Erik Röhrs (l.) von den SWD powervolleys Düren beim Angriffsschlag

WDR-Sport Powervolleys Düren starten motiviert in Doppelbelastung

Stand: 05.10.2022 13:30 Uhr

Die SWD Powervolleys Düren sind in der kommenden Spielzeit neben der Volleyball-Bundesliga auch in der CEV Champions League gefordert. Sportchef Caro sieht das Team schlagkräftig aufgestellt.

Von Julian Tilders

Etwas an dieser neuen Spielzeit der Volleyball-Bundesliga ist anders für Goswin Caro. Der Sportliche Leiter der SWD Powervolleys Düren verspürt immer Vorfreude, aber jetzt kribbelt es besonders: "Das, was auf uns zukommen wird, ist schon mit Respekt zu betrachten, weil wir auch in der CEV Champions League spielen."

Die europäische Volleyball-Königsklasse, an der Düren nach den Saisons 2005/06 und 2006/07 zum dritten Mal teilnimmt, ist eine zusätzliche Belastung zur deutschen VBL. Aber auch eine attraktive Herausforderung. Caro betont im WDR-Gespräch: "Wir werden das stärkste Team Europas mit Perugia aus Italien hier sehen."

Düren-Sportchef Caro erwartet "enge Kiste" in VBL

Aber alles der Reihe nach: Teil der Doppelbelastung für die Dürener ist eben auch die VBL, in die die Powervolleys am Samstag (20 Uhr) bei den WWK Volleys Herrsching in München starten.

Bereits beim "Bounce House Cup", einem Vorbereitungsturnier mit acht Bundesligisten, gewannen die Dürener das Duell mit 3:2. Caro prognostiziert: "Ich habe gesehen, dass die Liga in Gänze dieses Jahr wieder stärker geworden ist. Unsere Mannschaft wird schon ein Wörtchen mitreden, aber es wird eine enge Kiste."

Saisonziel sei es, "einen der ersten Plätze" zu belegen, nachdem Düren in den vergangenen zwei Jahren zu den Top-Teams zählte. In der letzten Saison war im Halbfinale gegen Friedsrichshafen Schluss.

Powervolleys mit Libero-Talent und Niederlande-Mittelblocker

Während etwa Friedrichshafen quasi das komplette Team umkrempelte, veränderten Caro und sein Team die Mannschaft nur auf zwei Positionen. Denn zwei Abgänge musste Düren kompensieren, die von Ex-Nationalspieler Tim Broshog (Karriereende) und Moritz Eckardt (Netzhoppers KW-Bestensee).

Diese Verluste sollen das 18-jährige Toptalent Leo Bernsmann (United Volleys Frankfurt) als Libero und der niederländische Mittelblocker Luuc van der Ent (Volleys Herrsching) auffangen. Bernsmann besitzt ein Zweitspielrecht und kommt ursprünglich aus Köln, weshalb Caro auf Kölner Fans hofft, die im Laufe der Saison den Weg nach Düren in die Halle finden.

Neue Gesichter im Team hinter dem Team

Außerdem hat sich bei den Rheinländern was im Team hinter dem Team getan. Cheftrainer Rafal Murczkiewicz bekommt in seinem dritten Jahr in Karolina Bednarek eine neue Co-Trainerin an die Seite. Bednarek beendete 2021 ihre eigene Profi-Karriere. "Sie kennt unseren Trainer", erklärt Sportchef Caro: "Sie war früher bei ihm Erstligaspielerin."

Zudem ist Ludwig Mischmann seit Ende August neu an Bord, um das Amt des Teammanagers zu bekleiden. "Ludwig unterstützt uns in der Geschäftsstelle bei organisatorischen Dingen. Er arbeitet sich noch ein bisschen ein, aber die Zeit kriegt er vom alten Eisen auch. Also von mir", führt Caro aus.

Sichtbarkeit der VBL: Twitch funktioniert laut Caro "sehr gut"

Sportlicher Erfolg ist das eine, mehr Sichtbarkeit für den Volleyball wünscht sich der Düren-Sportchef allerdings auch. Zuletzt wurde bekannt, dass Ex-DFL-Chef Christian Seifert mit seiner Firma "Dyn" die VBL ab der Saison 2023/24 überträgt.

Doch fernab von dieser Zukunftsmusik beobachtet Caro auch die derzeitige Entwicklung mit dem Streamingportal Twitch interessiert. Dort wurde der "Bounce House Cup" übertragen, was laut Caro "sehr gut" ankam.

Er weiß: "Wir müssen jüngeres Publikum kriegen. Auch unser Schnitt in Düren ist etwas betagter. Ich habe das mit Twitch jetzt gemerkt bei meinem 36-jährigen Sohn. Der meinte: 'Papa, da ist der Teufel los!'"