Biathlon: Norweger Dale sprintet zu erstem Weltcupsieg

Biathlet Johannes Dale

Biathlon-Weltcup in Hochfilzen

Biathlon: Norweger Dale sprintet zu erstem Weltcupsieg

Jubel im norwegischen Team: Nicht Seriensieger Johannes Thingnes Bö, sondern Landsmann Johannes Dale sprintet beim Biathlon-Sprint in Hochfilzen zum Sieg. Die Deutschen verpassten die Top fünf.

Der Norweger Johannes Dale hat am Freitag (11.12.2020) den Biathlon-Sprint von Hochfilzen gewonnen. Der 23-Jährige, der bisher als beste Weltcup-Platzierung einen Rang vier beim Massenstart 2020 in Oberhof hatte, verwies mit einem fehlerfreien Schießen die beiden Franzosen Quentin Fillon Maillet (0 Fehler/+ 17.1 Sekunden) und Fabien Claude (1 Fehler/+ 29,0 Sekunden) auf die Plätze.

Nach dem Rennen flossen bei Dale Freudentränen. "Dieser Sieg bedeuet sehr viel für mich. Ich hatte einen perfekten Tag. Ich bin sehr stolz", sagte der Norweger im ZDF.

Weltcup-Gesamtspitzenreiter Johannes Thingnes Bö wurde mit einem Fehler Vierter (+ 41,2 Sekunden). Er hatte sich wie auch sein Bruder Tarjei für eine hohe Startnummer entschieden - und sich dabei verzockt: Der Schnee wurde im Laufe des Rennens langsamer und nicht wie erhofft schneller: Bö hatte im Ziel nur die sechstbeste Laufzeit und war allein in der Loipe 22,1 Sekunden langsamer als Tagessieger Dale.

Doll Achter: "Die anderen sind richtig schnell"

Benedikt Doll

Die besten Deutschen kamen mit je einem Fehler im Stehendanschlag und Plätzen jenseits der Top fünf ins Ziel. Bester aus dem Team von Bundestrainer Mark Kirchner war der laufstarke Benedikt Doll auf Rang acht. Mit der zehntbesten Laufzeit fehlten ihm 22,7 Sekunden auf das Podest. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Man musste gleich mit Vollgas reingehen. Mit Null hätte ich durchkommen müssen, dann hätte das aber auch nicht für ganz vorn gereicht. Die anderen sind richtig schnell unterwegs. Aber ich bin zufrieden."

Lesser: "War heute Schwerstarbeit"

Auch Erik Lesser ließ stehend eine Scheibe stehen, war nur 8,3 Sekunden langsamer als Doll und wurde Zehnter. Nach dem Rennen war er unzufrieden. "Mein Gefühl war heute nicht so gut. Da habe ich mich in Kontiolahti besser bewegen können, auch in der letzten Runde mehr Druck geben können. Das war heute nicht der Fall. Auch beim Schießen bin ich nicht so mit Selbstvertrauen bestückt. Von daher war es heute Schwerstarbeit. Beim Schießen muss ich mal die Null bringen."

Roman Rees blieb sogar fehlerfrei. Nach zwei 27. Plätzen von Kontiolahti wurde er in Hochfilzen 17. Die halbe WM-Quali und Rang 15 verpasste er nur um 2,1 Sekunden.

90 Prozent Treffer bei Horn: "Sehr zufrieden"

Ein gutes Rennen zeigte auch Philipp Horn. Der Thüringer, der beim Weltcup-Auftakt in Kontiolahti noch wegen eines indifferenten Corona-Tests gefehlt hatte, kam mit der von ihm angepeilten 90-Prozent-Trefferquote ins Ziel: Mit einem Fehler wurde er letztlich 23. "Ich bin sehr zufrieden. Es hat alles so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Nur auf der letzten Runde haben mich etwas die Kräfte verlassen."

Kühn mit Pech

Mit Pech ging Johannes Kühn ins Rennen, und am Schießstand hatte er kein Glück. Direkt nach dem Start stolperte er über seinen Stock und fiel in den Schnee. Und nach fehlerfreiem Liegendanschlag musste er Stehend zweimal in die Strafrunde - am Ende sprang Rang 34. raus. Die Quali für das Verfolgungsrennen der Top 60 am Samstag schaffte er aber locker.

Peiffer aus privaten Gründen abgereist

Nicht am Start aus dem sechsköpfigen deutschen Team war am Freitag dagegen der Sprint-Olympiasieger von 2018, Arnd Peiffer. Der Niedersache ist aus "privaten Gründen" aus dem Alpen-Skiort abgereist. Das gab der Deutsche Ski-Verband kurz vor dem Start des Wettkampfes bekannt. Peiffer verpasst neben dem Sprint auch die Verfolgung am Samstag (12.12.2020). Möglich sei laut DSV aber, dass er nach Hochfilzen zurückkehre. Über einen Start des fünffachen Weltmeisters in der Staffel am Sonntag soll am Samstag entschieden werden.

Dirk Hofmeister | Stand: 11.12.2020, 15:37

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