Heimspiel für sieben deutsche WM-Starter

Der Oberstdorfer Karl Geiger

Nordische Ski-WM in Oberstdorf

Heimspiel für sieben deutsche WM-Starter

Eine Weltmeisterschaft vor der eigenen Haustür: Ein Traum, der sich in Oberstdorf gleich für sieben deutsche Wintersportler erfüllt.

Karl Geiger hätte auch zu Fuß zur WM kommen können, Johannes Rydzek mit dem Rad, Katharina Althaus mit dem Bus. Kurzstrecke, wohlgemerkt. Gleich sieben waschechte Oberstdorfer kämpfen ab Donnerstag (25.02.2021) bei der Heim-WM um Gold, Silber und Bronze.

"Team Oberstdorf" räumte in Seefeld ab

Wäre das "Team Oberstdorf" ein eigenes Land, es hätte im  Medaillenspiegel beste Chancen auf einen vorderen Platz. "Ich bin in Oberstdorf tief verwurzelt. Ich bin hier geboren, bin hier aufgewachsen. Das ist Heimat für mich", sagt Skispringer Geiger. Vor zwei Jahren gewann der Allgäuer zweimal WM-Gold und einmal Silber.

Zählt man die Erfolge der Kombinierer Rydzek und  Vinzenz Geiger sowie der Skispringerin Althaus hinzu, waren die Oberstdorfer in Seefeld an dreimal Gold und dreimal Silber beteiligt, das wäre Rang drei im Ranking gewesen. Nur bei drei der neun deutschen Medaillen war kein Oberstdorfer im Einsatz.

Start der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf

Sportschau 24.02.2021 01:06 Min. Verfügbar bis 24.02.2022 ARD


Vier Minuten Anreise zu Fuß

Das erfolgreiche Seefeld-Quartett ist nun auch bei der Heim-WM am Start, zudem wird der SC Oberstdorf von den Langläuferinnen Laura Gimmler, Sofie Krehl und Coletta Rydzek, der Schwester von Johannes, vertreten. Hinzu kommt Andreas Bauer. "Zu Fuß wären es für mich vier Minuten Anreise gewesen", sagte der Bundestrainer der Skispringerinnen am Dienstag. Zudem trainiert seine Springerin Juliane Seyfarth ebenso wie Severin Freund am Stützpunkt Oberstdorf.

Traum und Wehmut bei den Lokalmatadoren

Sie alle haben seit Jahren auf diese WM vor der eigenen Haustür hingefiebert. Und nun, ausgerechnet, können Freunde und Familie nicht mit dabei sein. "Ein langer Traum wird wahr - wenn auch anders als erhofft. Mit Fans und Zuschauern wäre es einfach unbeschreiblich genial gewesen", sagt der sechsmalige Weltmeister und Hobby-Kletterer Rydzek.

Kombinierer-Kollege Vinzenz Geiger, der mit Skispringer Karl "um viele, viele Ecken verwandt" ist, setzt trotzdem auf den Heimvorteil. "Es ist gigantisch, wenn man auf den Strecken und  Schanzen, auf denen man täglich trainiert, auch noch eine WM haben darf", sagt der viermalige Saisonsieger. Und doch bleibt ein bisschen Wehmut: "Wer die Bilder der WM 2005 vor Augen hat, wird extrem traurig sein." Damals kamen 400.000 Fans in das kleine Oberstdorf.

Wenn der Trainer nebenan wohnt…

An der Liebe zur Heimat ändert die Geister-WM indes nichts. Zumal die prominente Nachbarschaft nur Vorteile hat. Als während des ersten Lockdowns die Stützpunkte geschlossen hatten, klingelte Althaus kurzerhand bei Bundestrainer Bauer. "Ich habe bei Andi im Garten trainiert, weil der eine Hantelstange hat", verriet die WM-Zweite von Seefeld dem BR.

Stand: 24.02.2021, 15:15

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