French Open: Krejcikova feiert ersten Grand-Slam-Sieg

Barbora Krejcikova gewinnt die French Open

Roland Garros

French Open: Krejcikova feiert ersten Grand-Slam-Sieg

Die Tschechin Barbora Krejcikova hat die French Open in Paris gewonnen. Krejcikova setzte sich am Samstagnachmittag (12.06.2021) im Überraschungsfinale gegen die leicht favorisierte Russin Anastasia Pawljutschenkowa durch.

Barbora Krejcikova hat als dritte ungesetzte Spielerin das Finale der French Open gewonnen und damit ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Die 25-jährige setzte sich am Samstag im Finale des Sandplatz-Klassikers mit 6:1, 2:6, 6:4 gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa durch.

"Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich hier einen Titel bei einem Grand-Slam-Turnier geholt habe", sagte Krejcikova nach der Partie. Danach wurde es emotional, als Krejcikova an ihre vor rund drei Jahren gestorbene Trainerin Jana Novotna dachte. "Ich hoffe, sie schaut mir jetzt zu und ist glücklich", sagte die Tschechin.

"Versuche, einen Grand-Slam zu gewinnen"

"Als sie im Sterben lag, habe ich viel Zeit mit ihr verbracht", erzählte die frischgebackene Siegerin: "Einige ihrer letzte Worte zu mir waren: 'Habe Spaß und versuche, einen Grand Slam zu gewinnen.' Ich vermisse sie sehr und hoffe, dass sie jetzt glücklich ist. Ich bin es."

Sie triumphierte damit als erste Tschechin seit Hana Mandlikova 1981 - damals noch unter der Flagge der früheren Tschechoslowakei. Mit Krejcikova krönte sich zudem im sechsten Jahr in Folge in Paris eine neue Spielerin zur Major-Siegerin. Sie streicht ein Preisgeld von 1,4 Millionen Euro ein, Pawljutschenkowa erhält 750.000 Euro.

Krejcikova dominiert den ersten Satz

Barbora Krejcikova spielt den Ball in ihrem Match mit Anastasia Pavlyuchenkova bei den French Open

Barbora Krejcikova spielt den Ball in ihrem Match mit Anastasia Pavlyuchenkova bei den French Open.

Eine klare Favoritin war vor dem Endspiel zwischen der Weltranglisten 32. aus dem russischen Samara und ihrer einen Platz schlechter notierten Gegnerin schwer zu benennen. "Heute geht es um Tagesform. Pawljutschenkowa hat sicher mehr Erfahrung gesammelt in den letzten 13, 14 Jahren", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner bei "Eurosport" vor dem ersten Aufschlag des Finales.

Die Russin hatte große Lockerheit ausgestrahlt, doch damit war es auf dem Platz schnell vorbei. Krejcikova nahm in den Ballwechseln schnell die Rolle der Chefin ein, verteilte gut, und Pawljutschenkowa hatte zunächst keine Lösung parat - nach 32 Minuten ging der Durchgang an die Tschechin.

Pawljutschenkowa kommt im zweiten Satz stark zurück

Doch das Bild veränderte sich anschließend. Pawljutschenkowa kämpfte sich in die Partie. Der Russin gelang ein schnelles Break, danach legte sie ihre Nervosität ab und war nun die bestimmende Spielerin. Sie nahm ihrer Gegnerin insgesamt drei Mal den Aufschlag ab und schaffte so den Satzausgleich.

Allerdings musste sich Pawljutschenkowa gegen Ende des zweiten Satzes längere Zeit am Oberschenkel behandeln lassen. Zwar konnte sie mit einer dicken Bandage weiterspielen, ein bisschen gehemmt wirkte die frühere Nummer eins bei den Juniorinnen aber schon.

Zum 4:3 gelang Krejcikova das entscheidende Break. Beim Aufschlag der Russin vergab sie danach zwar noch zwei Matchbälle, wenig später machte sie den größten Erfolg ihrer Karriere bei eigenem Aufschlag aber perfekt.

Chance auf "Double" in Paris

Krejcikova besitzt sogar die Chance auf das seltene "Double". Die Spielerin aus Brünn steht auch im Doppel im Endspiel und könnte erstmals seit Mary Pierce im Jahr 2000 beide Wettbewerbe gewinnen.

Die erste ungesetzte Siegerin in Roland Garros war 2017 die Lettin Jelena Ostapenko, ihr folgte im Vorjahr Iga Swiatek. Die Titelverteidigerin aus Polen war in diesem Jahr im Viertelfinale gescheitert. Die drei deutschen Starterinnen um die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber waren allesamt in der ersten Runde ausgeschieden.

dpa/sid/red | Stand: 12.06.2021, 17:14

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