Volleyball-EM: Giani-Team liegt voll auf Kurs

Florian Krage am Netz beim Versuch eines Blocks

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Volleyball-EM: Giani-Team liegt voll auf Kurs

Die deutschen Volleyball-Männer liegen trotz einer Niederlage gegen Frankreich bei der Volleyball-EM gut im Rennen. Heute geht's gegen Lettland.

Als Bundestrainer Andrea Giani im Vorfeld der Volleyball-Europameisterschaft seinen Team-Kader bekannt gab, da fehlte ein Name auf dem deutschen Mannschaftsbogen: Lukas Kampa. Ausgerechnet. Der Zuspieler. Das "Hirn" des deutschen Teams war nicht dabei. Es hatte nicht mehr gereicht. Kampa hatte sich im Sommer einer Knie-OP unterziehen müssen und war nicht mehr rechtzeitig fit geworden.

Musste man sich also neue - niedrigere - Ziele für die Kontinentalmeistrschaft stecken? "Nein", sagte Giani, "wir haben dennoch Potenzial. Wir können um die ganz vorderen Plätze mitspielen."

Gegen Lettland winkt der Achtelfinal-Einzug

Nun, ein paar Tage später, hat sich Gianis Einschätzung durch den bisherigen Verlauf des Turniers bestätigt: Das deutsche Team gewann seine ersten beiden Partien gegen Kroatien und Estland jeweils sicher ohne Satzverlust, musste dann im dritten Spiel gegen Olympiasieger Frankreich beim 1:3 die erste Niederlage hinnehmen. Am heutigen Dienstag (07.09.2021) geht es ab 16 Uhr im vorletzten Gruppenspiel gegen Lettland. Gelingt ein Sieg, ist der angestrebte Einzug ins Achtelfinale bereits gesichert.

Das sind sozusagen die nackten Fakten. Interessant ist ein Blick auf die Details. Wie zum Beispiel, dass Giani gegen Frankreich plötzlich eine ganz andere Start-Crew aufs Feld schickte, als in den Spielen zuvor. Sowohl im Zuspiel (Johannes Tille für Jan Zimmermann) und Diagonalangriff (Linus Weber für Georg Grozer) als auch im Außenangriff (Moritz Karlitzek für Christian Fromm) nahm er massive Änderungen an seiner Starting-Six vor. Der Leistung der DVV-Männer tat dies keinen Abbruch. Vielmehr begegneten auch die jungen Wilden dem Olympiasieger auf Augenhöhe.

Linus Weber überzeugt als Ersatz für Georg Grozer

Beeindruckend war die Leistung von Linus Weber, dessen 27 Punkte zwar nicht zum Sieg reichten, aber ein starker Fingerzeig für den weiteren EM-Verlauf sein können. "Gegen den Olympiasieger zu spielen, war eine große Ehre. Ich wollte mich mit ihnen vergleichen, was eine große Herausforderung ist, mich aber gleichzeitig sehr motiviert hat. Im zweiten Satz hat einfach alles geklappt. Generell bin ich nicht zufrieden, weil ich weiß, dass ich es noch besser machen kann", sagte Weber nach dem Spiel.

Webers Leistung war insofern besonders wichtig, als Top-Angreifer Georg Grozer, der erst kurz vor Turnierbeginn sein Comeback gefeiert hatte, körperlich kaum mehr in der Lage ist, derart viele Spiele in so kurzer Zeit zu absolvieren. Der Routinier ist im Angriffsspiel nach wie vor wichtigster Mann im deutschen Team, braucht aber Pausen. Und die kann ihm Giani nun geben.

Zuversicht beim Bundestrainer

Der 51-jährige Italiner, der das deutsche Team seit 2017 coacht, gab sich nach dem Frankreich-Spiel im Hinblick auf den weiteren Turnierverlauf kämpferisch: "Ich habe großes Vertrauen in alle Spieler. Alle haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und heute gezeigt, dass sie auf dem Niveau des Olympiasiegers mithalten können. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und der Einstellung auf dem Feld. Insgesamt war es ein sehr gutes Spiel, auf das wir in den kommenden Tagen aufbauen können." Auch ohne Lukas Kampa.

ojs/sid/dpa | Stand: 07.09.2021, 09:44

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