Volleyballer brauchen noch zwei Siege bis zum großen Traum

Georg Grozer

Olympia-Qualifikation

Volleyballer brauchen noch zwei Siege bis zum großen Traum

Noch zwei Siege brauchen die deutschen Volleyballer, um bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei zu sein. Im Halbfinale des Qualifikationsturniers geht es gegen Bulgarien. Große Sorgen macht Starspieler Georg Grozer.

Die Wade zwickt. Volleyball-Deutschland bangt um Georg Grozer. Der Star der deutschen Volleyballer geht angeschlagen in das Halbfinale des Olympia-Qualifikationsturniers in Berlin gegen Bulgarien - wenn er überhaupt spielt. Nur bei einem Sieg darf das Team weiter von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio träumen. Denn nur der Sieger des Achter-Turniers fährt im Sommer nach Japan.

Hält die Wade unter Wettkampfbelastung?

"Wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass er im Lauf des Spiels nicht weitermachen kann. Man kann in die Wade nicht hineingucken", sagte Bundestrainer Andrea Giani: "Es ist strukturell nichts kaputt. Es kann aber sein, dass beim Einschlagen die Wade wieder zumacht."

Der 35-jährige Grozer hatte nach dem Gruppenspiel gegen Belgien (3:0) über Schmerzen in der rechten Wade geklagt. Bei der 2:3-Niederlage gegen Slowenien wurde er geschont. "Wir wissen nicht, wie es mit Georg wird. Er ist soweit okay. Man weiß aber nicht, wie es dann unter Wettkampfbelastung aussieht", sagte auch Kapitän Lukas Kampa.

Eine Urgewalt

Ein Ausfall des Diagonalspielers wäre ein herber Rückschlag, auch wenn Ersatzmann Simon Hirsch mit 22 Punkten deutscher Topscorer gegen Slowenien war. Zum Auftakt gegen Tschechien war Grozer der beste Mann auf dem Parkett. Auch gegen Belgien glänzte er, bevor er kurz vor Spielende verletzt raus musste. Vor allem durch seine krachenden Aufschläge, seine enorme Sprungkraft und Schlaghärte brachte er die Gegner schier zur Verzweiflung. Grozer ist auf dem Platz eine Urgewalt, die allein durch seine Anwesenheit auf der anderen Seite des Netzes für Respekt sorgt.

Volleyball: Grozers großer Traum von Olympia

Sportschau 09.01.2020 01:50 Min. Verfügbar bis 09.01.2021 ARD

Bundestrainer Giani will sein Team aber nicht auf Grozer reduziert wissen. "Es geht im Grunde genommen nur noch darum, dass jeder Einzelne sein Potenzial zu 100 Prozent abruft, das in ihm steckt", sagte der Italiener: "Jeder Einzelne muss in den hoffentlich noch zwei Tagen an seinem persönlichen Limit spielen." Doch klar ist auch, dass es nur Grozer ist, der am Ende in einem engen Spiel den Unterschied machen kann.

 Fromm: "Definitiv Favorit"

Deutschland ist selbstbewusst, mit oder ohne Grozer. "Da sehe ich uns definitiv als Favorit", sagte Außenangreifer Christian Fromm vor dem Duell mit den Bulgaren, die überraschend Europameister Serbien aus dem Turnier geworfen hatten. Im Falle eines Sieges ginge es dann im Finale gegen Frankreich oder erneut gegen Slowenien.

Olympische Spiele oder Ende der Nationalmannschafts-Karriere?

Grozer wird es gegen Bulgarien in jedem Fall versuchen. Denn sollte Deutschland die Olympia-Qualifikation verpassen, dann wird der gebürtige Ungar, der bei Zenit Sankt-Petersburg sein Geld verdient, seine Karriere im Nationaltrikot beenden. Dass er mit einer Niederlage und einer Verletzung abtritt, das wünscht ihm nun wirklich niemand.

red/sid/dpa | Stand: 09.01.2020, 10:45

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