Rad-WM - deutsches Rumpfteam zuversichtlich

Maximilian Schachmann

Straßenrad-WM in Imola

Rad-WM - deutsches Rumpfteam zuversichtlich

Nur vier Wettbewerbe, und viele Stars müssen passen: Die Straßenrad-WM in Imola wird ab Donnerstag (24.09.2020) mit einem Notprogramm abgewickelt. Ein deutscher Starter ist aber zuversichtlich.

Maximilian Schachmann hat schon wieder Lust aufs Radfahren. Das ist nicht selbstverständlich - schließlich hat der 26-jährige Deutsche vom Team Bora-hansgrohe gerade erst eine extrem stressige dreiwöchige Tour de France hinter sich. Doch nun steht in den nächsten Tagen schon das nächste Highlight auf dem Programm: die Straßenrad-WM in Imola von Donnerstag bis Sonntag.

Wegen der Coronakrise ist das Event aus der Schweiz auf die italienische Rennstrecke verlegt worden, es findet auch nur in stark abgespeckter Form statt: Abgewickelt werden nur die Einzelzeitfahren und Straßenrennen bei Frauen und Männern. Auf Junioren-Wettbewerbe wird komplett verzichtet, weil man sich nicht zugetraut hat, sämtliche Nachwuchssportler risikolos auf die Reise nach Italien schicken zu können.

Schachmann und Degenkolb dabei, Buchmann und Kämna fehlen

Das deutsche Team wird nicht mit allen derzeitigen Top-Fahrern an den Start gehen können. Schachmann startet zwar, und auch der bei der Tour verletzt ausgeschiedene John Degenkolb wird an den Start gehen. Emanuel Buchmann und Lennard Kämna haben nach den harten Tagen in Frankreich ihre Teilnahme aber abgesagt.

Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kurzfristig auf zwei fest eingeplante Starter bei den Einzelzeitfahren verzichten muss. Lisa Klein reiste wegen eines Magen-Darm-Infekts ab und wird von Mieke Kröger ersetzt. Klein tritt damit auch nicht beim Straßenrennen am Samstag an. Für den erkälteten Nikias Arndt schickt der BDR Max Walscheid auf die 31,7 km lange Strecke rund um das berühmte Autodromo Enzo e Dino Ferrari.

Pogacar und Roglic mit Slowenien am Start

Schachmann allerdings hält die Straßenrad-Weltmeisterschaften 2020 für genauso wichtig wie sonst und gibt sich durchaus zuversichtlich. "An Bedeutung verliert die WM für mich nicht. Ich denke, dass immer noch sehr viele gute Fahrer am Start sind. Die Tour hat gezeigt, wie extrem hoch das Niveau 2020 ist. Es geht immer noch um das Regenbogentrikot. Die WM hat nicht an Wert verloren", sagte er. Und: "Ich bin gespannt darauf, was geht. Ich denke schon, dass ich unser Mann für's Finale sein werde." Sein Programm sah nach der Tour-Ankunft auf den Pariser Champs-Élysées so aus: Montag Heimreise, Dienstag frei, Mittwoch Anreise nach Imola.

Immerhin wird Tour-Sieger Tadej Pogacar ebenso an den Start gehen wie sein Landsmann Primoz Roglic. Der neue Rad-Held Pogacar geht die Sache dem Vernehmen nach professionell an. "Ich kenne den Parcours noch nicht, aber es heißt, er soll schwer sein. Ich mag diese Art von Rennen", sagte der Slowene in einem vom Weltverband UCI veröffentlichten Video. Trotz der enormen Strapazen der Frankreich-Rundfahrt will Pogacar auch beim 258,2 Kilometer langen Rennen an diesem Sonntag eine ordentliche Rolle spielen. "Wir werden mit Slowenien ein starkes Team stellen", prophezeite Pogacar.

Quintana will fahren - Verdächtige wieder frei

Mit dabei ist auch Nairo Quintana für Kolumbien - trotz seiner Verstrickung in den jüngsten Radsport-Dopingverdacht. In Marseille hatte es eine Razzia im Teamhotel von Quintanas Team Arkéa-Samsic gegeben, zwei Mitarbeiter der Mannschaft waren daraufhin in Haft genommen worden.

Nach der Razzia hat sich Quintana mittlerweile zu Wort gemeldet. "Die Behörden betraten mein Zimmer und beschlagnahmten völlig legale Vitaminpräparate, obwohl sie den französischen Behörden vielleicht nicht bekannt waren", hieß es in einer Mitteilung Quintanas in den sozialen Medien am Dienstagabend.

Ein Arzt und ein Betreuer wurden am Montag in Polizeigewahrsam genommen und kamen erst in der Nacht zum Mittwoch wieder auf freien Fuß, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Folgen in den kommenden Tagen weitere Ergebnisse der Ermittler, dürften diese auch das sportliche Geschehen der stark eingekürzten Titelkämpfe in Imola in den Schatten stellen.

Der Zeitplan der Straßenrad-WM:

Donnerstag, 24. September 2020:
14.40 Uhr: Einzelzeitfahren Frauen (31,7 Kilometer)

Freitag, 25. September 2020:
14.25 Uhr: Einzelzeitfahren Männer (31,7 Kilometer)

Samstag, 26. September 2020:
12.45 Uhr: Straßenrennen Frauen (143,0 Kilometer)

Sonntag, 27. September 2020:
10.00 Uhr: Straßenrennen Männer (258,2 Kilometer)

Jubel in Komenda - Pogacars Heimatdorf feiert seinen Tour-Sieger Sportschau 21.09.2020 00:34 Min. Verfügbar bis 21.09.2021 Das Erste

oja/sid/dpa | Stand: 23.09.2020, 10:28

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