Markus Eisenbichler - vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger

Markus Eisenbichler 2019

Saisonstart der Skispringer

Markus Eisenbichler - vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger

Der vergangene Winter verlief äußerst durchwachsen für Markus Eisenbichler. Beim Saisonstart der Skispringer in Polen ist er dennoch der größte deutsche Hoffnungsträger.

Der jüngste sportliche Auftritt Markus Eisenbichlers erinnerte den Bundestrainer an einen ganz Großen unter den Skispringern. "Das hat es bei Adam Malysz mal gegeben in Polen", sagte Stefan Horngacher nach dem deutlichen Sieg Eisenbichlers bei den deutschen Meisterschaften. "Eigentlich ist das ist nicht so typisch, dass jemand so klar voraus ist." Die ungewöhnliche Vorbereitung im Corona-Sommer ohne Wettkämpfe und mit viel Eigenverantwortung im Training hat Eisenbichler offensichtlich nicht geschadet - im Gegenteil.

Mehr Balance im „entschleunigten“ Training

"Das Niveau ist bei mir grad echt stabil", sagt der 29-Jährige, der in der vergangenen Saison in der Weltcupgesamtwertung nur auf einem enttäuschenden 23. Platz landete. Trotzdem zählt er vor dem Weltcup-Start in Polen wieder zu den Hoffnungsträgern. "Ich fühle mich wohl und bin ziemlich entspannt." Anders als 2019/20, als Eisenbichler vor dem Winter im Training zu viel wollte und die Lockerheit verlor, scheint er in diesem Sommer die richtige Balance aus Übungseinheiten und Entspannung gefunden zu haben.

"Ich bin rausgegangen, wann ich wollte und habe trainiert, wann ich wollte", berichtet er. "Es war entschleunigt. Große Einschränkungen habe ich nicht gehabt."

Sieg im Gesamtweltcup ist „Kindheitstraum“

Mit dieser positiven Grundausrichtung will Eisenbichler den nicht nur wegen Corona ganz speziellen Winter angehen und nach Möglichkeit an seine furiose Saison 2018/19 anknüpfen. Damals wurde Eisenbichler Zweiter bei der Vierschanzentournee und gewann WM-Gold von der Großschanze, mit der Mannschaft sowie im Mixed-Team-Wettbewerb. "Das oberste Ziel ist der Gesamtweltcup“, sagt er, "das ist mein Kindheitstraum."

Heim-WM als Karriere-Highlight

Neben dem Titel für den konstantesten Springer des Winters gibt es weitere Gelegenheiten, um aufzutrumpfen: Mitte Dezember steht die Skiflug-WM im slowenischen Planica an, kurz nach Weihnachten beginnt traditionell die Vierschanzentournee, und vom 23. Februar bis zum 7. März folgt die Heim-WM in Oberstdorf.

Sollte Eisenbichler dort seine ingesamt fünfte WM-Goldmedaille holen, könnte der Bundestrainer erneut an Adam Malysz denken, der viermal Einzel-Gold bei Weltmeisterschaften gewann: Insgesamt hätte Eisenbichler dann sogar einen WM-Titel mehr als der Pole.

dpa/wp | Stand: 18.11.2020, 11:41

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