Die meisten Weltcup-Entscheidungen sind gefallen

Die meisten Weltcup-Entscheidungen sind gefallen

Zahlreiche Weltcups haben die Saison bereits beendet, in manchen Sportarten sorgte das Coronovirus für ein frühzeitiges Saisonfinale. Wer hatte die Nase vorn im Kampf um die großen und kleinen Kristallkugeln für die Weltcups? Eine Übersicht.

Martin Fourcade

Biathlon: Martin Fourcade schmückt sich mit zwei weiteren Kristallkugeln. In Kontiolahti machte der Franzose mit dem zweiten Platz den Sprint-Weltcup klar. Auch die Kugel im Einzel ist ihm gewiss, weil es in dieser Disziplin keine weitere Rennen gibt.

Biathlon: Martin Fourcade schmückt sich mit zwei weiteren Kristallkugeln. In Kontiolahti machte der Franzose mit dem zweiten Platz den Sprint-Weltcup klar. Auch die Kugel im Einzel ist ihm gewiss, weil es in dieser Disziplin keine weitere Rennen gibt.

Biathlon: Nur drei Einzelrennen standen in dieser Saison auf dem Programm - die beste war Hanna Öberg aus Schweden.

Biathlon: Dorothea Wierer aus Italien hatte in dieser Saison gut lachen. Bei der Heim-WM lief sie zu Höchstform auf, im Massenstart war sie die Beste und auch der Gewinn der großen Kristallkugel winkt noch.

Skispringen: Zum zweiten Mal in seiner Karriere hat Stefan Kraft den Gesamtweltcup gewonnen. Der Österreicher sammelte während der Saison 1.659 Punkte - und sicherte sich den Sieg vor den viermaligen Saisonsieger Karl Geiger aus Oberstdorf (1.519).

Skispringen: Maren Lundby ist obenauf! Die Norwegerin dominierte die Saison der Skispringerinnen und feiert einen Gesamtsieg-Hattrick. Sie hatte schon 2017/18 und 2018/19 gewonnen.

Ski alpin: Die Italienerin Federica Brignone sicherte sich durch das vorzeitige Saisonende wegen Corona zum ersten Mal in ihrer Laufbahn den Gesamtweltcup, zudem gewann sie die Riesenslalom-Wertung und die kleine Kugel in der alpinen Kombination. Brignone hatte die Führung im Kampf um die große Kristallkugel im Februar von Mikaela Shiffrin übernommen. Die US-Amerikanerin hatte nach dem Tod ihres Vaters eine Wettkampfpause eingelegt und wollte bei den abgesagten Rennen in Are ihr Comeback feiern.

Ski alpin: Das vorzeitige Ende der alpinen Weltcupsaison hat auch Petra Vlhová in die Karten gespielt. Mit gerade einmal 20 Punkten Vorsprung gewann die Slowakin den Slalom-Weltcup vor Seriensiegerin Mikaela Shiffrin.

Ski alpin: Bei den Herren ist der Norweger Aleksander Aamodt Kilde erstmals in seiner Karriere Gesamtweltcupsieger. Der Speedspezialist aus Norwegen profitierte auch von der Absage der letzten Technikrennen des Winters im slowenischen Kranjska Gora.

Ski alpin: Der vermeintliche Topfavorit auf den Gesamtweltcup, Henrik Kristoffersen aus Norwegen, holte sich die kleinen Kristallkugeln im Riesenslalom- und Slalom-Weltcup. Durch den Ausfall der letzten beiden Rennen in Kranjska Gora war Kristoffersen ohne Chance, seinen Landsmann Aleksander Aamodt Kilde im Kampf um den Gesamtweltcup noch einmal anzugreifen.

Ski alpin: Der Schweizer Mauro Caviezel hat sich die kleine Kristallkugel im Super-G-Weltcup gesichert. Nachdem die letzten beiden Super-G-Rennen des Winters abgesagt wurden, profitierte der 31-Jährige, der die Disziplinenwertung mit nur drei Punkten Vorsprung vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr für sich entschied, obwohl er kein Rennen gewonnen hat. Allerdings war Caviezel der konstanteste Fahrer in dieser Disziplin.

Ski alpin: Die kleine Kristallkugel im Abfahrtsweltcup sicherte sich vorzeitig Corinne Suter. Die Schweizerin führt ein Rennen vor Saisonende mit 155 Punkten Vorsprung vor Ester Ledecka aus Tschechien.

Ski alpin: Bei den Männern gewann der Schweizer Beat Feuz (links) zum dritten Mal in Folge den Abfahrtsweltcup. Stark: Der Mittenwalder Thomas Dreßen wurde in seiner Comebacksaison Zweiter in der Abfahrtswertung.

Ski alpin: Bei den Männern heißt der Kombi-Sieger des Winters Alexis Pinturault. Der Franzose gewann zwei von drei Kombinationen des Winters in Bormio und Hinterstoder, in Wengen wurde er Zweiter.

Ski alpin: Im Parallel-Wettbewerb der Männer steht der Schweizer Loïc Meillard nach zwei von zwei Wettbewerben als Weltcupgewinner fest.

Bob: Francesco Friedrich hat als erster Sportler der Welt zum sechsten Mal in Folge den WM-Titel im Zweier gewonnen, dann setzte er sich auch noch im Vierer zum dritten Mal in Folge die WM-Krone auf. Angesichts dieser historischen Leistung geriet seine Erfolgsserie im Weltcup fast in den Hintergrund: Friedrich gewann den Gesamtweltcup im Zweier und im Vierer.

Bob: Mit 1.611 Punkten jubelte Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg) über den Sieg im Gesamtweltcup. Die Sächsin verdrängte bei ihrem ersten Gesamtsieg Mariama Jamanka auf den zweiten Platz.

Biathlon: Der Gesamtweltcup im Biathlon ist noch heiß umkämpft, schon klar ist die Entscheidung im Einzel: Olympiasieger und Weltmeister Martin Fourcade sicherte sich bei den Herren die Kristallkugel, bei den Frauen war Hanna Öberg (Schweden) im Einzel die Beste.

Langlauf: Der Russe Alexander Bolschunow darf sich über den Sieg im Gesamtweltcup freuen. Er profitierte dabei auch vom freiwilligen, vorzeitigen Saisonende der Norweger, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr beim Weltcupfinale antreten.

Langlauf: Bei den Langläuferinnen führte in der vergangenen Saison fast nichts an Therese Johaug vorbei. Die Norwegerin sicherte sich durch Platz zwei am Holmenkollen vorzeitig den Gesamtweltcup. Ihre beeindruckende Saisonbilanz bis dahin: 17 Einzelsiege.

Nordische Kombination: An Jarl Magnus Riiber kam kein Kombinierer in dieser Saison auch nur ansatzweise heran. Der Norweger flog und lief allen davon, seine Rekordserie machte die Sportart aber auch immer einseitiger. Der 22 Jahre alte Norweger feierte in Trondheim seinen 13. Einzelsieg in diesem Winter und sicherte sich schon vier Rennen vor Saisonende den Gesamtweltcup.

Rodeln: Die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) sind zum vierten Mal in Serie Gewinner des Doppelsitzer-Gesamtweltcups. In einem der engsten Saisonfinals der vergangenen Jahre machten sie die Entscheidung am Samstag ausgerechnet am Königssee perfekt, auf der Heimbahn ihrer Rivalen Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee). Den Sprint-Weltcup gewannen das Duo Juris Sics/Andris Sics aus Lettland.

Rodeln: Die Oberwiesenthalerin Julia Taubitz konnte erstmals in ihrer Karriere den Gesamtweltcup gewinnen und setzte damit die seit 22 Jahren andauernde Erfolgsserie der deutschen Frauen fort. Schon davor war der jungen Deutschen der Sieg im Sprint-Weltcup sicher. Der Russe Roman Repilow gewann Gesamt- und Sprint-Weltcup bei den Männern.

Skeleton: Was zunächst nach einer klaren Sache aussah, wurde am Ende eine Zitterpartie: Mit einem achten Platz im letzten Weltcup-Rennen in Sigulda gewann die 25-jährige Jacqueline Lölling den Gesamtweltcup, gerade einmal 18 Punkte vor der Österreicherin Janien Flock.

Skeleton: Routinier Martins Dukurs (35) aus Lettland, sechsfacher Weltmeister, ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat sich den Weltcup-Gesamtsieg gesichert. Das ist für ihn mittlerweile Routine. Es war sein neunter Erfolg im Gesamtweltcup.

Snowboard: Mit einem Sieg im vorletzten Parallel-Riesenslalom des Winters in Blue Mountain sicherte sich Ramona Hofmeister vorzeitig den Disziplinen-Weltcup, nur einen Tag darauf legte sie Sieg Nummer zwei in Kanada nach und gewann vorzeitig den Gesamtweltcup - als erst zweite Deutsche nach Amelie Kober in der Saison 2008/09. Durch die Absage des Weltcups in Winterberg sicherte sich im Parallelslalom-Weltcup die Schweizerin Julie Zogg die kleine Kristallkugel.

Snowboard: Der Italiener Roland Fischnaller ist der überragende Fahrer der Saison bei den Alpin-Snowboarder. Bereits vor den letzten Parallel-Riesenslaloms im kanadischen Blue Mountain stand er als Gesamtweltcupsieger und Gewinner des Parallel-Riesenslalom-Weltcups fest. Im Parallel-Slalom wurde er Zweiter hinter dem Österreicher Andreas Prommegger.

Snowboard: Xuetong Cai (China) und Scotty James (Australien) flogen erfolgreicher als alle anderen durch die Halfpipe. Die Saison der Snowboard-Asse ist bereits beendet.

Snowboard: Auch beim BigAir gibt es keine Wettbewerbe mehr. Die besten beim Sprung über einen Kicker waren die Japanerin Reira Iwabuchi und Chris Corning aus den USA.

Eisschnelllaufen: Altmeisterin Ireen Wüst (Bild) aus den Niederlanden hat sich kleine Kugel über die 1.500 Meter-Strecke gesichert. Die Amerikanerin Brittany Bowe war über 1.000 m die Beste, über die Langstrecke dominierte Martina Sablikova aus Tschechien.

Eisschnelllaufen: Die Männer-Konkurrenz wird schon traditionell von den Niederländern dominiert. Das war in diesem Jahr wieder so: Thomas Krol (1.000 m/Bild), Kjeld Nuis (1.500 m) und Patrick Roest (Langstrecke) räumten die Gesamtsiege ab.

Die Kristallkugeln: Über 70 Kristallkugeln werden in einer Wintersportsaison für Gesamt- und Disziplinen-Weltcupgewinner vergeben. Produziert werden die begehrten Trophäen in Bodenmais im Bayerischen Wald. Die große Kugel hat einen Durchmesser von 23 Zentimetern, die gesamte Trophäe ist 46 Zentimeter hoch und wiegt zwölf Kilogramm. Die kleine Kugel kommt bei einer Höhe von 36 Zentimetern auf acht Kilogramm.

Stand: 12.03.2020, 11:12 Uhr

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