Aaron Rodgers nach dem Plyoff-Aus mit den Green Bay Packers

American Football NFL-Playoffs - Green Bay überraschend ausgeschieden

Stand: 23.01.2022 08:30 Uhr

Aaron Rodgers ist in den Playoffs der US-Football-Liga NFL mit den Green Bay Packers gegen die San Francisco 49ers gescheitert. Das überraschende Aus beförderte die Spekulationen über einen Abschied des Star-Quarterbacks.

Die favorisierten Packers unterlagen am Samstagabend (22.01.2022/Ortszeit) im eigenen Stadion gegen die San Francisco 49ers mit 10:13. Die 49ers zogen nach dem Überraschungscoup zum zweiten Mal in den vergangenen drei Jahren ins NFC Championship Game ein.

Direkt im Anschluss an die unerwartete Playoff-Pleite startete auf den US-Kanälen und in den sozialen Netzwerken die Debatte um einen möglichen Abschied von Quarterback-Star Aaron Rodgers.

Ein Hauch von Abschied im Lambeau Field

Die Bilder aus dem Lambeau Field lieferten den Rahmen. Im Schneetreiben bei zweistelligen Minusgraden ging der 38 Jahre alte Football-Profi langsam vom Feld, blickte mehrfach zu den Zuschauern in dem legendären Stadion und verabschiedete sich mit einem Rocker-Gruß, bevor er im Tunnel verschwand. Dass er das nach 17 Jahren tatsächlich zum letzten Mal in einem Trikot der Traditionsmannschaft aus Wisconsin getan hat, ist nicht so unwahrscheinlich, wie es erst einmal klingt.

Rodgers: "Ich werde mir Zeit nehmen"

"Ich werde mir Zeit nehmen und Gespräche führen mit den Leuten hier, dann Zeit nehmen und Abstand gewinnen und eine Entscheidung treffen, bevor die Free Agency beginnt", kündigte Rodgers an, als er mit schwarzer Mütze auf dem Kopf seine vorerst letzte Pressekonferenz bei den Packers gab.

Seine Kernbotschaft: "Ich möchte nicht Teil eines Wiederaufbaus sein, wenn ich weiterspiele." Heißt übersetzt: Wenn ich hier für die nächste Saison nicht sofort wieder eine Chance auf den Titel sehe, war es das. Aus Sicht von Packers-Trainer Matt LaFleur ist die Sache klar: "Wir wollen ihn sicherlich wieder hier haben, wir wären ja verrückt wenn nicht."

Viele Verträge von wichtigen Spielern laufen aus, der Spielraum des Managements ist durch die Gehaltsobergrenze in der NFL eingeschränkt. Bei Star-Receiver Davante Adams können die Packers zwar theoretisch eine Option ziehen, bei anderen Profis ist es nicht so einfach.

Auch die Zukunft von Equanimeous St. Brown bei den Packers ist offen, der Vertrag des Deutsch-Amerikaners endet nach vier Jahren ebenfalls.

Rodgers-Nachfolge: Beziehung zu Packers gestört

"Es wird viele Entscheidungen zu treffen geben, viele Spieler, deren Zukunft unklar ist. Es wird interessant sein, zu sehen, in welche Richtung einige dieser Entscheidungen ausfallen", sagte Rodgers.

Relevant bei all dem ist auch: Die Beziehung zwischen den Packers und Rodgers ist schon seit längerem gestört. Seit sich die Packers beim Draft 2020 bei erster Gelegenheit für den jungen Quarterback Jordan Love entschieden anstelle eines möglichen wertvollen Helfers für Rodgers im Angriff, gibt es atmosphärische Störungen.

Die gingen so weit, dass Rodgers vor dieser Saison wochenlang offen ließ, überhaupt noch mal für die Mannschaft zu spielen. Und das, nachdem er erst in der Saison zuvor zum dritten Mal zum wertvollsten Spieler der NFL gewählt worden war.

Rodgers und die Impf-Debatte

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit der Corona-Impfung, die Rodgers als einer der ganz wenigen NFL-Profis verweigert. Als im Herbst klar wurde, dass er sich nicht gegen das Virus hatte impfen lassen, gab es viel öffentliche Kritik in den USA, viele Menschen fühlten sich von Rodgers glatt angelogen.

Denn noch im August hatte er auf eine Reporterfrage nach seinem Impfstatus geantwortet: "Ja, ich bin immunisiert." Wegen seiner Infektion mit dem Virus verpasste er ein Hauptrundenspiel. Rodgers Beliebtheit hat das schweren Schaden zugefügt.

Nachdem es in den 17 Jahren mit Rodgers bei den Packers nur einen Super-Bowl-Sieg gegeben hatte, erlebte der Favorit nun das nächste, enttäuschende vorzeitige Aus.

So wie jetzt gegen die 49ers wieder nach einer Partie, in der die Packers fünf Minuten vor Schluss noch 10:3 geführt hatten. Womöglich war es die letzte für Rodgers bei den Packers. Oder sogar in der NFL.