strich durch die Rechnung macht, erscheint fraglich. Für ihn bietet sich im unverhofften 178. Formel-1-Rennen jedoch doch noch einmal die Möglichkeit, endlich einmal auf das Podest zu fahren.

sid, dpa | Stand: 01.08.2020, 08:00

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