BBL darf Finalturnier in München austragen

Symbolbild: Ball im Korb

Basketball-Bundesliga

BBL darf Finalturnier in München austragen

Die Basketball-Bundesliga darf im Juni ihr geplantes Finalturnier in München austragen. Das hat das Kabinett der bayerischen Staatsregierung am Dienstag (19.05.2020) nach Beratungen über das Hygiene- und Sicherheitskonzept der BBL entschieden.

Der Basketball wird somit neben dem Fußball als einziger großer Mannschaftssport seine Saison in Deutschland fortsetzen können. Das Turnier mit zehn Mannschaften, das ab dem 6. Juni in München ausgetragen werden soll, unterliegt strengen Hygieneauflagen.

"Es ist ein sehr überzeugendes Hygienekonzept. Deshalb konnte man bei der aktuellen positiven Entwicklung mit Überzeugung 'Ja' sagen", erklärte Florian Herrmann als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei nach der Sitzung des Ministerrats.

Im Kern des "Konzepts für den Sonderspielbetrieb zur Wiederaufnahme der Saison 2019/20" stehen zwei Projekt-Phasen und zwei Personengruppen. Zunächst sollen die zehn Teams drei Wochen lang am jeweiligen Vereinsstandort trainieren. Zu Beginn der Trainingsphase würden alle Spieler zweimal innerhalb von zwei bis fünf Tagen getestet, danach zweimal wöchentlich.

BBL-Geschäftsführer Holz: "Gehen da nicht blauäugig dran" Sportschau 19.05.2020 10:56 Min. Verfügbar bis 19.05.2021 Das Erste

In dieser Zeit wohnen die Spieler noch in ihrem häuslichen Umfeld. Für die Rückkehr ins Mannschaftstraining benötigen sie die Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter. Diese liegen derzeit noch nicht vollständig vor, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz im Gespräch mit der Sportschau.

Anschließend folgt der Umzug an den zentralen Spielort München. Auch dann sind Eingangstests vorgesehen, danach würde regelmäßig weitergetestet.

Dreiwöchige Turnierphase

Nach drei bis vier Tagen Vorbereitung vor Ort ist für Anfang Juni die dreiwöchige Turnierphase vorgesehen, an deren Ende die BBL einen Meister küren möchte. Einer Vorrunde mit zwei Fünfer-Gruppen schließen sich Playoffs mit Viertel- und Halbfinale sowie dem Finale an. Der Spielplan soll noch diese Woche veröffentlicht werden.

BBL-Finalturnier: Die bayerische Staatsregierung gibt grünes Licht

Sportschau 19.05.2020 00:41 Min. Verfügbar bis 19.05.2021 ARD Von Florian Hecht

Während des Turniers werden die beteiligten Personen in eine aktive und eine passive Gruppe unterteilt, die stets voneinander getrennt sein sollen. Aktive sind unter anderem Spieler und Betreuer rund um das Team. Jedes der zehn Teams kann bis zu 22 aktive Personen benennen. Diese sollen für die Zeit des Turniers in einem abgeschlossenen System im Hotel wohnen. Die passiv beteiligten Personen, hierzu gehören etwa Medienvertreter, könnten zu Hause übernachten. Rund um die Spiele wären insgesamt höchstens etwa 130 Personen pro Spiel anwesend.

Ein Meister, kein Absteiger

Ligapräsident Alexander Reil zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert: "Ich freue mich auf die Fortsetzung der Spielzeit unserer BBL. Dies ermöglicht uns, in der schwierigen Zeit dennoch einen würdigen deutschen Meister zu küren, und den Fans, zumindest im Wohnzimmer ihre Teams zu verfolgen", sagte der Vorsitzende der MHP Riesen Ludwigsburg.

An dem Turnier nehmen neben Ausrichter und Titelverteidiger FC Bayern noch die MHP Riesen Ludwigsburg, die Hakro Merlins Crailsheim, Alba Berlin, die EWE Baskets Oldenburg, Rasta Vechta, Brose Bamberg, BG Göttingen, ratiopharm Ulm und die Fraport Skyliners aus Frankfurt teil. Die sieben weiteren Klubs entschieden sich gegen eine Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Saison - sie werden in der Abschlusstabelle dahinter platziert - der Abstieg aber entfällt.

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Spielerkritik und offene Fragen

Unter den Spielern gab es zuletzt auch Kritik an den BBL-Plänen. "Die Vereine wurden von der Liga zu einer umfangreichen Kommunikation aufgefordert, das ist aber von Standort zu Standort unterschiedlich passiert", erklärte Nationalspieler und Athletensprecher Bastian Doreth gegenüber der Sportschau. Die Spieler hätten zum Beispiel Fragen zur Quarantäne oder zu Langzeitschäden durch Corona. Besonders schwierig sei die Lage laut Doreth für die US-Spieler, die bei Rückkehr erst einmal zwei Wochen in Isolation müssten. Am Ende blieben nur noch ein paar Tage für das Hallentraining. "Das ist definitiv zu wenig", so Doreth.

Athletensprecher Doreth: "Viele Fragen an die Liga" Sportschau 15.05.2020 05:18 Min. Verfügbar bis 15.05.2021 Das Erste

red/dpa/sid | Stand: 19.05.2020, 15:03

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