Ist im Olympia-Achtelfinale ausgeschieden: Florettfechter Peter Joppich.

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Fechten - Fünffach-Weltmeister Peter Joppich macht Schluss

Stand: 17.01.2022, 16:51 Uhr

Peter Joppich hat seine erfolgreiche Karriere beendet. Seine größten Momente liegen schon länger zurück - wie die des gesamten deutschen Fechtens. Deshalb warnt Joppich seinen Verband.

Nach dem letzten Gefecht schossen Peter Joppich noch einmal all die emotionalen Momente durch den Kopf. Der Bronze-Coup mit dem Team bei Olympia 2012 in London etwa, oder die fünf WM-Goldmedaillen, aber auch die bitteren Niederlagen, die der Dauerbrenner des deutschen Fechtens verdauen musste. Nach 20 Jahren in der Weltspitze trat Joppich nun endgültig von der Planche.

"Schwer, das alles zu begreifen"

"Es ist noch schwer, das alles zu begreifen. Es war ein unheimlich schöner Abschied für mich", sagte der 39-Jährige nach der Ehrung beim Weltcup in Paris.

Joppich behauptete sich rund zwei Jahrzehnte auf höchstem Niveau in einer Randsportart. Der Florettspezialist prägte das Fechten in Deutschland – mit der Teilnahme an fünf Olympischen Spielen sowie mit etlichen WM- und EM-Medaillen, aber auch mit seiner höflichen Art abseits der Bahn.

Seine größten Momente liegen zwar lange zurück, dennoch ist es ein großer Einschnitt. Joppich gehörte schließlich zu den Überbleibseln einer Generation, in der das deutsche Fechten noch die viel zitierte Medaillenschmiede war. Nachdem Ausnahmeathlet Max Hartung oder Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink bereits im vergangenen Sommer die Planche verlassen hatten, geht nun das letzte Aushängeschild. Die Aussichten sind trüb.

Von vielen Nationen überholt

"Natürlich ist das ein harter Cut. Es muss geschaut werden, dass ein Neuaufbau beginnt", sagte Joppich mit Blick auf die äußerst schwierige Zukunft für den Deutschen Fechter-Bund, der bei den vergangenen beiden Sommerspielen leer ausgegangen war und seit Joppichs WM-Gold 2010 in Paris auf einen Einzeltitel bei einer WM wartet.

Andere Nationen hätten viel Geld investiert. Es gebe viele, "die uns überholt haben", warnte er, "man muss schauen, dass man da nicht den Anschluss verliert".

Wie es für ihn persönlich weitergeht, weiß Joppich noch nicht. Sicher ist, dass mehr Zeit für Partnerin Ina und Töchterchen Nova bleibt, auch wenn er dem Fechten durchaus erhalten bleiben könnte. Es sei "ein echt komisches Gefühl", gab der Koblenzer zu, es sei schließlich "eine lange Zeit" gewesen: "Der Fechtsport war mein ganzes Leben."

Quelle: sid/red

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