Kriechmayr lässt alle Topfavoriten hinter sich

Ski Alpin - die Abfahrt der Männer in Saalbach-Hinterglemm in der Zusammenfassung Sportschau 06.03.2021 06:24 Min. Verfügbar bis 06.03.2022 Das Erste

Weltcup-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm

Kriechmayr lässt alle Topfavoriten hinter sich

Von Wolfram Porr

Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr gewöhnt sich langsam ans Gewinnen: Der Österreicher entschied die Weltcup-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm für sich. Die deutschen Topfahrer blieben diesmal hinter den Erwartungen zurück.

Beat Feuz, Matthias Mayer und Dominik Paris - die Topfavoriten auf den Sieg in der Abfahrt gehörten beim Triumph des Super-G-Spezialisten aus Österreich wie schon in Cortina d'Ampezzo allesamt zu den Geschlagenen. Auf der WM-Strecke von 2025 machte Kriechmayr da weiter, wo er bei der WM aufgehört hatte - mit einem weiteren Saisonsieg.

Kriechmayr nutzt die Startnummer eins

Noch am Freitag war die erste Abfahrt, die das ausgefallene Lauberhornrennen in Wengen ersetzen sollte, wegen zu starken Nebels nach neun Startern abgebrochen worden. 24 Stunden später konnte nun bei strahlendem Sonnenschein und auf einer toppräparierten Piste gefahren werden.

Vincent Kriechmayr nutzte seine Startnummer eins perfekt und zeigte wie schon am Freitag einen starken Lauf ohne große Fehler. Wie kaum ein Zweiter beherrschte der 29-Jährige die zum Teil sehr wellige und anspruchsvolle WM-Strecke für 2025 mit vielen weiten Sprüngen und viel hängendem Gelände. Und obwohl er nicht immer die kürzeste Linie nahm, reichte es für seinen neunten Weltcupsieg, der dritte in einer Abfahrt.

Beat Feuz baut Führung im Disziplinen-Weltcup aus

Ein Mann in rotem Skianzug auf Ski

Fast genauso schnell war der Schweizer Beat Feuz, der nach einem schwächeren Lauf am Freitag als zweiter großer Gewinner des Tages gelten muss. 0,17 Sekunden war er im Ziel langsamer als Kriechmayr. Der zweite Rang bringt ihm aber im Kampf um die kleine Kristallkugel wertvolle 80 Punkte. Feuz könnte also seinen Sieg im Disziplinen-Weltcup wiederholen. Seine beiden größten Widersacher, der Österreicher Matthias Mayer und der Italiener Dominik Paris, blieben knapp hinter ihm und kamen "nur" auf die Plätze drei und vier.

Zum Zeitpunkt des Rennabbruchs am Freitag hatte Paris geführt. Diesmal gelang ihm sein Lauf nicht ganz so perfekt. Gleich in mehreren Abschnitten verlor er Zeit auf seine Konkurrenten.

Baumann und Sander nicht in den Top Ten

Ein Mann in DSV-Anzug ärgert sich

Und so ging es auch den DSV-Startern: Romed Baumann war auf Platz zwölf (+ 1,51 Sekunden) bester Deutscher. Bis zur Hälfte der Strecke lag er sogar auf Podestkurs, im unteren Abschnitt verließen den Vize-Weltmeister im Super-G aber ein bisschen die Kräfte. Anders Andreas Sander: Der WM-Zweite in der Abfahrt blieb in Saalbach unter seinen Möglichkeiten. Zwar stimmten Einstellung und Kampfgeist, aber in den entscheidenden Passagen unterliefen dem 31-Jährigen zu viele kleine Fehler und Ungenauigkeiten. Am Ende sprang mit einem Rückstand von 2,04 Sekunden der 25. Rang heraus.

Dominik Schwaiger als 32. (+ 2,26) und Josef Ferstl auf Rang 34 (+ 2,29) enttäuschten zwar nicht, konnten aber auch kein Ausrufezeichen setzen. Simon Jocher (+2,41) und Manuel Schmid (+3,71) komplettieren das DSV-Ergebnis mit den Plätzen 37 und 49.

Stand: 06.03.2021, 12:15

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