Speedspezialist Mayer überrascht am Lauberhorn

Matthias Mayer in Wengen

Alpine Kombination

Speedspezialist Mayer überrascht am Lauberhorn

Die Kombinationspezialisten erlebten in Wengen eine faustdicke Überraschung. Speedspezialist Matthias Mayer holte sich seinen ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin. Die Deutschen konnten dagegen nicht glänzen.

Die Top 30 gingen nach der neuen Regelung nach der Abfahrt nicht in umgekehrter Reihenfolge an den Start. Als schnellster Speedfahrer eröffnete deshalb Matthias Mayer am Freitag (17.01.20) den zweiten Lauf.

Der Österreicher hatte sich in einem spektakulären Rennen auf der vielleicht schönsten Abfahrtsstrecke der Welt mit der Bestzeit von 1:41,40 Minuten an die Spitze des Feldes gesetzt. Gilles Roulin (SchweizI/+0,53 Sekunden) und Daniel Danklmaier (Österreich/+0,67) kamen Mayer noch am nächsten.

Auch Speedüberraschung Ricardo Tonetti, Vierter der Kombi-Rennens von Bormio, brachte sich aussichtsreich in Position. Topfavorit Alexis Pinturault (Frankreich/+1,68) lauerte als 19. darauf, auch im zweiten Wettbewerb der Saison den Sieg einzufahren. Technikspezialist Victor Muffat-Jeandet (Frankreich/+1,33) hatte als 13. eine machbare Aufgabe vor sich.

Abfahrtsspezialist Mayer wird zum Kombi-Star

Abfahrtsolympiasieger Mayer kurvte in 51.05 Sekunden einen respektablen Slalom in den Schnee. Was er da abgeliefert hatte überraschte die Konkurrenz, denn die konnte nicht wirklich dagegenhalten. "Ich hab gut attackieren können. Ja hat gut gepasst", so Mayer im ORF: "Der Sieg war brutal knapp. Es ist total verwirrend, zwischen zwei Slalomspezialisten auf dem Podest zu stehen."

Als erster Technikspezialist wollte Tonetti die Zeit von Mayer angreifen. Doch der Italiener hatte Probleme mit dem Kurs und kam nicht am Österreicher vorbei. Auch Aleksander Aamodt Kilde, Zweiter noch in Bormio, konnte nicht um die Podestplätze mitfahren. Erst Victor Muffat-Jeandet brachte die Zeit von Mayer zum Wackeln, aber auch nicht zu Fall. Der Franzose blieb 0,67 Sekunden hinter dem Österreicher.

Zittern musste der 29-Jährige dann allerdings beim Lauf von Topfavorit Pinturault. Der Franzose lieferte eine starke Aufholjagd ab, machte 17 Plätze gut und musste sich dann um 0,07 Sekunden als Zweiter knapp geschlagen geben. Mayer feierte mit der Gesamtzeit von 2:32,45 Minuten den Sieg vor Pinturault (+0,07), der zuletzt die Kombination dominiert hatte. Muffat-Jeandet (+0,67) wurde Dritter.

Dreßen und Baumann scheiden aus

Die deutschen Starter Thomas Dreßen und Romed Baumann konnten nach ihren Abfahrtsläufen hingegen nichts Zählbares vorweisen. Dreßen, der sich nach seinem "Totalschaden" im Knie wieder an seine Bestform heranarbeitet, patzte kurz vor dem Zielhang in Führung liegend und schied aus. "Die Fahrt war bis dahin gut, das passt", so Dreßen. Zudem hat sein Knie gehalten, sodass der Spezialabfahrt am Samstag (18.01.2020) nichts im Wege steht.

Baumann, der in der Kombination wieder Weltcup-Punkte sammeln wollte, passierte auf der Strecke schon früh ein grober Fehler und kam dabei fast zum Stehen. "Das war ein kurzer Auftritt", analysierte der ehemalige ÖSV-Fahrer, "es ist richtig in die Hose gegangen". Der 34-Jährige fuhr zwar weiter, verpasste im Finish aber ein Tor. "Ich bin nicht hundertprozentig fit, genau solche Sachen kommen dann raus", sagte er. In Bormio war er immerhin auf einen guten 13. Rang gefahren.

Josef Ferstl brachte seinen Lauf nach unten, lag aber mit 2,48 Sekunden Rückstand meilenweit zurück. Der 31-Jährige verzichtete auf den Slalom.

Thema in: DLF Sport aktuell, 17.01.2020, 22.50 Uhr

red/dpa | Stand: 17.01.2020, 14:30

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

NamePkt
1.Mikaela Shiffrin1225
2.Federica Brignone1112
3.Petra Vlhová1071
4.Marta Bassino711
5.Wendy Holdener703

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

NamePkt
1.Aleksander Aamodt Kilde982
2.Henrik Kristoffersen903
3.Alexis Pinturault882
4.Matthias Mayer716
5.Beat Feuz697
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