Die Bob-Jagd auf Francesco Friedrich beginnt aufs Neue

Der Perfektionist überprüft jede Stellschraube: Bobfahrer Francesco Friedrich.

Bob-Auftakt in Innsbruck-Igls

Die Bob-Jagd auf Francesco Friedrich beginnt aufs Neue

Von Sanny Stephan

Der Bob-Weltcup startet in die neue Saison und damit auch Francesco Friedrich: Der Top-Fahrer der vergangenen Jahre wird wieder einmal der Gejagte sein.

Der Ausnahme-Bob-Pilot vom BSC Sachsen Oberbärenburg dominiert seit Jahren die Weltspitze und steht auch beim Weltcup-Auftakt in Innbruck-Igls als Top-Favorit am Start.

Holprige Vorbereitung - Bobs kommen mit Verzögerung

Beklagt den Heimvorteil der Chinesen als Ungerechtigkeit: Bob-Bundestrainer René Spies.

Die Vorbereitung auf den ersten Weltcup lief aber alles andere als reibungslos. Die Bobs fanden nach den Testrennen auf der Olympiabahn in China erst mit Verzögerung den Weg zurück zu den Sportlern. "Wir haben nach der Rückkehr aus Peking diesmal ziemlich lange warten müssen", beschreibt Bundestrainer René Spies die Lage. Erst ging es mit Verzögerung in China los, weil in den Bobkisten Batterieren der Funkgeräte lagen, die dort nicht hingehörten und entdeckt wurden.

Dann blieb das Material nach der Landung in Frankfurt noch ein paar Tage liegen, weil es für die Verteilung der Cargo-Fracht offenbar nicht genug Leute gab. Spies: "Es waren aber nicht nur wir, sondern alle anderen internationalen Teams ebenso von der Verzögerung betroffen." Man sei zumindest froh, dass die Bobs rechtzeitig zum ersten Weltcup da sind.

Start mit Corona-Sorgen

Spies sorgt sich aktuell mehr um Corona-Ausfälle, denn die haben möglicherweise auch Auswirkungen auf die Olympia-Startplätze. Bis zum 16. Januar kann das deutsche Team noch den dritten Startplatz ergattern. "Wenn du einen positiven Fall hast und dir fehlen vielleicht zwei Weltcups, dann könnte es für uns schon kritisch werden, da wir für den dritten Startplatz unter den besten beiden Nationen sein müssen", erklärt er.

Vorteil Friedrich - Doppelsieg auf der Olympiabahn

Sicher gesetzt für den Saison-Höhepunkt ist Francesco Friedrich. Dass auch in dieser Saison kein Weg am Pirnaer vorbeiführen wird, zeigte er eindrucksvoll bei den Testrennen auf der Olympiabahn. Alles war neu und doch wie immer, denn am Ende hieß der Sieger Francesco Friedrich.

Es gab zwei Rennen, und beide gewann der Dominator, der den Schlitten sowohl im Zweier- als auch im Viererbob in Yanqing am schnellsten durch den Eiskanal steuerte. Im Vierer verwies er seinen deutschen Teamgefährten Johannes Lochner (Stuttgart) mit 0,30 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Platz drei belegte das lettische Team von Oskars Kibermanis vor dem Kanadier Justin Kripps.

Knapper war es im Zweier, wo die Konkurrenz auf der anspruchsvollen, aber sturzsicheren Bahn deutlich enger zusammenlag. Dabei zeigte sich: Es wird auf den Start ankommen, denn die Bahn bietet in den Kurven wenig Chancen, Geschwindigkeit aufzubauen.

Chinesen um Coach Lange hoffen auf Heimvorteil

Auf ihren Heim- und Startvorteil hoffen die Chinesen, die seit 2018 von Bob-Ikone André Lange trainiert werden. Während die Gastgeber mehrere 100 Mal die Bahn testen konnten, lenkte die ausländische Konkurrenz die Schlitten erstmals im Herbst durch die 1,6 km lange Eisschlange. Die Chinesen verzichteten dabei auf einen Start. Vergleiche gibt es damit keine.

Nächster Rekord für Friedrich?

Erfahrung hin oder her. Friedrich peilt seinen zweiten Doppelsieg bei Olympia an. 2018 war ihm dieses Kunststück bereits gelungen. Schafft er das Double, knackt er einen weiteren Rekord: Noch nie zuvor in der Geschichte hat ein Bob-Pilot zweimal zwei Olympiasiege gefeiert.

Ehe Olympia beginnt, warten noch acht Weltcup-Stationen. Neben Friedrich gehen bei den Männern Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) und Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) im Weltcup an den Start.

Hafer hatte sich mit seinem Team bei den Nominierungsrennen in Winterberg sowohl im Zweier als auch Vierer gegenüber Richard Oelsner (BSC Sachsen Oberbärenburg) durchgesetzt. Hafer wird damit auf jeden Fall die ersten drei Weltcups bestreiten, danach wird laut Bundestrainer René Spies neu entschieden.

Spies: "Steffi hat so viele Fehler eingebaut"

Bei den Frauen sicherten sich Mariama Jamanka (BRC Thüringen) und Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) die Weltcup-Startplätze. Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) hatte das Nachsehen.

"Das Rennen wurde ganz klar über den Kopf entschieden, das haben die wechselnden Leistungen bei allen drei Teams gezeigt. Am Ende hat Steffi im letzten Lauf so viele Fehler eingebaut, dass sie deutlich zurückgefallen ist. Das ist leider so, aber bei Olympia sind es auch vier Läufe“, erklärt Spies.

Zeitplan der Bob-Wettbewerbe in Innsbruck-Igls
Samstag, 20.11.2021Sonntag, 21.11.2021
9.00 Uhr: Monobob, 1. Lauf (Frauen)9.00 Uhr: Zweier, 1. Lauf (Frauen)
10.30 Uhr: Monobob, 2. Lauf (Frauen)10.30 Uhr: Zweier, 2. Lauf (Frauen)
13.30 Uhr: Zweier, 1. Lauf (Männer)13.30 Uhr: Vierer, 1. Lauf (Männer)
15.00 Uhr: Zweier, 2. Lauf (Männer)15.00 Uhr: Vierer, 2. Lauf (Männer)

Stand: 18.11.2021, 13:47

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