Coronavirus - Kvitfjell-Weltcup findet statt, Saisonfinale offen

Kjetil Jansrud

FIS-Entscheidung

Coronavirus - Kvitfjell-Weltcup findet statt, Saisonfinale offen

Das vorzeitige Saisonende der alpinen Weltcup-Saison ist weiter offen. Die Rennen am Wochenende in Norwegen finden zwar statt, teilte das Council des Weltskiverbands FIS mit. Ob das Weltcupfinale in Cortina d'Ampezzo trotz Coronavirus ausgetragen wird, soll erst Ende der Woche entschieden werden.

Ob das Weltcup-Saisonfinale der alpinen Skirennläufer in Cortina d'Ampezzo am 21./22.03.2020 stattfindet, entscheidet sich erst am Freitag (06.03.). Sicher feststeht, dass der Herren-Weltcup am Wochenende im norwegischen Kvitfjell wie geplant mit einer Abfahrt (Samstag, 11.00 Uhr im Ticker) und dem Super-G am Sonntag (10.30 Uhr im Ticker) über die Bühne geht.

Am Rande der vergangenen Weltcup-Station in Hinterstoder stand sogar ein frühzeitiges Ende der Weltcup-Saison aufgrund des neuartigen Coronavirus im Raum. Es gab Überlegungen, nicht nach Norwegen zu reisen. Das Council des Weltskiverbands FIS beriet sich in einer Notfall-Telefonkonferenz und entschied sich gegen ein früheres Ende.

Saisonfinale in Cortina d'Ampezzo als WM-Generalprobe

Ob das Saisonfinale in Cortina d'Ampezzo ausgetragen wird, ließ das FIS-Council auf Bitte der italienischen Wintersport-Föderation FISI aber noch offen. Man wolle zunächst eine Entscheidung der italienischen Regionalregierung und der Gesundheitsbehörden abwarten, hieß es. Die Rennen in Cortina d'Ampezzo sollen eigentlich eine Generalprobe für die im WM im März 2021 sein.

Region Venetien stark vom Coronavirus betroffen

Cortina d'Ampezzo, Gastgeber der Olympischen Winterspiele 1956, liegt in der Region Venetien, die stark vom Ausbruch des Virus betroffen ist. Das Coronavirus forderte in Italien bereits 34 Todesopfer. In Italien wurden zahlreichen Sportevents abgesagt, in der Serie A konnten am Wochenende nur vier Begegnungen stattfinden.

Das FIS-Council

Das FIS-Council ist ein Gremium aus FIS-Präsident Gainfranco Kasper, seinen drei Stellvertretern, Generalsektretärin Sarah Lewis, zwei Athlentenvertretern und zwölf Vertretern der internationalen Skiverbände. Deutschland ist durch Alfons Hörmann, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und auf Athletenseite durch Snowboarder Konstantin Schad vertreten.

Das Corona-Dilemma: Weltcups ohne Zuschauer?

Schon im Vorfeld der Entscheidung des FIS-Council hatte der Coronavirus für reichlich Unruhe in der Wintersport-Welt gesorgt. Zunächst hatte die FIS am Wochenende in Hinterstoder via Renndirektor Markus Waldner angekündigt, dass das Alpin-Weltcupfinale in Cortina d'Ampezzo ohne Zuschauer stattfinden soll. Am Montag (02.03.2020) entschieden sich dann die Veranstalter des Biathlon-Weltcups in Nove Mesto für Wettkämpfe ohne Zuschauer.

Österreichs Skipräsident Peter Schröcksnadel, selbst Mitglied des FIS-Council, sprach sich noch in Hinterstoder umgehend gegen ein Alpin-Saisonfinale ohne Zuschauer aus: "Ich bin eigentlich dafür, dass man alles absagt." Damen-Rennchef Peter Gerdol erklärte am Wochenende im französischen La Thuile: "Wir müssen die Situation beobachten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die nationalen und lokalen Behörden werden uns dabei beraten und informieren."

Thema in: B5 Sport, 02.03.2020, 20.55 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 02.03.2020, 14:45

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