Die "epischen Schlachten" des Sports

Die "epischen Schlachten" des Sports

Das Viertelfinale zwischen Dänemark und Ägypten bei der Handball-WM geht als "epische Schlacht" in die Geschichte ein. Die Sportschau hat sich auf die Suche nach anderen Ereignissen gemacht, die an Spannung, Dramatik und Brisanz kaum zu überbieten waren.

Spannung und Dramatik pur: Titelverteidiger Dänemark und Gastgeber Ägypten haben sich bei der Handball-WM eine "epische" Schlacht um den Einzug ins Halbfinale geliefert. Beide Teams hatten schon den Sieg vor Augen, doch am Ende ging es ins Siebenmeter-Werfen. So konnten die Dänen nach einem Wechselfehler der Ägypter ihre Überzahl kurz vor Schluss der regulären Spielzeit nicht nutzen, Superstar Mikkel Hansen verursachte dann Sekunden vor Ende der ersten Verlängerung mit einer Unsportlichkeit einen Siebenmeter und kassierte dafür auch noch die Rote Karte. Genau das passierte den Ägyptern kurz vor Schluss der zweiten Verlängerung. Das Siebenmeter-Werfen entschieden die Dänen dann mit 4:3 für sich.

Spannung und Dramatik pur: Titelverteidiger Dänemark und Gastgeber Ägypten haben sich bei der Handball-WM eine "epische" Schlacht um den Einzug ins Halbfinale geliefert. Beide Teams hatten schon den Sieg vor Augen, doch am Ende ging es ins Siebenmeter-Werfen. So konnten die Dänen nach einem Wechselfehler der Ägypter ihre Überzahl kurz vor Schluss der regulären Spielzeit nicht nutzen, Superstar Mikkel Hansen verursachte dann Sekunden vor Ende der ersten Verlängerung mit einer Unsportlichkeit einen Siebenmeter und kassierte dafür auch noch die Rote Karte. Genau das passierte den Ägyptern kurz vor Schluss der zweiten Verlängerung. Das Siebenmeter-Werfen entschieden die Dänen dann mit 4:3 für sich.

Bei der Tour de France 1989 sorgten Greg LeMond und Laurent Fignon für die knappste Entscheidung in der Geschichte des Radsport-Spektakels. Bei der gesamten Rundfahrt nahmen sie sich immer wieder gegenseitig das Gelbe Trikot des Spitzenreiters ab, zu keinem Zeitpunkt des Rennens betrug der Abstand mehr als eine Minute. Auf der Schlussetappe kam es dann zum großen Showdown. Auf dem Programm stand ein Einzelzeitfahren von Versailles nach Paris. Fignon war mit 50 Sekunden Vorsprung auf die Etappe gegangen, dennoch siegte LeMond am Ende mit acht Sekunden Vorsprung.

Es war das Jahrhundertspiel: Im Halbfinale der Fußball-WM 1970 in Mexiko besiegte Italien Deutschland mit 4:3 nach Verlängerung. Das Duell im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt gilt als eines der dramatischsten und besten Spiele der Fußball-Geschichte. In sengender Hitze rettete Karl-Heinz Schnelliger die Deutschen in der 90. Minute mit dem Treffer zum 1:1 in die Verlängerung. Die war ein Spektakel. Doch zwei Tore von Gerd Müller reichten nicht. Gianni Rivera schoss Italien in der 111. Minute zum Sieg. Sehen Sie hier die Partie in voller Länge.

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville verlor die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Kanada mit 3:4 im Shootout.  Es war eines der spektakulärsten Spiele der deutschen Eishockey-Geschichte, der "Underdog" brachte das Mutterland gehörig ins Wanken. Nach einem beispiellosen Drama scheiterte der Kölner Peter Draisaitl mit dem entscheidenden Penalty am kanadischen Torhüter Sean Burke. Der Puck kam zwar noch bis zur Torlinie, blieb jedoch Millimeter davor liegen.

Es war die Schlacht von Hartford: Das Davis-Cup-Duell zwischen Deutschland und den USA im Jahr 1987 war legendär. Für das Spiel um den Verbleib in der Weltgruppe der 16 besten Teams wurde sogar John McEnroe reaktiviert. Noch nie zuvor waren die USA abgestiegen. Im zweiten Einzel lieferten sich McEnroe und Boris Becker ein episches Duell über 6:21 Stunden. Am Ende behielt der Deutsche in der aufgeheizten Atmosphäre die Nerven und gewann mit 4:6, 15:13, 8:10, 6:2, 6:2. In der Gesamtrechnung gewann das deutschen Team mit 3:2, drei der fünf Spiele gingen über fünf Sätze.

Die letzten Sekunden des 49. Super Bowl im Jahr 2014 gingen im Tumult einer Massenkeilerei auf dem Platz in Glendale unter, doch die 60 Spielminuten zuvor hatten überragenden American Football geboten. Am Ende triumphierten die New England Patriots 28:24 gegen die Seattle Seahawks. Mann des Spiels war Patriots-Quarterback Tom Brady, der vier Touchdown-Pässe warf.

Kein anderes Schach-Turnier hat weltweit für mehr Schlagzeilen gesorgt als die WM zwischen Boris Spassky und Bobby Fischer 1972. Denn das Duell der beiden Kontrahenten war der auf dem Schachbrett ausgetragene "Kalte Krieg" zwischen den USA und der Sowjetunion. Der extrovertierte Fischer verstand sich auf die psychologische Kriegsführung besser als der reservierte Spassky und gewann am Ende auch.

Der "Rumble in the Jungle" 1974 in Kinshasa zwischen den US-amerikanischen Schwergewichtsboxern George Foreman und Muhammad Ali vor 100.000 Zuschauern gilt bis heute als der größte Boxkampf aller Zeiten. Der favorisierte Foreman unterlag seinem Herausforderer in der 8. Runde durch K.o. Frenetische Fans, große Hitze und Luftfeuchtigkeit und ein Preisgeld von zehn Millionen Dollar waren die Zutaten für den spannenden Fight.

Es war ein Eishockey-Abend für die Geschichtsbücher: Die Kölner Haie besiegten 2008 im dritten Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga die Adler Mannheim nach insgesamt 168 Spielminuten und 16 Sekunden in der sechsten (!) Verlängerung um kurz nach Mitternacht mit 5:4. Es war das längste Eishockeyspiel, das es jemals in Deutschland gegeben hat.

Als John Isner und Nicolas Mahut am 22. Juni 2010 beim Tennisturnier in Wimbledon den Rasen betraten, rechneten sie wohl kaum damit, dass sich ihre Erstrundenpartie über drei Tage hinziehen würde. Mit einer Länge von insgesamt elf Stunden und fünf Minuten reiner Spielzeit ist es bis heute die mit großem Abstand längste Begegnung der Tennis-Geschichte. Inser hatte mit 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:6 (7:3) und 70:68 das bessere Ende für sich. Erst am 24. Juni stand er als Sieger fest.

Es war die "Nacht von Sevilla": Bei der Fußball-WM 1982 in Spanien besiegte Deutschland im Halbfinale Frankreich nach Elfmeterschießen mit 8:7. Der Spielverlauf war dramatisch, vor allem in der Verlängerung. In der führten die Franzosen um Superstar Michel Platini schon mit 3:1, doch Karl-Heinz Rummenigge und Klaus Fischer glichen aus. Im Elfmeterschießen parierte dann Harald Schumacher zwei Schüsse der Franzosen, Horst Hrubesch machte für die Deutschen alles klar. Schumacher hatte sich zuvor ein übles Foul gegen Patrick Battiston geleistet. Der Franzose war mehrere Minuten bewusstlos und musste mit angebrochenem Halswirbel und einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden.

Simone Biles schrieb 2019 bei der Turn-WM in Stuttgart Geschichte. Als erste Frau turnte sie den gehockten Doppelsalto mit drei Schrauben. Dabei katapultierte sie sich aus einem Flickflack kommend hoch in die Luft, drehte sich in atemberaubender Geschwindigkeit mehrfach um die eigene Achse, während sie gleichzeitig einen Doppelsalto turnte. Für Laien war das mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Mit einer Kür, die die Welt zu Tränen rührte, gewannen Aljona Savchenko und Bruno Massot bei den Olympischen Spielen 2018 von Pyeongchang die Goldmedaille. Nahezu alle Elemente gelangen dem Paar perfekt. Vom vierten Platz schoben sich Savchenko und Massot zur Musik der Natur-Doku "Die Welt von oben" noch auf den Goldrang vor.

Der Basketball flog durch die brodelnde Rudi-Sedlmayer-Halle von München, der Russe Alexander Below fing den Ball und traf aus kurzer Distanz zum 51:50. Die Sensation war perfekt. Im Finale der Olympischen Spiele 1972 schlug die Sowjetunion das College-Team der USA. Erstmals bei Sommerspielen verloren die Amerikaner eine Basketball-Partie - und das zur Hochzeit des "Kalten Krieges" gegen den Erzfeind, dazu noch auf höchst umstrittene Art und Weise. Eigentlich hatten die USA Gold schon sicher. Wenige Sekunden vor dem Ende führten sie mit 50:49. Eine Sekunde zeigte die Uhr in der Halle noch an, doch die Schiedsrichter machten daraus wegen eines angeblichen Regelverstoßes drei Sekunden – die nutzten die Russen zum Sieg.

Die 4x100-Meter-Staffeln der beiden deutschen Mannschaften aus der DDR und der Bundesrepublik gingen bei den Olympischen Spielen 1972 als Favoriten an den Start. Im "Kalten Krieg" mit dem schwelenden Ost-West-Konflikt hatte der Wettkampf eine ganz besondere Brisanz und wurde mit großer Spannung erwartet. Schon im Vorlauf hatten sich die Staffeln gemessen, da lag die DDR vorne. Auch im Finale sah es nach einem Sieg der DDR aus. Doch Schlussläuferin Heide Rosendahl lief der damals schier übermächtigen Renate Stecher davon und sicherte mit etwas mehr als einer Zehntelsekunde Vorsprung den Olympiasieg – in neuer Weltrekordzeit.

Im Halbfinale des DFB-Pokal 1984 erlebten die Fans gleich zwei packende Duelle. Zunächst besiegte Borussia Mönchengladbach Werder Bremen mit 5:4 nach Verlängerung. Gladbach lag schon 3:1 vorne, dann drehten die Bremer die Partie und führten 4:3, ehe dann wieder die Borussia zwei Treffer markierte. Überschattet wurde das Spiel von Ausschreitungen, so flog einen Tränengaspatrone aufs Feld. Einen Tag später setzten dann Schalke 04 und der FC Bayern München noch einen drauf. Dort hieß es nach 90 Minuten 4:4 und am Ende 6:6. Olaf Thon rettet die Schalker in der 123. Minute ins Wiederholungsspiel.

Stand: 28.01.2021, 12:31 Uhr

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