Amerikanerin gewinnt historische Premiere der Kombination

Nordische Kombination der Frauen in Ramsau - die Zusammenfassung Sportschau 18.12.2020 12:48 Min. Verfügbar bis 18.12.2021 Das Erste

Weltpremiere in Ramsau

Amerikanerin gewinnt historische Premiere der Kombination

Kaiserwetter bei der Weltpremiere der "Königinnen" des Wintersports - und Tara Geraghty-Moats lachte besonders mit der Sonne um die Wette. Die Amerikanerin feierte den Premierensieg in Ramsau.

Überall im Wintersport starten längst auch Frauen – nun endlich auch in der Nordischen Kombination. Beim ersten Weltcup hat sich Tara Geraghty-Moats (USA) am Freitag (18.12.2020) als erste Weltcup-Siegerin in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Moats lief nach Platz sechs im Springen von der Normalschanze in Ramsau am Dachstein (Österreich) im anschließenden 5-km-Langlauf noch zum Sieg.

Siegertrio mit deutlichem Vorsprung

Sprungsiegerin Gyda Westvold Hansen aus Norwegen, die mit 30 Sekunden Vorsprung gestartet war, verteidigte den zweiten Platz vor der Japanerin Anju Nakamura, die als Dritte auf das Podium kletterte.

Das Siegerpodest in Ramsau: Anju Nakamura, Tara Geraghty-Moats und Gyda Westhold Hansen

Das Siegerpodest in Ramsau: Anju Nakamura, Tara Geraghty-Moats und Gyda Westhold Hansen

Geraghty-Moats aber lief überragend zum Sieg. Nach gut drei Kilometern war die Top-Favoritin an Sprungsiegerin Westvold Hansen vorbeigezogen. Danach lief sie ihrem Premierensieg auf der schwierigen Langlaufstrecke mit engen Kurven und einem 800 Meter langen Anstieg leichtfüßig entgegen.

Nowak beste Deutsche

Jenny Nowak

Jenny Nowak glücklich nach der Weltcup-Premiere

Die vier deutschen Starterinnen, deren Fokus auf der WM liegt, hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Jenny Nowak vom SC Sohland kam mit 2:16 Minuten Rückstand als 13. ins Ziel. Damit verbesserte sie sich nach dem Springen um einen Platz. "Ich bin noch nicht ganz so gut drauf, kann aber trotzdem relativ zufrieden sein", sagte die 18-Jährige: "Wir trainieren auf die WM hin, deswegen ist es noch nicht ganz so schlimm."

Quereinsteigerin Würth quält sich in der Loipe

Die Kombination aus "schnell laufen und weit fliegen" ist keine leichte und mitunter eine Gratwanderung. Das bekam auch Svenja Würth (SV Baiersbronn) zu spüren. Die 27-Jährige stieg vor dieser Saison vom Skispringen zur Nordischen Kombination um und beendete ihren ersten Weltcup in der Kombi als 24. im Feld der 31 Athletinnen. Nach dem Springen war Würth als Elfte noch die beste Deutsche, doch ihre Problemzone ist das Laufen, dass sie erst seit diesem Sommer intensiv trainiert. Im Ziel waren es 3:29,6 Minuten Rückstand auf die Siegerin.

Würth musste auf der Strecke auch die beiden jungen Deutschen, Maria Gerboth (WSV Schmiedefeld) und Sophia Maurus (TSV Buchenberg), ziehen lassen. Gerboth kam als 20. ins Ziel, Maurus lief direkt dahinter auf Rang 21. Beide hatten schon nach dem Springen in diesen Regionen gelegen.

Weltcup-Wundertüte

Beim Weltcup-Debüt waren 31 Athletinnen aus neun Nationen an den Start gegangen. Über die Leistungsdichte konnte lange nur spekuliert werden. Keiner wusste vor dem Weltcup so richtig, auf welchem Niveau die Sportlerinnen aus den anderen Nationen sein würden, schließlich fand der bis dato letzte internationale Vergleich Anfang des Jahres statt. Frauen-Kombi-Trainer Edelmann rechnete im Vorfeld damit, dass die ersten zehn bis 15 Athletinnen durchaus dicht beisammen sein könnten. Beim Auftakt gaben dann nur drei wirklich den Ton an. Das Siegertrio hatte fast eine Minute Vorsprung auf die weiteren Konkurrentinnen..

WM-Premiere in Oberstdorf

Nach der Weltcup-Premiere folgt im Februar die WM-Premiere in Oberstdorf. Nur Olympia sträubt sich und lässt 2022 - nach aktuellem Stand - noch keine Frauen zu.

Der erste Schuss sitzt

Die große Bühne in der Königsdisziplin des nordischen Skisports war den Frauen lange verwehrt geblieben und wurde in den vergangenen fünf Jahren ordentlich vorbereitet. Über Alpen- und Continental-Cup-Serien, Sommer-Grand-Prix, Junioren-Weltmeisterschaften und die Olympischen Jugendspiele waren die Athletinnen herangeführt worden. "Das Ziel war, dass der erste Schuss sitzt. Wir wollten nicht mit nur sechs oder acht Nationen starten", sagte der Teammanager Nordische Kombination und Skisprung im Deutschen Skiverband, Horst Hüttl kurz vor dem historischen Ereignis.

Nordische Kombination der Frauen in Ramsau - das Springen in voller Länge Sportschau 18.12.2020 39:34 Min. Verfügbar bis 18.12.2021 Das Erste

Sanny Stephan | Stand: 18.12.2020, 14:14

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