Eiskunstlauf-Verbandsvize Ketterer - Finanzielle Einbußen durch Coronavirus "marginal"

Eine Schlittschuhläuferin auf dem Eis

Eiskunstlauf

Eiskunstlauf-Verbandsvize Ketterer - Finanzielle Einbußen durch Coronavirus "marginal"

Von Torsten Schwenke und Dirk Hofmeister

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat große Auswirkungen auf die Sportwelt. Für das deutsche Eiskunstlaufen halten sich die Folgen aber in Grenzen, wie Reinhard Ketterer von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) im Interview mit sportschau.de verrät.

Eigentlich sollte vom 18. bis 21. März die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft im kanadischen Montreal stattfinden, doch daraus wird nichts. Wie zahlreiche andere Großveranstaltungen auch, wurde die WM wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Die finanziellen Auswirkungen auf den Eiskunstlauf-Sport und die Athleten in Deutschland halten sich nach Angaben von Reinhard Ketterer, Vize-Präsident der DEU, aber in Grenzen.

"Kein Grund, hysterisch zu werden"

"Die großen Schaulauf-Tourneen, die es früher mal gab, gibt es nicht mehr. Da brennt also nicht mehr viel an. Zudem sind viele unserer Sportler durch Fördermaßnahmen der Deutschen Sporthilfe und die Bundeswehr gut abgesichert. In Relation zu dem gesamten Desaster würde ich unsere Einbußen als marginal einstufen. Bei uns gibt es keinen Grund, hysterisch zu werden", sagte Ketterer sportschau.de.

Reinhard Ketterer

Reinhard Ketterer

Notfalls im Ballettstudio trainieren

Für einzelne Sportler ist die Tragweite dennoch groß, vor allem, was das Training betrifft. Auf Eis kann aktuell kaum jemand trainieren, denn die Eishallen im Land sind geschlossen. Nach Ansicht von Ketterer ist nun Kreativität in der Trainingsarbeit gefragt: "Wenn ich eine Trainingsgruppe hätte, würde ich jetzt ein intensives Landtraining machen. Dafür brauche ich kein Eis. Und wenn ich nicht in die Turnhalle komme, gehe ich in ein Ballettstudio." Auch die psychologischen Auswirkungen für die Sportler will Ketterer nicht überbewerten. Niemand müsse jetzt in ein Loch fallen. Stattdessen solle man den Blick nach vorn richten und sich auf die neue Saison vorbereiten. "Die Gewinner sind immer die Kreativen", sagte der 72-Jährige.

WM am Ende des Jahres?

Zudem hat die Internationale Eislauf-Union (ISU), abhängig von der Entwicklung des Coronavirus, einen erneuten WM-Versuch am Ende des Jahres in Aussicht gestellt, "aber nicht vor Oktober", wie es in einer Mitteilung heißt. Reinhard Ketterer begrüßt das und hält eine Durchführung für möglich. Eine Entscheidung bräuchte man aber spätestens im Juni oder Juli. "Dann ist es realistisch", so Ketterer.

Thema in: DFL Sport aktuell, 15.03.2020, Ab 22.50 Uhr

Stand: 15.03.2020, 12:00

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