Zu viele Schießfehler - Biathlon-Staffel der Frauen verpasst Podest

Biathletin Denise Hermann beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen

Biathlon | Frauen-Staffel in Hochfilzen

Zu viele Schießfehler - Biathlon-Staffel der Frauen verpasst Podest

Das war knapp: Die deutschen Biathlon-Frauen haben beim Weltcup in Hochfilzen knapp das Podest verpasst. Am Ende leistete sie das deutsche Quartett zu viele Fehler am Schießstand.

Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat beim Weltcup in Hochfilzen das Podest verpasst. Schlussläuferin Denise Herrmann musste sich im Schlussspurt um Rang drei knapp der Schwedin Elvira Öberg geschlagen geben. Der Sieg ging an Norwegen vor Frankreich und Schweden. Auf den 4x6 Kilometern sammelten sich bei Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß, Janina Hettich und Denise Herrmann insgesamt eine Strafrunde und neun Nachlader an.

Trotz Strafrunde: Norwegen siegt deutlich

Die norwegische Siegerstaffel mit Karoline Knotten, Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff und Schlussläuferin Marte Olsbu Roeiseland musste ebenfalls einmal in die Strafrunde, blieb mit sechs Nachladern am Schießstand aber insgesamt sauberer. Letztlich lief Roeiseland locker zum Sieg. In 1:08:04,3 Stunden kam sie 24,5 Sekunden vor Frankreichs Schlussläuferin Anais Chevalier-Bouchet ins Ziel. Frankreich (0 Schießfehler, 16 Nachlader) hatte 8,0 Sekunden Vorsprung auf Schweden (1 Strafrunde, neun Nachlader).

Biathlon - die Entscheidungen am Samstag Sportschau 13.12.2020 01:18 Min. Verfügbar bis 13.12.2021 Das Erste

Hammerschmidt übergibt auf Rang eins

Dabei lief es für das deutsche Quartett lange gut: Hammerschmidt, die erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere als Staffel-Startläuferin ins Rennen ging, löste die Aufgabe mit Bravour. Einen Tag nach ihrem enttäuschenden 33. Rang im Sprint blieb sie ohne Schießfehler und war die viertschnellste Läuferin ihrer Startgruppe. Kurz vor dem Wechsel konnte sie sogar die laufstarke Norwegerin Karoline Knotten überholen und übergab als Erste auf Preuß. Nach dieser starken Leistung sagte Hammerschmidt strahlend im ZDF: "Ich habe mich gestern körperlich und auch vom Kopf neu justiert. Das hat geholfen. Ich hatte einen guten Ski und mich körperlich gut gefühlt."

Eine Strafrunde für Preuß

Auch Preuß, die nach einer durchwachsenen vergangenen Saison am Freitag (11.12.2020) mit Rang drei im Sprint ein Ausrufezeichen gesetzt hatte, ging treffsicher ins Rennen. Beim Liegendanschlag kam die Ruhpoldingerin noch sauber durch und lief als Zweite im Führungstrio mit Norwegen und Schweden. Beim Stehendschießen fing bei Preuß dann aber plötzlich das große Zittern an: Die 26-Jährige musste in die Strafrunde. So, wie auch die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold. Beide fielen auf die Plätze fünf und sechs zurück. Immerhin: Bis zum Wechsel lief Preuß wieder auf Rang drei vor. Trotzdem ärgerte sie sich nach dem Rennen: "Für unser Team ist es gut zu sehen, dass die anderen Mannschaften auch Fehler schießen. Für mich ärgert es mich aber schon sehr, dass ich das nicht hingekriegt habe. Es war wieder sehr wacklig von den Beinen. Ich verstehe langsam gar nicht, warum das immer wieder anfängt. Das war so schwer, am Schießstand Ruhe reinzubekommen", sagte sie im ZDF.

Hettich auf Rang drei

Hettich brachte in der erst zweiten Weltcup-Staffel ihrer Karriere dann wieder etwas Ruhe rein. Im Liegendanschlag räumte die 24-Jährige tadellos alles ab, im Stehendanschlag brauchte sie zwar drei Nachlader, übergab mit der achtbesten Laufzeit aber als Dritte an Schlussläuferin Denise Herrmann. Zufrieden stand sie nach dem Wettkampf im Zielbereich und sagte im ZDF: "Ich freue mich über meine Leistung, dass ich das Ergebnis von gestern noch einmal bestätigen konnte, sauber am Schießstand arbeiten konnte und mich auf der Strecke ganz wohl gefühlt habe. Ich bin Liegend heute auch mal ein größeres Risiko gegangen, das hat sich bei mir ausgezahlt."

Ex-Langläuferin Herrmann verliert Schlussspurt

Die laufstarke Herrmann als finale deutsche Athletin ging schnell ins Rennen und kam als Zweite hinter den mittlerweile deutlich führenden Norwegerinnen an den Liegendanschlag. Drei Scheiben blieben zunächst stehen, für die Nachlader nahm sich die Oberwiesenthalerin viel Zeit und räumte alles ab. Als Vierte hinter Norwegen, Frankreich und Italien ging es zurück in die Loipe. Bis zum Stehendanschlag war Herrmann wieder bis auf Rang drei dran - doch dort benötigte sie wieder drei Nachlader und ging als Fünfte wieder auf die Strecke. Die Lücke zu den knapp vor ihr laufenden Öberg und Federica Sanfilippo war schnell geschlossen. In den Schlussspurt um Rang drei ging Herrmann als ehemalige Langläuferin als Favoritin. Doch die Aufholjagd nach ihren Schießeinlagen hatte zu viel Kraft gekostet. Das Finale um Rang drei verlor sie gegen die ebenfalls laufstarke Elvira Öberg um 0,2 Sekunden.

Dirk Hofmeister | Stand: 12.12.2020, 12:58

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1052
2.Sturla Holm Laegreid1039
3.Quentin Fillon Maillet930
4.Tarjei Bö893
5.Johannes Dale843

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Tiril Eckhoff1152
2.Marte Olsbu Röiseland963
3.Franziska Preuß840
4.Hanna Öberg826
5.Dorothea Wierer821
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