Das sind die Favoritinnen der Biathlon-WM

Siegerin Tiril Eckhoff sowie Ingrid Landmark Tandrevold und Marte Olsbu Röiseland

Biathlon | Weltmeisterschaft in Pokljuka

Das sind die Favoritinnen der Biathlon-WM

Von Dirk Hofmeister

Im Biathlon-Weltcup sind die Top-Plätze bei den Frauen umkämpft - rund 20 Athletinnen haben in jedem Rennen die Chance auf einen Podestplatz. Wie wird es bei der WM sein? Sehen wir wieder eine Dominatorin? Oder gibt es Außenseitersiege? Der Form-Check vor der WM.

Marte Olsbu Röiseland - die Frau in Gelb

In Antholz 2020 schoss und lief sich Röiseland in die Geschichtsbücher. Sieben Medaillen, fünf goldene und zwei bronzene - das gelang vor ihr noch keiner anderen Biathletin. Nach Pokljuka reist die 30-Jährige nun außerdem als Weltcupspitzenreiterin an. Wird sie erneut die Dominatorin?

Marte Olsbu Röiseland bejubelt ihren Sieg beim Massenstart in Hochfilzen

Gut möglich, die schweren Strecken auf 1.300 Meter Höhe liegen der laufstarken Norwegerin, zudem hat Röiseland ihr Schießen noch einmal verbessert. In den letzten Vor-WM-Rennen zeige sich die achtfache Weltcupsiegerin aber schlagbar, schaffte es in den letzten acht Rennen vor der WM nicht aufs Podest.

Tiril Eckhoff - in der Loipe unschlagbar

Röiselands härteste Konkurrentin könnte aus dem eigenen Team kommen. Tiril Eckhoff liegt im Gesamt-Weltcup nur acht Zähler hinter Röiseland und beeindruckte in der zweiten Hochfilzen-Woche und in Oberhof durch sieben Podestplätze in Serie. Eckhoff ist in der Loipe unschlagbar laufstark und feilte im Sommer an ihrem Schießen. Doch ist sie auch eine Frau für die großen Siege?

Von ihren neun WM-Medaillen errang sie nur zwei in Einzelrennen. Bereits 2020 war sie als Mitfavoritin zur WM gereist und hatte in Antholz unter anderem mit Rang 59 im Sprint enttäuscht. Außerdem scheint ihr Pokljuka nicht sonderlich zu liegen: In der Liste ihrer 34 Podestplätze bei Einzelrennen taucht nicht einmal Pokljuka auf.

Hanna Öberg - mit Schwung aber ohne Trainer nach Pokljuka

Anders als bei Hanna Öberg: Die Schwedin gewann in der vergangenen Saison den Massenstart in Slowenien und wurde Zweite im Einzel. Und anders als Eckhoff, die kurz vor der WM vor allem am Schießstand alte Schwächen zeigte, hat die 25-Jährige vor den Titelkämpfen richtig Schwung geholt und ist in den Massenstarts von Oberhof und Antholz in die Top 3 gelaufen.

Biathlon-WM 2019, Östersund, A bis Z

Die Einzel-Olympiasiegerin von 2018 und Einzel-Weltmeisterin von 2019 hat sich in dieser Saison vor allem im Stehendschießen verbessert, hier trifft sie beeindruckende 90 Prozent der Scheiben. Doch auch bei Öberg bleibt ein Fragezeichen: Denn ausgerechnet der schwedische Cheftrainer fehlt bei den Titelkämpfen. Der aus München stammende Johannes Lukas verletzte sich beim Weltcup in Antholz und musste an der Schulter operiert werden.

Lisa Theresa Hauser - "die neue Schützenkönigin"?

Die Österreicherin könnte die Überraschung der WM werden. Denn die 27-Jährige erlebt gerade den besten Winter ihrer Karriere. Während sie in rund 200 Weltcupstarts zuvor teilweise deutlich an den vorderen Plätzen vorbeilief, stand sie 2021 bereits fünfmal auf dem „Stockerl“. In Oberhof feierte sie ihren ersten Podestplatz, in Antholz lief sie zu ihrem ersten Sieg.

Die Österreicherin Lisa Theresa Hauer auf dem Siegerpodest in Antholz.

Hauser, die seit diesem Winter vom Ruhpoldinger Trainer Markus Fischer und vom Oberhofer Schießtrainer Gerald Hönig betreut wird, verbesserte sich in diesem Winter läuferisch und am Schießstand. In der österreichischen Presse wird Hauser bereits als "die neue Schützenkönigin" bezeichnet ("Die Presse", 02.02.2021). Wenn die aus der Nähe von Kitzbühel stammende Hauser bei der WM ihre Nerven im Griff behält, könnte sie die erste Medaille für die österreichischen Frauen seit Andrea Grossegger 1984 holen.

Franziska Preuß - neue Nervenstärke

Die größte deutsche Medaillenhoffnung heißt diesmal nicht Denise Herrmann. Denn während die Oberwiesenthalerin vor den Rennen in Pokljuka um ihre Form am Schießstand und in der Loipe kämpft, kommt Franziska Preuß gerade erst richtig in Fahrt.

Die 26-jährige Preuß, die nach ihrer WM-Silbermedaille im Massenstart 2015 die in sie gesetzten Hoffnungen nie so richtig erfüllen konnte - und immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, ist derzeit die konstanteste deutsche Biathletin. Und spätestens seit ihrem zweiten Rang vom Oberhofer Massenstart ist sie auch eine WM-Medaillen-Mitfavoritin.

Franziska Preuß kam mit der deutschen Staffel auf Rang zwei.

Dass sie in kniffligen Situationen auch die Ruhe bewahren kann, zeigte sie zuletzt, als sie zweimal in Folge die deutsche Frauen-Staffel als Schlussläuferin aufs Podest führte.

Stand: 07.02.2021, 18:35

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