Zverev und Trainer Ferrer beenden Zusammenarbeit

Alexander Zverev trainiert David Ferrer

Tennis

Zverev und Trainer Ferrer beenden Zusammenarbeit

Überraschung vor dem Saisonstart: Alexander Zverev geht ohne seinen Trainer David Ferrer ins Tennisjahr 2021. Zverev bestätigte die Trennung und dankte für die Zusammenarbeit.

"Ich möchte David für die Monate danken, die wir geteilt haben, die Zeiten auf und neben dem Platz, und ihm nur das Beste für die Zukunft wünschen", teilte Zverev am Donnerstag (07.01.2021) mit. "Ich habe großen Respekt vor der Art und Weise, wie David Tennis gespielt und trainiert hat. Sie sind eine echte Inspiration."

Ferrer: "Es ist nichts vorgefallen"

Zuvor hatte Ferrer in spanischen Medien das Ende der Zusammenarbeit angekündigt. "Ich habe mit Sascha (Zverevs Spitzname, d. Red.) gesprochen und habe ihm gesagt, dass ich es vorziehe, nicht weiterzumachen, dass wir nicht gemeinsam in die neue Saison gehen", sagte Ferrer dem Tennis-Portal "puntadobreak.com".

Für die Trennung gebe es keinen besonderen Grund, fuhr Ferrer fort, "es ist absolut nichts zwischen uns vorgefallen, alles ist gut. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir die Gelegenheit gegeben hat, mit ihm durch die Saison zu gehen. Wir hatten in diesen Monaten eine gute Zusammenarbeit, alles war perfekt", sagte Ferrer, selbst früher Nummer drei der Weltrangliste.

Finale der US Open als größter Erfolg mit Ferrer

Im vergangenen Sommer hatte Alexander Zverev, die aktuelle Nummer sieben im ATP-Ranking, nach einer zweiwöchigen Testphase verkündet, dass er fortan fest mit David Ferrer zusammenarbeite. "Wir verstehen uns unglaublich. Wir sind jetzt eine Mannschaft", hatte er am 1. August erklärt, nachdem er sich im Jahr zuvor geräuschvoll von seinem Trainer Ivan Lendl getrennt hatte.

In der gemeinsamen Zeit mit Ferrer hatte Zverev bei den US Open als bislang größten Erfolg seinen ersten Einzug in ein Grand-Slam-Finale gefeiert. Es folgte ein Auf und Ab. Bei den anschließenden French Open scheiterte er im Achtelfinale. Es folgten Siege bei den ATP-Turnieren in Köln und der Finaleinzug beim ATP Masters in Paris. Beim ATP-Saisonfinale in London jedoch scheiterte Zverev bereits in den Gruppenspielen.

Auftritt bei Adria-Tour als Tiefpunkt

Auch im persönlichen Bereich durfte sich Ferrer Erfolge gutschreiben. Unter seiner Ägide wirkte der 23-jährige Deutsche auf dem Court mit zunehmender Dauer gereifter, er bekam seine emotionalen Ausbrüche besser unter Kontrolle.

Privat jedoch gab es einige Höhen und Tiefen. Bei der umstrittenen Adria-Tour trat Zverev neben weiteren Stars wie Novak Djokovic auf, als gebe es die Pandemie nicht. Hinzu kamen Bilder von einer Party in Monte Carlo. Kurz nach der Meldung, dass eine Ex-Freundin schwanger von ihm ist, meldete sich eine weitere frühere Partnerin und bezichtigte ihn häuslicher Gewalt, was Zverev aber vehement bestreitet. Im Dezember gewann er dann noch den Rechtsstreit gegen Ex-Manager Patricio Apey.

Vater wird wohl das Training übernehmen

Nach der Trennung von Ferrer wird Zverev bei den kommenden Aufgaben wohl wieder von seinem Vater trainiert. Sein erster Auftritt ist beim ATP Cup in Australien gemeinsam mit Jan-Lennard Struff und den French-Open-Gewinnern Kevin Krawietz/Andreas Mies geplant. Der Mannschafts-Wettbewerb findet vom 1. bis 5. Februar unmittelbar vor den Australian Open statt. Im vergangenen Jahr war das deutsche Team mit nur einem Sieg in der Gruppenphase gescheitert.

sid | Stand: 07.01.2021, 22:55

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