Eiskunstläufer trainieren ohne Ziel

Minerva Hase/Nolan Seegert beim Training (Archivbild)

Eiskunstlauf in Coronazeiten

Eiskunstläufer trainieren ohne Ziel

Corona setzt die Eiskunstläufer in den Wartestand. Die internationale Grand-Prix-Serie findet nur eingeschränkt statt, die deutsche Meisterschaft vielleicht gar nicht.

Deutschlands derzeit bestes Eiskunstlaufpaar Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert trainiert. Fast so intensiv wie in normalen Zeiten ohne Coronavirus. Aber wofür?

"Es ist schwierig, weil man eigentlich ohne Ziel trainiert", sagte Hase dem RBB. Sie, Seegert und alle anderen deutschen Läuferinnen und Läufer müssen derzeit warten. "Hoffentlich haben wir Ende November einen Wettkampf in Dortmund. Das ist so der erste Lichtblick seit Monaten", so Hase weiter.

Deutsche Meisterschaften in Hamburg abgesagt

Am Wochenende kam die nächste Hiobsbotschaft. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) gab bekannt, dass die für den 18. und 19. Dezember geplanten deutschen Meisterschaften wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht wie geplant in Hamburg stattfinden.

Zwar werde geprüft, ob die Wettkämpfe an einem der fünf Bundesstützpunkte - Chemnitz, Berlin, Mannheim, Dortmund und Oberstdorf - ausgetragen werden können. Aber angesichts der aktuell unklaren weiteren Entwicklung der Pandemie scheint auch eine Komplettabsage möglich.

Grand-Prix-Serie nur mit eingeschränktem Starterfeld

Die Eiskunstläufer müssen also weiter warten, bis sie sich wieder einmal in einem Wettkampf messen können. Denn auch international ist der Weltverband ISU längst auf ein eingeschränktes Programm umgeschwenkt.

Die Grand-Prix-Serie, vergleichbar mit den Weltcups in anderen Sportarten, findet derzeit - wenn überhaupt - ausschließlich mit nationalen Startern statt.

Der Saisonstart in den USA Ende Oktober fand statt, der zweite Grand Prix in Kanada wurde abgesagt. In China, Russland und Japan soll es nach aktuellem Stand im November zwar aufs Eis gehen, aber nur mit Athleten, die dauerhaft im Gastgeberland leben oder trainieren. Der Grand Prix in Frankreich Mitte November wurde wie der Wettkampf in Kanada abgesagt.

WM und EM derzeit noch im Kalender

Derzeit hält die ISU noch an den beiden Saisonhöhepunkten WM (24. bis 27. März in Stockholm) und EM (27. bis 30. Januar in Zagreb) fest. Auch hier muss man allerdings die weitere Corona-Entwicklung abwarten.

Hase/Seegert haben sich trotz der ungewissen kommenden Monate mit der Situation arrangiert. "Nur weil wir momentan keine Wettkämpfe bestreiten können, heißt das ja nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln müssen", sagte Hase.

Das Ziel: Olympia 2022 in Peking

Denn das Hauptziel des Duos ist noch über ein Jahr entfernt - und bis dahin hofft es natürlich, dass die Corona-Pandemie eingedämmt ist. "Unser großes Ziel ist Olympia 2022", sagt Hase. "Es ist die Krönung der leistungssportlichen Karriere", ergänzt Seegert - und bis dahin trainieren beide weiter, zur Not auch ohne Wettkampfpraxis.

red/rbb/sid/dpa | Stand: 24.11.2020, 11:49

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