"Alternative wäre Schlachten"

Pferd schaut aus Box

Coronakrise im Pferdesport

"Alternative wäre Schlachten"

Die Coronavirus-Pandemie setzt im deutschen Breitensport besonders heftig den Reitvereinen zu. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Landessportbünden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Klubs, bei denen der Spielbetrieb eingestellt ist, seien die Ausgaben unverändert hoch, berichteten mehrere Präsidenten der Landessportbünde. "Diversen Reitvereinen fehlen derzeit zum Beispiel schon je 12.000 Euro. Die brauchten das Geld, um die Tiere zu füttern. Die Alternative wäre Schlachten. Da ist die Situation besonders dramatisch", sagte Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes in Bremen.

Kosten können nicht gedeckt werden

Hessens Landessportbund-Präsident Rolf Müller beschrieb: "Auch sportartenspezifisch gibt es sicherlich große Unterschiede: So haben uns bereits in den ersten Wochen viele Reit- und Fahrvereine kontaktiert. Anders als Bälle oder ein Schwebebalken müssen diese auch während der Aussetzung des Sportbetriebs fressen, regelmäßig auf die Weide oder zum Hufschmied." Diese Kosten könnten "derzeit nicht adäquat durch Einnahmen gedeckt werden". 

Galopp-Rennbetrieb verzögert sich

Auch die Wiederaufnahme des Rennbetriebs im Galopprennsport verzögert sich in der Coronakrise weiter. Der Dortmunder Rennverein sagte den für Montag (04.05.20) geplanten Neustart am Samstag ab. "Wir sind mit unserem Anliegen auf viel Verständnis beim Land gestoßen, allerdings war nach der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder die Zeit leider offensichtlich noch nicht reif für eine Öffnung", sagte Verbandspräsident Michael Vesper.

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Wann wieder Rennen veranstaltet werden, ist offen. "Wir werden weiterhin im Dialog mit den zuständigen Behörden bleiben", sagte Vesper, der anmerkte: "Nach dem von uns erarbeiteten Hygienekonzept besteht durch Geisterrennen auf den weitläufigen Rennbahnen kein Infektionsrisiko, das haben uns auch kommunale Gesundheitsämter bestätigt." Bundeskanzlerin Angela Merkel berät mit den 16 Ministerpräsidenten am 6. Mai über weitere Lockerungen.

Im Reitsport fallen nicht nur die Spitzensportveranstaltungen der Corona-Krise zum Opfer

Sportschau 24.04.2020 05:52 Min. Verfügbar bis 24.04.2021 ARD

sid/dpa | Stand: 02.05.2020, 12:09

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