Schwimm-WM Zehn Kilometer Freiwasser: Wellbrock holt Bronze, Beck Silber

Stand: 29.06.2022 21:48 Uhr

Florian Wellbrock hat bei der Schwimm-WM über zehn Kilometer Freiwasser Bronze geholt. Zuvor war bereits Leonie Beck über diese Distanz zu Silber geschwommen.

Zwei Tage nach seiner Goldmedaille über fünf Kilometer Freiwasser setzte sich der Magdeburger auf dem Lupa-See nach 1:51:11,2 Stunden im Fotofinish gegen den Franzosen Marc-Antoine Olivier durch und holte Bronze.

Es war die fünfte Medaille bei dieser WM für Wellbrock, der damit bei den Männern den Rekord von Michael Groß bei der WM 1982 in Ecuador einstellte.

Italienischer Doppelerfolg

Auf den Sieger Gregorio Paltrinieri aus Italien fehlten dem Titelverteidiger 14,4 Sekunden. Silber ging an den Italiener Domenico Acerenza. Niklas Frach landete auf Platz sieben.

Trotz des Fabelrekords war Wellbrock nach dem Rennen auch enttäuscht, war der 24-Jährige doch als Titelverteidiger gestartet. "Das Gefühl ist recht zwiegespalten, aber dennoch bin ich mit der Bronzemedaille sehr happy", sagte er nach dem Rennen.

Beck im Fotofinish knapp geschlagen

Leonie Beck sicherte sich nach 2:02:29,7 Stunden in einem spannenden Fotofinish Silber. Gold ging an die Niederländerin Sharon van Rouwendaal. Auch Olympiasiegerin und Fünf-Kilometer-Weltmeisterin Ana Marcela Cunha aus Brasilien war in dem dramatischen Endspurt noch dabei und wurde Dritte.

Die deutsche Leonie Beck in Aktion beim 10-km-Finale der Frauen

Fünf Zehntelsekunden von Gold entfernt

Beck sah 200 Meter vor dem Ziel noch wie die Siegerin aus. Doch van Rouwendaal hatte die größere Endgeschwindigkeit und schlug fünf Zehntelsekunden vor der 25-Jährigen an. "Eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft ist wirklich top. Am Ende braucht man auch das Quäntchen Glück. Aber Zweite in diesem Feld ist wirklich sehr, sehr gut", sagte Beck. 25-Kilometer-Europameisterin Lea Boy belegte Rang acht.

Wellbrock, Beck und Boy holten Gold mit der Staffel

Wellbrock, Beck und Boy hatten zum Auftakt der Wettbewerbe am vergangenen Sonntag Gold mit der DSV-Staffel gewonnen. Noch am Montag hatte Beck über fünf Kilometer nur den vierten Platz geholt.

Vergangenheit als Beckenschwimmerin

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro war Beck 2016 noch als Beckenschwimmerin angetreten. Da es im Becken nicht so lief wie gewünscht, stieg die Würzburgerin aufs Freiwasser um. In dem Outdoor-Sport, in dem es neben Tempo und Ausdauer auch auf taktische Finesse, Erfahrung sowie Durchsetzungsvermögen ankommt, hatte sie es zu Beginn schwer.

Bei der WM in Südkorea 2019 holte sie dann aber Bronze über fünf Kilometer, bei Olympia in Tokio war sie mit Rang fünf sehr zufrieden: "Ich denke, ich habe mich etabliert im Freiwasser und bin schon irgendwo in der Spitze angekommen."

Am Donnerstag Unterstützung für Boy

Nach etwas Erholung will sie schon an diesem Donnerstag wieder alles geben. Allerdings nicht im Wasser, sondern als Unterstützung für Lea Boy im 25-Kilometer-Rennen. "Morgen supporte ich mit allem, was in meinem Körper noch drinsteckt", sagte Beck.

Wasserspringer-Team verpasst Edelmetall knapp

Am Nachmittag haben die Wasserspringer Timo Barthel und Elena Wassen in Budapest eine Medaille im Team knapp verpasst. Der Hallenser und die Berlinerin belegten mit 354,35 Punkten den vierten Platz. "Natürlich ist man traurig, weil es zum dritten Platz nur drei und zum zweiten Platz nur vier Punkte waren", sagte Wassen, "aber wir haben eine gute Leistung gezeigt und können zufrieden sein." 

Das Endergebnis war aufgrund technischer Probleme erst rund zehn Minuten nach Wettkampfende auf der Anzeigetafel aufgetaucht. "Wir haben selber ein bisschen gerätselt, weil die Schwierigkeitsgrade in den ersten zwei Runden falsch angezeigt wurden", klärte Wassen auf, "und wir wussten, dass wir auf jeden Fall noch mehr Punkte bekommen." Zu Bronze hat es aber trotzdem knapp nicht gereicht.

Punzel/Massenberg auf Rang sechs

Im anschließenden 1-Meter-Finale der Frauen landete WM-Debütantin Jette Müller auf Rang sieben (256,15). Eine Medaille verfehlt haben auch Tina Punzel und Lou Massenberg im Mixed-Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Die 26 Jahre alte Punzel und der fünf Jahre jüngere Massenberg erhielten am Mittwoch in Budapest 277,62 Punkte. Damit lagen sie als Fünfte 9,99 Zähler hinter Grace Reid und James Heatly aus Großbritannien, die Bronze holten.

Wasserballer am Ende auf Rang 13

Die deutschen Wasserballer haben ihr letztes Spiel gewonnen, beendeten das Turnier dennoch nur auf dem 13. Platz. Die Mannschaft von Bundestrainer Petar Porobic bezwang Kasachstan in der finalen Platzierungspartie mit 16:7. Es war die schlechteste deutsche WM-Platzierung seit 2001 (14. Platz).