Formel 1: "Aushilfe" Hülkenberg hätte Stammcockpit verdient

Nico Hülkenberg in Silverstone

Silverstone II - GP zum 70. Jubiläum der Formel 1

Formel 1: "Aushilfe" Hülkenberg hätte Stammcockpit verdient

Von Jo Herold

Nico Hülkenbergs Rückkehr in die Formel 1 erfolgte holterdiepolter. Beim GP zum 70. Jubiläum machte der fast 33-Jährige zwar Werbung für sich. Eine vorzeitige Rückkehr in die Königsklasse wird es aber wohl nicht geben. Dennoch hätte "Hulk" ein Stammcockpit verdient.

Einer der großen Vorzüge von Nico Hülkenberg ist seine Abgeklärtheit. Ohne laute Töne, ohne Aufgeregtheit nahm er sein Schicksal beim Großen Preis von Großbritannien hin, als er zuerst als Ersatz für den coronainfizierten Sergio Perez ohne Vorbereitung in den Einsatzwagen steigen musste. Und es gab auch kein Lamentieren, als der Racing-Point-Rennwagen zum Rennen hin wegen eines technischen Problems einfach nicht anspringen wollte.

Na klar, für den gebürtigen Emmericher geht es bei seinem Kurzeinsatz um nichts. Oder besser: Er konnte nichts verlieren. Denn sobald Stammpilot Perez wieder negativ getestet wird, hat Hülkenberg wieder Formel-1-Pause. Er konnte zwar in Silverstone II WM-Punkte sammeln, die ihm aber unterm Strich nichts nützen werden. Vielleicht kommt "Hulk" ein drittes Mal beim kommenden Rennen in Barcelona zum Einsatz (16.08.20, 15:10 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de), aber Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer betonte nach dem Silverstone-Einsatz, dass der Deutsche zu "99 Prozent" nicht im Cockpit sitzen wird: "Wenn Checo [Sergio Perez, d.Red.] negativ getestet wird, wird er fahren."

Große Wertschätzung für Hülkenberg

178. Anlauf, wieder kein Podium für Hülkenberg: Er führt mit dieser Zahl an Formel-1-Starts ohne gewonnenes Podium die ewige Liste der Formel 1 an. Aber trotzdem ist die Wertschätzung seiner Fähgikeiten groß. Nicht umsonst hat das Nachfolgeteam von Force India seinem früheren langjährigen Mitarbeiter Hülkenberg den Vorzug vor den Ersatzfahrern Stoffel Vandoorne und Esteban Gutiérrez gegeben. Wäre Hülkenberg nicht weiterhin noch dicht dran am F1-Zirkus, hätte er diese Aufgabe nicht übertragen bekommen.

Verstappen gewinnt Silverstone II vor Mercedes-Duo

Sportschau 09.08.2020 01:05 Min. Verfügbar bis 09.08.2021 ARD Von Jan Gideon

Für Sebastian Vettel scheinen die Türen nach dem Ausscheiden bei Ferrari für die Formel-1-Saison 2021 zuzugehen. Die Cockpits bei den Topteams sind besetzt, bzw. deren Teamchefs haben bekundet, Vettel nicht als Verstärkung anzusehen.

"Hulk" hätte sich Stammcockpit redlich verdient

Anders sieht die Situation bei den kleineren Teams aus: Bei beispielsweise Haas, Alpha Tauri und Alfa Romeo sind die Fahrerpaarungen für 2021 noch nicht gesetzt. Dass Vettel bei einem der Hinterbänkler anheuern wird, ist unwahrscheinlich. Aber Nico Hülkenberg dürfte um jedes Stammcockpit froh sein. Und womöglich geht ja doch noch die Türe beim Team Racing Point auf, das ab 2021 Aston Martin heißen wird. Denn klar ist: Ein Pilot, der ohne Vorbereitung ein Auto in der Formel 1 auf Platz sieben fahren kann und sich seinem Teamkollegen nur wegen eines zusätzlichen "notwendigen Sicherheitsstopps" (Hülkenberg war der einzige Pilot in den Top Ten, der bei Silverstone II dreimal stoppen musste) geschlagen geben musste, der hat einen Platz als Stammpilot verdient.

Stand: 09.08.2020, 18:19

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